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Der Mont Pelée – Die Entdeckung des Phänomens des pyroklastischen Stroms

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Der Mont Pelée ist ein 1397 Meter hoher Stratovulkan.

Er liegt auf der zu Frankreich gehörenden Insel Martinique im westindischen Ozean.

Die ersten Eruptionen des Mont Pelée fanden vor etwa 25.000 Jahren statt. Vulkanologen nehmen an, dass hier in den letzten 6000 Jahren 25 Eruptionen stattgefunden haben.

Die jüngsten Eruptionen ereigneten sich 1902-1905 und 1929-1932.

Am 8. Mai 1902 kam es hier zum verlustreichsten Ausbruch des 20. Jahrhunderts, der schätzungsweise 28.000 Menschen das Leben kostete und die damals schönste und größte Stadt auf der Insel namens Saint-Pierre völlig zerstörte.

Damit war es der tödlichste Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts.

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Ein weiterer Ausbruch am 10. August desselben Jahres fielen in der Stadt Morne-Rouge weitere 1.000 Menschen zum Opfer.

Heute ist Saint-Pierre nur noch ein kleiner Ort mit etwa 5.000 Einwohnern, in dem viele Ruinen noch immer an die Vulkankatastrophe erinnern.

Den Vorboten des Ausbruchs vom 8. Mai 1902 schenkten die Menschen nicht viel Aufmerksamkeit, da es ähnliche Aktivitäten bereits in den Jahren 1792 und 1851 gegeben hatte.

Als der Mont Pelée dann am 8. Mai gegen 8.00 Uhr ausbrach, verschwand die Stadt Saint-Pierre von der Landkarte.

Die Glutwolke raste mit mehr als 600 Stundenkilometern auf Saint-Pierre zu und erreichte die Stadt nach wenigen Minuten.

Durch die ungeheure Hitze wurde alles Brennbare in Brand gesetzt.

 

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Nur zwei Menschen überlebten. Einer davon, der Matrose Louis-Auguste Cyparis, saß gerade im Gefängnis und war durch die dicken Mauern geschützt.

Erste Untersuchungen begannen noch kurz nach dem Ausbruch.

So war die Katastrophe von St. Pierre jedoch zugleich ein Meilenstein in der Geschichte der damals noch neuen Wissenschaft: Der Vulkanologie.

Denn jener Ausbruch war in vielerlei Hinsicht so ungewöhnlich gewesen, so anders als alles, was Naturforscher bis dahin kannten. So wurde Martinique einige Jahre lang zur bedeutendsten Forschungsstelle von Vulkanologen.

Inzwischen gehört der Mont Pelée zu den am besten erforschten Vulkanen der Welt.

Heute bezeichnet man einen solchen Vulkanausbruch wie den des Mont Pelée als eine Peléanische Eruption - oder als einen Pyroklastischen Strom.

Eine solche Eruption ereignet sich, wenn die Lava eines Vulkans zu zähflüssig ist um abzufließen.

Sie bildet einen dicken Pfropfen, der im Krater stecken bleibt. Wenn dann das Magma aus der Tiefe nachdrängt, so schiebt sich ein Lavadom aus dem Krater.

Diese Lavasäule aber kann irgendwann einmal abbrechen. Dann kommt es zu einer Druckentlastung und die in der zähen Lava eingeschlossenen Gase entweichen explosionsartig. Sie reißen weiteres Material mit aus dem Lavadom.

In Sekundenschnelle entsteht eine Glutwolke, die mit der Geschwindigkeit eines Hurrikans als als glühend heiße Lawine den Hang hinabrast.

Zur Zeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass der St. Pierre wieder erwachen könnte.

Doch wenn er wieder ausbricht, wird das wohl in ähnlicher Weise verlaufen wie im Jahre 1902.

Nur werden dann nach aller Voraussicht die Menschen evakuiert sein, da heute ein Observatorium alle Vorgänge genau beobachtet, erforscht und überwacht.

Eine Katastrophe wie 1902 wird sich deshalb wohl (hoffentlich!) nicht mehr wiederholen.

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Quelle:
Karte: http://vulcan.wr.usgs.gov
Foto 1: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Pelee_1902_3.jpg?uselang=de
Photograph of the remains of St. Pierre by Angelo Heilprin (United States, 1853-1907),
http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain
Foto 2: http://www.volcano.si.edu/
Lee Siebert 2002

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