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Helen Keller – Eine taubblinde Schriftstellerin

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Helen Adams Keller wurde am 27. Juni 1880 in Tuscumbia, Alabama geboren.

Sie war zunächst ein ganz gesundes Kind, wurde aber im Alter von 19 Monaten schwer krank und verlor als Folge dieser Krankheit ihr Seh- und Hörvermögen. Bald darauf hörte sie auch auf, sich zu äußern.

Sie entwickelte Handzeichen, um mit ihrer Umgebung in Kontakt zu treten, hatte aber oft große Schwierigkeiten, sich zu verständlich machen.

Das führte zu immer heftigeren Wutanfällen, so dass sich ihre Eltern schließlich völlig verzweifelt um Hilfe für ihre Tochter bemühten.

Im März 1887 kam die 21jährige Lehrerin Anne Sullivan (später nach ihrer Heirat hieß sie Anne Macy) zur Familie Keller.

Sie hatte eine Ausbildung für das Unterrichten von blinden Kindern gemacht und bereits mit der taubblinden Laura Bridgeman gearbeitet, die auch als erste Taubblinde die Sprache erworben hatte.

Diese Art der Sprache war ein Fingeralphabet für Gehörlose, das in die Handfläche buchstabiert wurde.

Anne Sullivan ließ Helen Gegenstände berühren und buchstabierte ihr dann deren Namen gleichzeitig in die Hand.

Diesen Zusammenhang verstand Helen zum ersten Mal bei dem Wort „water" (Wasser).

Mit unendlicher Geduld brachte Anne Sullivan der kleinen Helen die Taubstummensprache und die 1825 von dem französischen Lehrer Louis Braille (1809-1852) entwickelte Blindenschrift bei.

Auch das Schreiben auf einer speziellen Schreibmaschine erlernte Helen Keller.

Lange Zeit jedoch konnte sich Helen nicht akustisch verständlich machen.

Die ersten Anfänge des Sprechens erlernte sie, indem sie ihre Finger auf den Kehlkopf ihrer Lehrerin legte, um dabei die Bewegungen wahrzunehmen.

Später erhielt Helen auch Unterricht bei dem Physiologen Alexander Graham Bell (1847-1922), der das erste brauchbare Telefon erfand (Patent 1876).

 

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Sie lernte auch die lautlichen Äußerungen von anderen Menschen, die weder das Fingeralphabet, noch die Brailleschrift beherrschten, durch das Abtasten der Lippenbewegungen zu verstehen.

 

Ab 1900 studierte Helen Keller am Radcliffe College in Boston und erlernte mehrere Fremdsprachen.

Sie arbeitete in der Blindenkommission von Massachusetts und anderen wohltätigen Organisationen.

Viele Vorträge führten sie um die ganze Welt, bei denen sie sich für die Rechte von unterdrückten Menschen (besonders den Schwarzen) einsetzte.

Später erhielt sie sogar die Ehren-Doktorwürden der Harvard-Universität.

Nach einem Schlaganfall im Jahre 1961 zog sie sich ganz aus der Öffentlichkeit zurück.

Helen Keller starb im Jahre 1968 im Alter von 88 Jahren in Westport (Connecticut).

Trotz ihrer Behinderung wurde Helen Keller eine erfolgreiche Schriftstellerin.

Durch den Kampf gegen ihr Schicksal hat die unzähligen Leidensgenossen Mut gemacht und setzte eine Reform der Blindenerziehung durch.

Sie erreichte auch die Einführung einer einheitlichen Blindenschrift.

Kurz vor dem Ende ihres ungewöhnlichen Lebens sagte Helen Keller: „Ich bin blind, aber ich sehe; ich bin taub, aber ich höre".

Helen Kellers Bücher haben einen stark autobiographischen Charakter. Damit wollte sie anderen Menschen, die das gleiche Schicksal wie sie haben, Mut machen.

 

Von Helen Keller stammen die Titel:

- „The story of my life" (1903, deutsch: „Geschichte meines Lebens", 1904)

- „Optimism" (1903, deutsch: „Optimismus", 1906)

- „The world I live in" (1908, deutsch: „Meine Welt", 1908)

- „Out of the dark" (1913, deutsch: „Dunkelheit", 1909)

- „My religion" (1927)

- „Helen-Kellers Journal" (1938)

- „Midstream. My later life" (1930)

- „Let us have faith" (1940)

- „Teacher Anne Sullivan Macy" (1956) und

- „The open door" (1957).

Über das Leben der Helen Keller und die Kunst wie sie ihr Schicksal gemeistert hat, gibt es viele Bücher und mehrere Verfilmungen.

Im Rahmen der seit dem Jahre 1999 nach und nach ausgegebenen Sonderserie der 25 Cent Münzen in den USA wurde auch Helen Keller besonders gewürdigt.

Auf der Rückseite der 25 Cent Münzen in Alabama sind außer ihrem Namen (in Standard- und in Brailleschrift) auch die Worte „spirit of courage" auf den Münzen zu lesen.

 

 

Quelle:
Fotos: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA
http://www.loc.gov/

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