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Lilly, die etwas andere Ente (Foto-Geschichte)

Abb An einem Kanal lebte eine ganz besonders schöne Ente mit einem außergewöhnlichen, fast weißen Gefieder.

Sie schwamm, gründelte, fraß, quakte und flog ebenso wie alle anderen Stockenten auch, die dort lebten.

Und von ihnen gab es dort eine ganze Menge Enten, die in einer großen Gruppe von Männchen und Weibchen zusammenlebten.

Doch die fast weiße Ente, ich will sie jetzt der Einfachheit halber mal Lilly nennen, war meistens allein.

Oft sah sie deshalb auch ziemlich traurig aus. Denn die anderen Enten jagten sie immer weg und wollten sie nicht in ihrer Nähe haben.

Der Erpel Motzig war ganz besonders unfreundlich zu Lilly. Frech und gemein behandelte er sie.

Wenn Lilly in seine Nähe kam, quakte er immer los: „Hau bloß ab, du blöde, weiße Ente! Dich wollen wir hier nicht haben! Du siehst ja ganz anders aus als wir. Du bist bestimmt gar keine richtige Ente!"

Betrübt und sehr geknickt watschelte Lilly immer sehr schnell weg, wenn sie so gemein von dem Erpel Motzig angequakt wurde.

Von weitem hörte sie dann zu allem Übel auch noch das schadenfrohe Gequake der anderen Enten, die sich über ihr angeblich komisches Gefieder lustig machten.

Abends lag Lilly immer ganz allein am Ufer - weit entfernt von den anderen Enten.

Oft konnte sie nicht einschlafen, weil sie schon mit großer Sorge und Angst an den nächsten Tag dachte und sich auf nichts mehr freuen konnte.

So war sie am nächsten Tag fast nie ausgeschlafen und ausgeruht und auch zum Fressen hatte Lilly kaum noch Lust.

Dadurch wurde sie immer schwächer und schwächer.

 

 

Als sie die anderen Enten wieder einmal fortjagen wollten und Lilly nicht schnell genug war, quakte ihr die Ente Pampig zu: „Du wirst ja von Tag zu Tag hässlicher. Dein Aussehen ist ja eine echte Schande! Selbst die Möwen machen sich schon über dich lustig. Es wird wirklich Zeit, dass du von hier verschwindest!"

 

Als Lilly - weil sie ja so schwach und schlapp war - nicht schnell genug fortkam, wurde sie auch noch von Erpel Motzig in den Schwanz gebissen.

Das gab ihr dann endgültig den Rest.

„Hier am Kanal kann ich nicht bleiben!" dachte sie traurig. „So schön es hier auch ist, weil es so viel zu sehen gibt, ich muss hier weg!

Traurig machte sich Lilly auf den Weg und schwamm, flog und watschelte viele Stunden, bis sie den Kanal und die anderen Enten weit hinter sich gelassen hatte.

Als es schon spät am Abend und auch sehr dunkel war, entdeckte sie einen Teich und legte sich dort am Ufer in das weiche Gras.

 

Vor Erschöpfung schlief Lilly auch sofort ein.

 

Am nächsten Morgen wurde Lilly von einem lauten Gequake geweckt.

Trotz der Lautstärke aber machte es ihr überhaupt keine Angst so wie sonst das Gequake und Gezeter der anderen Enten, mit denen sie am Kanal gelebt hatte, denn es hörte sich eher aufgeregt und freundlich an.

Ja ... und als Lilly es dann endlich schaffte, die Augen zu öffnen, sah sie so viele Enten um sich herum, wie sie noch nie in ihrem ganzen Entenleben gesehen hatte. Einfach unglaublich!

Und noch unglaublicher war, was sie hörte: „Sieht die aber schön aus! Solch ein Gefieder hätte ich auch gerne! Wo die wohl herkommt? Hoffentlich bleibt sie bei uns! ...

Viele, viele Fragen musste Lilly an diesem Morgen beantworten. Und zum ersten Mal in ihrem Entenleben wurde sie bewundert - und vor allen Dingen aber nett behandelt.

Kein Wunder, dass Lilly nicht zögerte, als sie von den anderen Enten gebeten wurde, bei ihnen am Teich zu bleiben und mit ihnen zu leben.

Hier war es zwar ganz anders als am Kanal, denn die großen Schiffe, die dort immer vorbeifuhren, hatten Lilly sehr gut gefallen.

Sie hatte sogar davon geträumt, eines Tages mit einem solchen Schiff mitzufahren.

Doch statt dessen gab es auf dem Teich ein Boot, das nur den Enten gehörte.

Es war zwar schon leicht defekt und halb im Teich versunken, hatte aber den Vorteil, dass es nicht wegfuhr, bevor man aufgespringen konnte.

Und auf diesem Boot konnte Lilly nun mit den anderen Enten sitzen und zumindest vom Bootfahren träumen und ihr Entenleben genießen, weil es hier keinen Erpel Motzig und keine Ente Pampig gab.

 

Ja ... und warum habe ich diese Entengeschichte wohl erfunden???

Eigentlich ist es ja gar keine Geschichte über Enten! Oder?

Abb

 

Und hier kannst du nachlesen, warum es Enten gibt, die so ganz anders aussehen, als andere Enten ...

 

Quelle:
Fotos: Copyright © 2007 Medienwerkstatt Mühlacker (MF)
Text: Copyright © 2007 Medienwerkstatt Mühlacker (MF) / www.grundschulmaterial.de

Die Fotos von den Enten auf dem Teich entstanden mit freundlicher Genehmigung auf dem Privatgrundstück von:
http://www.tenkhoff.de
Hofladen Tenkhoff

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