Autor: Dr. Bernd Lukasch - Otto-Lilienthal-Museum
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Erstens gestatten sie den freien Menschenflug mit einem kaum zu unterbietenden Material- und Technologieaufwand: Etwa 10 Quadratmeter Gewebe oder Folie aufgespannt durch 4 Streben (Rogallo) oder durch einige Leinen (Flexfoil). Zweitens ist ihr Ursprung in dem bereits vor Jahrtausenden bekannten Flächendrachen (Fesseldrachen) asiatischen Ursprungs zu sehen und die Entwicklung, obwohl innerhalb eines NASA-Programms mit dem entsprechenden wissenschaftlichen Hintergrund weiterentwickelt, vom zweifelsfrei erforderlichen technischen Entwicklungsstand her fast zeitlos zu nennen. Es ist keine quasi unüberwindbare zeitliche Schwelle anzugeben, jenseits der diese Erfindung unmöglich genannt werden müsste. Beide modernen Fluggerätetypen, der Gleitschirm und der Hängegleiter gehen auf Entwicklungen Rogallos (geb. 1912) zurück. Er hatte die einfachen Tragflächen bereits nach dem Kriege entwickelt und 1951 patentiert. Einziger Nutzer war eine Spielzeugfabrik, die nach dem Patent flexible Kinderdrachen produzierte.
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Zunächst zaghaft, dann rasant entwickelte sich das neue Fluggerät: Auf Volksfesten als Sensation vorgestellt, führten spektakuläre Flüge zum Interesse der Medien und zur schnellen Verbreitung. In Europa war es der Zugspitzflug des Amerikaners Mike Harker am 11. April 1973, der das Medieninteresse und die Drachenentwicklung auslöste. Aus der quadratischen Segelfläche an Bambusstangen sind heute ausgereifte Fluggeräte der 4. Generation geworden. Und wieder sind Flugzeuge im herkömmlichen Sinn daraus entstanden: Wieder hat man dem Hängegleiter Steuerorgane hinzugefügt, ihm einem Motor gegeben und über Zwischenstufen entstand das Ultraleichtflugzeug, das heute den Bereich des Motorsportflugs dominiert. Ein zweites Mal war das Flugzeug entstanden, und ein zweites Mal auf den Spuren von Lilienthals Hängegleiter.
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| Quelle: Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von: Otto-Lilienthal-Museum Autor: Dr. Bernd Lukasch www.lilienthal-museum.de Ellbogenstr. 1 D-17389 Anklam / Germany Tel.: 03971-245500 Foto 1: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Parasev1in_landing.JPG Bild:Parasev1in landing.JPG http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit Quelle: Photo Number: E-8009 http://www.dfrc.nasa.gov/Gallery/Photo/Paresev Parasevlin1, Typ Rogallo Foto 2: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Rogallo-pat-draw.JPG Patentskizzen des "Flexible Kite" von Rogallo 23.11.1948 (US-Patent 20.03.1951) Die skizzierten flexiblen Tragflächen bestehen nur aus Stoff und Schnüren ohne zusätzliche feste Aussteifungen. http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit Foto 3: www.lilienthal-museum.de Foto 4: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Gleitschirm_im_Flug.jpg http://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License |
Wenn der Schriftsteller und Flieger Saint de Exupéry die Entwicklung als den Weg vom Primitiven über das Komplizierte zum Einfachen beschreibt, so waren das Primitive sicher die künstlichen Vögel Lilienthals und das Komplizierte ist unser heutiges Flugzeug.
Interessant sind sie für uns in zweifacher Hinsicht:
1960 wurde Wernher von Braun auf Rogallos Arbeiten im Langley-Research Center in Hampton, Virginia aufmerksam und machte ihn zum Leiter eines Forschungsprogramms.
Im Verlaufe des Appollo-Programms wurden mit Entwicklung des Space-Shuttles alle Arbeiten an flexiblen Tragflächen eingestellt.

