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Nicht nur Fremde ...

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Du hast auf den Wissensseiten (oder auch bei dem Projekt „Mein Körper gehört mir!“)gelernt, dass du mit einem Fremden oder mit einer Person, die du kaum kennst, nicht ohne zu überlegen mitgehen sollst. Bevor du das tust, sollst du dir die wichtigen drei Fragen stellen:

ERSTE FRAGE:
Habe ich ein “JA-GEFÜHL“ oder ein “NEIN-GEFÜHL“?
ZWEITE FRAGE:
Weiß eine vertraute Person, wo ich bin?
DRITTE FRAGE:
Bekomme ich Hilfe, wenn ich Hilfe brauche?

Wenn du diese drei Fragen kennst und anwendest, kannst du dich selbst schützen. Nicht jeder Fremde will etwas „Böses“ – ganz bestimmt nicht! Aber man kann es einem Menschen eben nicht ansehen!

Was du aber auch wissen musst, das ist leider so:
Oft geschieht sexueller Missbrauch an Kindern eben nicht durch Fremde, sondern durch Menschen, die in der unmittelbaren Umgebung der Kinder leben – sogar durch die Menschen, zu denen Kinder Vertrauen hatten.

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So oder so ähnlich ist es schon oft passiert:

Ein Junge namens A. meldet sich in einem Sportverein an und geht regelmäßig und begeistert zum Training. Er bewundert seinen Trainer, weil er sehr sportlich ist und ihm viele gute Tipps geben kann. Außerdem macht der Trainer Ausflüge mit den Jungen und organisiert viele Veranstaltungen und Feiern.

Der Junge A. freut sich immer sehr, wenn er zum Training gehen darf und wird auch oft vom Trainer für seine sportlichen Leistungen gelobt.

Doch dann eines Tages, als er ein bisschen herumgetrödelt hat, ist er der letzte Junge, der noch im Duschraum ist.

Alle anderen Jungen haben schon geduscht und ziehen sich bereits in der Umkleidekabine wieder an. Da kommt der Trainer in den Duschraum und geht auf den Jungen A. zu, dem das sehr unangenehm ist, denn er möchte nicht so gerne nackt unter der Dusche gesehen werden.

Und nun will der Trainer auch noch von ihm, dass er ihn an seinem Penis anfasst.

 

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Der Junge A. sagt: "NEIN! Ich will das nicht!"

Doch der Trainer hört gar nicht richtig hin und will ihn mit den Worten: „ Das ist doch gar nicht schlimm, und wir kennen uns doch auch schon so gut!“ überreden.

Der Junge A. sagt wieder: "NEIN! Ich will das aber überhaupt nicht!"
Jetzt wird der Trainer böse und droht dem Jungen:
„Wenn du mich nicht anfasst, dann werde ich dich beim nächsten Wettkampf nicht aufstellen. Deine Freunde und deine Eltern werden sich dann sicher wundern, warum du nicht teilnehmen darfst!“
...

So etwas kommt natürlich nicht nur in Sportvereinen vor, es kann auch in jeder andere Kinder- oder Jugendgruppe passieren, die von Erwachsenen geleitet wird, bei einem Musikverein, in einer Ministrantengruppe, einem Modellbauclub, eigentlich überall ...
... sogar im Freundeskreis und auch in der Familie!

Und die betroffenen Kinder werden oft mit den unterschiedlichsten Androhungen erpresst, dieses schlechte Geheimnis für sich zu behalten:

"Wenn du das jemandem verrätst, holt dich die Polizei!"
"Du darfst das keinem erzählen, sonst kommt dein Vater ins Gefängnis!"
"Du bekommst nichts mehr von mir geschenkt, wenn du unser Geheimnis verrätst!"
...
Die Täter erfinden viele solcher Drohungen, um die Kinder zum Schweigen zu bringen!

Und gerade das darf NICHT passieren! Kinder haben Rechte! Dein Körper gehört DIR, DIR ganz allein! DU sollst bestimmen, was mit deinem Körper passiert und niemand sonst!!!

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Viele Kinder, die nicht gelernt haben "NEIN!“ zu sagen, und die nicht wissen, dass sie sich Hilfe holen sollen und können, wenn in einer solchen wie der oben beschriebenen Situation das "NEIN-SAGEN“ nicht ausreicht, tun dann oft das, was die Erwachsenen von ihnen verlangen. Denn sie fühlen sich sehr stark unter Druck gesetzt, wenn die Erwachsenen ihnen drohen.

Aber diese Kinder – so wie oben in der Geschichte der Junge A. - haben nicht die Schuld an dem, was passiert.

Die Schuld hat immer der Täter und nicht das Kind – das Kind ist das Opfer. Und diese Täter sind eben nicht nur die Fremden, es gibt sie leider überall.

Gerade deshalb weil viele Einrichtungen, die Kindern helfen wollen, das auch sehr genau wissen, bieten sie die Möglichkeit an, dass Kinder dort kostenlos anrufen können, um sich dort die Hilfe zu holen, die sie so dringend benötigen.

Also: Wenn DU einmal Hilfe brauchst, dann hol sie dir auch!

Hilfe suchen...

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Quelle:
Foto: Medienwerkstatt Mühlacker 2004
Kinderzeichnungen: Medienwerkstatt
Die Texte entstanden in Zusammenarbeit mit:
theaterpädagogische werkstatt gGmbH
Lange Straße 15/17
49080 Osnabrück
Telefon: 0541 - 580 54 63 – 0
Telefax: 0541 - 580 54 63 – 33
E-Mail: kontakt@tpw-osnabrueck.de
Website: www.tpw-osnabrueck.de

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