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Alfred Wegeners Kontinentalverschiebungstheorie

Die Idee kommt Alfred Wegener im Jahre 1910 "unter dem unmittelbaren Eindruck von der Kongruenz der atlantischen Küsten".

1911 bekommt er zufällig ein Sammelreferat, dabei handelt es sich vermutlich um die Abhandlung von W.Keilhack "Alte Zeiten der Erde" (in: Himmel und Erde 7 [1895], S.249-261), in die Hand, das die Ähnlichkeit in der Fauna der beiden südatlantischen Kontinente beschreibt, und sucht nun alle erreichbare Literatur über dieses Thema zusammen. 1912 tritt er mit seiner Theorie erstmals an die Öffentlichkeit.

In einem Vortrag vor der Hauptversammlung der Geologischen Vereinigung in Frankfurt erläutert er am 6. Januar 1912 seine "Neuen Ideen über die Herausbildung der Großformen der Erdrinde auf geophysikalischer Grundlage".

1915 erscheint sein Hauptwerk "Die Entstehung der Kontinente und Ozeane" in der 1. Auflage. Bis zu seinem Tod überarbeitet und erweitert er dieses Werk dreimal (1920, 1922, 1929).

Wegener geht in seiner Theorie von einem Urkontinent aus, bestehend aus einer "Sialschicht" (Gneis oder Granit), der auf dem darunter liegenden Erdmantel, der "Simaschicht", schwimmt.

Aus einem Urkontinent "Gondwana" hätten sich im Laufe der Erdgeschichte durch Auseinanderdriften der Urscholle die verschiedenen Kontinente und Ozeane gebildet.

Diese Theorie würde auch die Rätsel der Klimata der geologischen Vorzeit entwirren (vgl. Köppen/Wegener: "Die Klimate der geologischen Vorzeit", 1924).

Ungeklärt ist bei Wegener allerdings der Motor der verschiebenden Kräfte. Insofern findet seine Theorie zu seinen Lebzeiten nur wenig Anerkennung.

Erst in den 60er Jahren, durch neuere Erkenntnisse in der Meeresforschung, setzt sie sich im erweiterten Modell der Plattentektonik durch und ist heute nahezu weltweit akzeptiert.

Die moderne Theorie der Plattentektonik ist in einigen Punkten gegenüber Wegeners Theorie entscheidend weiterentwickelt worden: Die Kontinente verschieben sich nicht direkt, sondern driften auf Lithosphärenplatten.

Die Ozeanböden sind mit der Lithosphäre - das ist die bis in circa 100 Kilometer Tiefe reichende Gesteinshülle der Erde, die die Erdkruste sowie den oberen Bereich des Erdmantels umfasst - fest verbunden.

Die Kontinente sind nicht als eine Vielzahl schwimmender Einzelschollen zu verstehen, sondern es gibt zahlreiche Lithosphärenplatten (neben mehreren kleinen werden sechs große unterschieden: die Afrikanische, Amerikanische, Antarktische, Eurasische, Indisch-Australische und Pazifische Platte), die den gesamten Erdball überdecken.

Sie schwimmen regelrecht auf der fließfähigen Unterlage des oberen Erdmantels, der so genannten Astenosphäre.

Die ozeanische Kruste und damit auch die Ozeane entstehen, indem durch "sea-floor-spreading" neue Lithosphäreplatten gebildet werden.

Dabei wird in so genannten Subduktionszonen in von den großen mittelozeanischen Schwellen ausgehenden Öffnungen der Erdkruste durch Vulkanismus und starke Wärmestrahlung ständig neue ozeanische Erdkruste gebildet.

Die aus dem Erdmantel herausdrängende Materie erstarrt an der Oberfläche in Form einer Erhöhung. Auf dieser gleitet die Erdkruste wie auf einer schiefen Ebene ab und schiebt so zum Beispiel im Atlantik die Kontinentalplatten vor sich her oder aber schiebt sich - wie an den Rändern des Pazifiks - unter die angrenzenden Erdteile.

Die fortlaufenden Bewegungen des Erdmantels und die damit einhergehende Veränderung der Ozeane erklären somit die Kontinentaldrift.

Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von:
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft
Am Handelshafen 12
27570 Bremerhaven
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E-Mail: info@awi.de
Website: http://www.awi.de

Weitere Informationen zur Kontinentalverschiebung:
kartoweb.itc.nl/gondwana/gondwana_small.html

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