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Der Erpel Großkotz (Foto-Geschichte)

Abb

 

Ein Erpel, der unter vielen anderen Stockenten lebte, hielt sich für ein ganz besonders schönes und elegantes Exemplar.

Und wenn man ihn so anschaut, muss man ja auch zugeben, dass er wirklich prachtvoll aussieht - oder?

 

Aber muss man sich deshalb denn gleich so aufblähen und an nichts anders mehr denken!?

 

Jedenfalls war der Erpel Großkotz mit nichts anderem mehr beschäftigt, als an sein herausragendes Aussehen zu denken.

 

Damit auch wirklich allen anderen Enten auffiel, dass er mit Abstand das schönste Exemplar war, plusterte er sich immer mächtig auf.

 

Manchmal tat er das allerdings so heftig, dass er kaum noch Luft bekam.

 

Doch zu seinem großen Ärger wurde er kaum beachtet. Die Enten waren nicht sonderlich von seiner Schönheit beeindruckt.

 

Denn sie waren zu sehr damit beschäftigt, zu schwimmen, zu fressen, zu schnattern, zu gründeln ... eben das Leben zu leben und zu genießen ... dass sie den Erpel Großkotz nicht - so wie er sich selbst - als den Mittelpunkt der Welt wahrnahmen.

 

Je weniger er aber bewundert wurde, desto mehr plusterte und blähte sich der Erpel Großkotz auf.

 

„Irgendwann werden sie schon alle merken, dass ich die schönste Ente weit und breit bin!" dachte er trotzig und starrköpfig.

 

So bewegte sich er kaum noch - höchstens einmal, um sich etwas zu fressen zu suchen.

Ansonsten saß er aufbläht am Ufer, im Gras oder ganz still auf dem Wasser.

Tag für Tag und Woche für Woche.

Und nichts passierte - jedenfalls vorläufig nicht.

Die Bewunderung, die er erwartet hatte, wurde ihm einfach nicht zuteil.

Missmutig und enttäuscht gab er sein Vorhaben, als der schönste Erpel in die Geschichte einzugehen, endlich nach vielen Wochen auf und wollte endlich wieder einmal herumwatscheln, schwimmen und richtig gründeln.

„Doch - was ist denn das?" dachte er schockiert. „Ich kann ja überhaupt nicht mehr richtig laufen!"

Und so sehr er sich auch abmühte, er konnte seinen schönen Entenkörper nicht mehr richtig gerade machen.

Vor lauter Aufplusterei und Aufgeblähe war er ganz steif und krumm geworden.

Ja und so war der Erpel Großkotz fortan eben doch ein ganz besonderes Exemplar - aber leider nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte.

Dumm gelaufen - oder?

 

Gibt es so etwas eigentlich nur bei den Enten oder auch noch woanders?

 

 

Quelle:
Fotos/Text: Copyright © 2007 Medienwerkstatt Mühlacker (MF)

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