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Der Vesuv

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Der Vesuv, ein Vulkan bei Neapel ist gegenwärtig der einzige tätige Vulkan auf dem europäischen Festland.

Die heutige Höhe des Vesuv beträgt 1281 m. Er besteht aus dem Monte Somma und seinem eigentlichem Gipfel. Eine seiner Magmakammern befindet sich in ca. 5 km Tiefe.

Bei seinen mindestens 50 Ausbrüchen in den letzten 2000 Jahren sind Zehntausende von Menschen ums Leben gekommen und ganze Dörfer von den Lavaströmen und Schlammmassen vernichtet worden.

Doch immer wieder haben sich die Menschen wegen der Fruchtbarkeit der Böden an seinen Berghängen angesiedelt.

Das Wissen um zerstörerische Macht des Vulkans haben die Menschen immer wieder verdrängt.

Schon früh entstanden am Fuße des Berges elegante Badeorte wie Pompeji, Herculaneum , Oplontis und Stabiae.

Hier lebten die Römer in vornehmen Villen und schenkten den Überlieferungen von Vulkanausbrüchen des Vesuv keine Beachtung.

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Sie hielten den Vulkan für erloschen, da sie sich nicht vorstellen konnten, dass er noch einmal ausbrechen würde. Die fruchtbaren Böden brachten außerdem reiche Ernten, auf die man nicht verzichten wollte. Hier wuchsen Apfel-, Birnen- und Kirschbäume, und an den Hängen pflanzte man Weingärten an.

Auch als sich eine neue Phase von Aktivität des Vulkans durch ein schweres Erdbeben im Jahre 63 nach Christus ankündigte, wurde die drohende Gefahr noch immer nicht erkannt.

Große Teile von Pompeji und Herculaneum , die bei diesem Erdbeben zerstört worden waren, wurden prächtiger als zuvor wieder aufgebaut.

Als der Vesuv dann am 24. August des Jahres 79 nach Christus ausbrach, waren die Aufbauarbeiten in Pompeii noch gar nicht richtig beendet.

In der ersten Ausbruchssphase brach die Spitze des Vulkans mit einem Donnerschlag auf und wurde regelrecht weggesprengt (ähnlich wie beim Mount St. Helens im Jahre 1980).

Eine Säule aus Asche und schwarzem Raum stieg in die Luft und glühende Gesteinsbrocken fielen herab.

 

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Die südlich vom Vesuv gelegenen Orte Pompeji, Stabiae und Oplontis wurden durch Aschenregen in eine Wüstenlandschaft verwandelt.

Selbst Herculaneum , das 15 Kilometer entfernt lag, wurde durch die nachfolgenden Schlammströme begraben. Noch acht Tage lang kamen Asche und Bimssteine aus dem Schlot des Vesuv.

Obwohl die Menschen bei dem Vulkanausbruch fluchtartig ihre Häuser und Dörfer verließen, kamen viele von ihnen ums Leben. Sie erstickten in dem Ascheregen, wurden von Gesteinsbrocken erschlagen und wurden durch die ausströmenden giftigen Dämpfe getötet.

Plinius, der Jüngere, (61 oder 62 nach Christus – um 113 nach Christus) ein römischer Politiker und Schriftsteller, entkam mit seiner Mutter nur knapp dieser Katastrophe und berichtete als Augenzeuge über diesen Vulkanausbruch.

Aufgrund seiner schriftlichen Darstellungen, weiß man heute auch Einzelheiten darüber.

Weiteren Aufschluss gaben die Ausgrabungen im Vesuvgebiet selbst, bei denen die Zusammensetzung der Ablagerungen und die Art der Zerstörungen ermittelt werden konnten.

Im 18. Jahrhundert wurde Pompeji wiederentdeckt und bis heute nach und nach ausgegraben. Der im Jahre 79 entstandene Krater ist zu einer Caldera eingestürzt, die heute noch sichtbar ist.

Eine Caldera ist ein durch Einsturz und Erusion erweiterter Vulkankrater.

Weitere Ausbrüche des Vesuv 

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Zwischen den Jahren 203 und 1139 ereigneten sich elf weitere Ausbrüche des Vesuv. Für die darauffolgenden 500 Jahre hat man keine gesicherten Erkenntnisse, nimmt aber an, dass sich der Vulkan in dieser Zeit recht ruhig verhielt.

Im Jahre 1631 forderte er mit einem erneuten Ausbruch 4000 Tote.

Bis zu seinem bisher letzten großen Ausbruch im Jahre 1944 folgten rund 20 weitere Eruptionen, die heftigste davon ereignete sich im Jahre 1906. Dabei wurden die Städte Massa di Somma und San Sebastiano beinahe vollständig zerstört.

Seither ist der Vesuv ruhig, aber nicht erloschen und bleibt somit weiterhin gefährlich.

Es gibt zwar Evakuierungspläne (Pläne für die Umsiedlung) für die mehr als eine Million betroffenen Einwohner, die im Falle eines Ausbruchs wie im Jahr 79 unmittelbar bedroht wären.

Doch noch immer sind die Vorwarnungen der Vulkanologen weder zuverlässig noch rechtzeitig genug. Daher leben die Menschen in der Nähe des Vesuv eigentlich in ständiger Gefahr.

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Quelle:
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Jürgen Tenckhoff www.tenckhoff.com

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