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- Die Pfarrkirche St. Lamberti

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Die Stadt- und Marktkirche St. Lamberti ist der bedeutendste westfälische Hallenkirchbau der Spätgotik.

Die Kirche war im Mittelalter eine Markt- und Bürgerkirche, die durch Kaufleute der Stadt finanziert wurde und eine Gegengründung zu dem übermächtigen St.-Paulus-Dom darstellte.

Sie wurde dem Bischof Lambert geweiht wird, dessen Verehrung seit der Grundsteinlegung des Lambertusdomes in Lüttich im Jahre 965 große Verbreitung fand.

Da die Stadt Münster mit Lüttich lebhafte Handelsbeziehungen betrieb, wählten die Bürger ebenfalls der Heiligen Lambertus als Schutzpatron ihrer damals noch kleinen Kirche.

Sie lag am Kreuzungspunkt der ältesten Straßen Münsters: Am Roggenmarkt, am Alten Fischmarkt und an der Salzstraße, die den Haltepunkt von drei wichtigen Fernstraßen bildeten.

Die heutige Stadt- und Marktkirche St. Lamberti entstand ab dem Jahre 1375 und ist bereits der fünfte Kirchenbau der St. Lambertikirche.

Erbaut wurde sie aus Baumberger Sandstein aus den benachbarten Baumbergen.

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Auf dem Kirchturm wachte damals ein Posten über das Wohl der Stadt.

Er kündigte Feinde an oder warnte die Bevölkerung vor Bränden in der Stadt.

Noch heute besteigt allabendlich ein Türmer den Kirchturm von St. Lamberti und bläst zum Zeichen, dass es über die Stadt wacht, von 21 Uhr bis Mitternacht halbstündlich in sein Horn.

Alle Bürger der Gemeinde arbeiteten zu allen Zeiten an der Vergrößerung und Verschönerung ihres Gotteshauses mit, und die Kirche wuchs und wurde auch in der Ausstattung immer prächtiger.

Doch am 23. und 24. Februar des Jahres 1534 zerstören die Wiedertäufer die Altäre, Heiligenbilder, Glasfenster und die liturgischen Geräte in der Lambertikirche und die Geistlichen wurden von ihnen vertrieben.

Als der fürstbischöfliche Landesherr Franz Graf von Waldeck im Jahres 1535 die Stadt Münster eroberte, wurden die Anführer, die oft als Wiedertäufer bezeichnet werden, laut Reichsrecht (nicht nach Kirchenrecht) am 22. Januar auf dem Prinzipalmarkt verurteilt, gefoltert und hingerichtet.

 

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Ihre Namen waren Jan van Leiden, Bernd Krechting und Bernd Knipperdolling.

Zur Abschreckung wurden ihre Leichen in eisernen Käfigen oben am Kirchturm aufgehängt.

Noch heute hängen diese Käfige über der Uhr des neuen Turmes (siehe Foto 3).

Im Zweiten Weltkrieg traf die Kirche ein weiteres Unheil. So wie auch die übrige Stadt wurde die Lambertikirche von Spreng- und Brandbomben getroffen und schwer verwüstet.

Der Turm wurde dadurch aufgerissen und das Kirchendach und die Gewölbe der Ostpartien zerstört.

Die Glocken waren bereits im Juni 1942 abgebaut und im Zuge der Rüstungsproduktion eingeschmolzen worden.

Nach Sicherung der Kirche, die im Jahre 1946 ein Notdach erhielt wurden die Kriegsschäden bis 1959 beseitigt.

Auch die „Wiedertäuferkäfige", von denen zwei durch einen Bombentreffer in die Tiefe gerissen worden waren, wurden wieder am Kirchturm aufgehängt.

Dort hängen sie als ein Mahnmal „Gegen den Abfall von der allein selig machenden Kirche" - heute aber vor allem als ein touristisches Spektakel.

Der Wiederaufbau der Kirche erfolgte rekonstruierend, nur die neugotische Sakristei wurde in modernen Formen neu gebaut.

Von 1929 bis 1933 war Clemens August Graf von Galen, der spätere Bischof von Münster und Kardinal, der Pfarrer der Gemeinde von St. Lamberti.

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Quelle:
Fotos: Copyright © 2007 Medienwerkstatt Mühlacker (MF)

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