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Australischer Kurzschnabeligel – Ein Eier legendes Säugetier

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Die Ameisenigel bilden zusammen mit dem Schnabeltier, dem einzigen anderen Säugetier dieser Art der Fortpflanzung, eine Familie eierlegender Säugetiere.

Insgesamt gibt es in der Ordnung dieser Kloakentiere nur noch drei lebende Arten: das Schnabeltier, den Langschnabeligel und den Australischen Kurzschnabeligel.

Diese Tiere gelten als primitive Säugetiere, da ihr Körperbau noch einige Reptilienmerkmale aufweist.

So wie auch die Reptilien legen sie Eier, was für Säugetiere eher ungewöhnlich ist. Abgesehen davon aber haben sie säugetierähnliche Merkmale wie Fell und Milchdrüsen.

Ameisenigel kommen in Australien und auf Neuguinea vor.

Der Kurzschnabeligel ist über weite Teile Australiens verbreitet. Die Langschnabeligel hingegen sind nur auf Neuguinea heimisch.

Der Kurzschnabeligel hat einen gedrungenen Körper, der auf dem Rücken und an der Seite mit dichten bis zu 60 Millimeter langen Stacheln besetzt ist. Er ähnelt einem Igel, ist mit ihm aber nicht näher verwandt.

Sein Fell ist bräunlich oder schwarz gefärbt. Manchmal sind seine Haare auch so lang, dass die Stacheln darunter verborgen sind. Er hat eine Kopfrumpflänge von 35 bis 53 Zentimetern und ein Gewicht von 2,5 bis sieben Kilogramm. Die männlichen Tiere sind in der Regel etwas größer und schwerer als Weibchen.

 

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Der kurze und stummelförmige Schwanz ist an der Oberseite mit Stacheln bedeckt, an der Unterseite ist er nackt.

Wie bei den anderen Kloakentieren auch münden Ausscheidungs- und Geschlechtsorgane des Kurzschnabeligels in einer gemeinsamen Öffnung, der Kloake.

Die Körpertemperatur liegt bei durchschnittlich 31° bis 33 °C. Sie ist vergleichbar mit der des Schnabeltiers und liegt damit deutlich niedriger als bei den meisten anderen Säugetieren.

An der Spitze seiner gehaarten Schnauze hat der Kurzschnabeligel einen spaltförmigen Mund, aus dem er seine Zunge 15 bis 18 cm herausstrecken kann. Sie ist mit einem klebrigen Schleim bedeckt, an dem die aufgeleckten Insekten gut haften bleiben. Ameisen, Termiten und andere kleine wirbellose Tiere bilden die Hauptnahrung des Kurzschnabeligels.

Er zerquetscht seine Nahrung zwischen den Hornleisten in seinem Maul, denn er hat keine Zähne.

Kurzschnabeligel haben kurze, stämmige und kräftige Gliedmaßen, die jeweils in fünf mit kräftigen Krallen versehenen Zehen enden. Bei den Männchen befindet sich an den Fußgelenken je ein Hornstachel, der zur Verteidigung dient. Im Gegensatz zu den Schnabeltieren ist in diesem Stachel jedoch kein Gift enthalten.

Kurzschnabeligel sind ziemlich anspruchslos, was ihren Lebensraum betrifft. Sie können überall dort leben, wo sie genügend Nahrung finden. So kommen sie sowohl in den Wüstenregionen im Inneren Australiens, als auch in Waldgebieten und Parklandschaften vor.

Als Ruheplätze können ihnen neben hohlen Baumstämmen auch Felsspalten, Baumwurzeln oder kleine Erdhöhlen dienen. Sobald sie sich bedroht sehen, verschwinden sie in Windeseile unter der Erde.

Die Kurzschnabeligel sind dämmerungsaktive Tiere, die vorwiegend am frühen Morgen und am frühen Abend auf Nahrungssuche gehen.

Aufgrund der mangelnden Fähigkeit ihre Körpertemperatur zu regulieren, sind sie nur bis maximal 32 °C Außentemperatur aktiv. Wenn es ihnen zu kalt wird verfallen sie in eine Art Kältestarre, die man mit einem Winterschlaf oder einer Winterruhe vergleichen könnte.

Außerhalb der Paarungszeiten, die meistens im Juli oder August stattfinden, leben die Kurzschnabeligel als Einzelgänger.

Drei bis vier Wochen nach der Paarung legt das Weibchen in der Regel nur ein Ei, das etwa weintraubengroß ist. Unmittelbar nach dem Legen befördert es das Ei in einen Beutel am Unterbauch, der sich schon vor dem Legen des Eis dort gebildet hat. Hier wird das Ei sieben bis 10 Tage ausgebrütet. Wenn das Junge schlüpft, ist es völlig nackt, blind und hilflos und nur etwa 15 Millimeter lang.

Das Jungtier ernährt sich von der Milch, die das Muttertier produziert. Es hat aber keine Zitzen so wie andere Säugetiere, sondern die Milch läuft an den Milchdrüsen herab. Bis zum Abschluss seiner Entwicklung bleibt das Jungtier im Beutel der Mutter, den es verlassen muss, wenn ihm die ersten Stacheln wachsen.

Nun ist es bereits 15 bis 21 cm groß, wird aber von der Mutter auch weiterhin gesäugt. Im Alter von etwa sieben Monaten wird es entwöhnt und ist mit rund einem Jahr so selbständig, dass es sich allein ernähren kann.

Die Geschlechtsreife tritt bei den Kurzschnabeligeln mit rund ein bis zwei Jahren ein. Die Tiere können älter als 20 Jahre werden.

 

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Quelle:
Foto 1 und 2: http://www.australian-wildlife.com/
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Foto 3: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Echidna_short_beaked.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License

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