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Der Dortmund-Ems-Kanal - Eine Treppe für Schiffe

Abb Kanäle und Flüsse sind „Straßen“ für Schiffe. Flüsse haben einen besonderen Vorteil. Ihre Straßendecke aus Wasser bewegt sich von selbst. Schiffe können sich daher flussabwärts ohne eigene Motorkraft vorwärtsbewegen. Die Flüsse haben diesen Vorteil, weil sie aus den Bergen kommen und immer abwärts fließen und schließlich im Meer oder in einem See enden.

Wenn du schon einmal am Dortmund-Ems-Kanal oder an einem anderen Kanal gewesen bist, dann ist dir vielleicht auch aufgefallen, dass das Wasser im Kanal nicht fließt. Das Kanalwasser steht wie das Wasser in einer Badewanne.

Warum haben die Kanalbauer nicht von den Flüssen gelernt? Sie hätten doch den Kanal auf der 270 Kilometer langen Strecke von Dortmund nach Emden an der Nordsee auch schräg bauen können, damit das Wasser fließt!

Das wäre sogar ganz einfach gewesen, denn die Stadt Emden liegt 70 Meter tiefer als Dortmund.

Abb Aber die Kanalbauer haben einen wichtigen Grund gehabt, warum sie das nicht getan haben.
Und an folgendem Beispiel ist das auch ganz einfach zu erklären:
Wir brauchen dazu nur eine kleine Badewanne mit Wasser zu füllen. Das soll der Dortmund-Ems-Kanal sein. Links liegt Dortmund und rechts Emden. Jetzt heben wir unseren „Kanal“ links hoch, und schon fließt das Wasser zum tieferliegenden Emden. Doch jetzt ist vor Dortmund der Kanal leer, weil das Wasser komplett ausgelaufen ist. Damit dort Schiffe fahren können, müsste nun immer wieder das Wasser in Emden auffangen und in Dortmund in den Kanal gepumpt werden. Diese Lösung ist also wohl doch eher nicht geeignet.
Das werden sich die Kanalbauer wahrscheinlich auch gesagt haben. Außerdem wäre es auch viel zu teuer gewesen, solche riesigen Wassermengen ständig in einen Kanal zu pumpen.

Sie wollten doch lieber einen Kanal bauen, in dem das Wasser nicht fließt. Damit standen sie aber vor einem neuen Problem. Ein Kanal, in dem das Wasser nicht fließen soll, muss ja völlig waagerecht sein. Wie aber soll man einen solchen Kanal ohne Unterbrechung auf einer 270 Kilometer langen Strecke bauen?

Der Kanal sähe dann entweder wie eine riesige Brücke aus - sie würde in Dortmund zwar ganz flach beginnen, aber in Emden hätte sie eine Höhe von 70 Metern erreicht ...

 

Abb ... oder der Kanal sähe wie ein Graben aus, der in Emden ganz flach beginnen würde, in Dortmund aber die ungeheure Tiefe von 70 Metern erreicht hätte. Für die Kanalbauer kam weder die eine noch die andere Lösung in Frage.

Denn es gab aber noch eine bessere Möglichkeit. Man konnte nämlich eine Kanalstrecke auch in mehrere Teile zerlegen und diese wie Treppenstufen anordnen.

Dafür entschieden sich auch die Kanalbauer. Sie teilten die Kanalstrecke von Dortmund nach Emden in 20 Abschnitte ein.

Abb Damit hatten sie sich allerdings ein neues Problem geschaffen: Die Teilstrecken waren ja voneinander getrennt, weil sie sich auf unterschiedlichen Höhen befanden. Wie sollte da ein Schiff von einer Kanalstrecke zur nächsten kommen? Von Teilstrecke zu Teilstrecke bestand ein Höhenunterschied von 2 bis 6 Metern, und bei Henrichenburg waren es sogar 14 Meter.

Für diese Kanalstufe mussten sie sich deshalb auch eine ganz besondere Lösung ausdenken:
Das Schiffshebewerk.

 

Quelle:
Die Wissensseiten zum Thema "Kanalstufe Henrichenburg/Waltrop" entstanden mit freundlicher Unterstützung durch
„Westfälisches Industriemuseum Altes Schiffshebewerk Henrichenburg; Landschaftsverband Westfalen-Lippe“

Am Hebewerk 2
45731 Waltrop
Tel.: 02363/97070
www.schiffshebewerk-henrichenburg.de
Literaturangabe: Käptn‘ Henri kennt sich aus; Ein Museumsführer, Lese- und Bastelbuch für Mädchen und Jungen ab 10
Herausgeber: Westfälisches Industriemuseum Altes Schiffshebewerk Henrichenburg; Landschaftsverband Westfalen-Lippe 1996

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