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- Graugänse

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Die Graugans ist die häufigste und zugleich verbreitetste europäische Gänseart.

Abgesehen von der Kanadagans ist die Graugans auch die größte Gans, die in Europa vorkommt.

Graugänse sind die wilden Vorfahren unserer Hausgänse.

Das Verbreitungsgebiet der Graugänse erstreckt sich von Island bis nach Westsibirien und von Portugal und Nordafrika bis in den Iran und nach Afghanistan.

 

Die Graugänse sind Zugvögel, die im Winter in den Süden ziehen.

In den letzten Jahrzehnten ist allerdings zu beobachten, dass sie immer weiter im Norden überwintern und so teilweise zu Standvögeln werden.

 

Der Lebensraum der Graugänse liegt an Binnengewässern (Flüssen und Seen - aber auch Sumpfgebieten), die dicht mit Schilf und Binsen oder von Bäumen umgeben sind, so dass die Tiere Schutz beim Brüten finden.

Doch auch auf geschützten Seen in Parks sind die Graugänse immer häufiger anzutreffen.

 

Für ihre Nahrungssuche ist es wichtig, dass sich in der Nähe dieser Feuchtgebiete Äcker und Wiesen befinden. Hier kann man die Graugänse gut beobachten, wenn sie auf die Suche nach Futter gehen.

Graugänse erreichen eine Gesamtlänge von 75-80 cm. Die Männchen haben ein Gewicht von etwa 3 bis 4 kg, während die Weibchen etwa 2,5 bis 3,5 kg wiegen. Ihre Flügelspannweite beträgt je nach Größe zwischen 147 bis 180 cm.

Abgesehen von der Größe sind die Männchen und Weibchen an äußeren Merkmalen so gut wie gar nicht zu unterscheiden.

Die Graugänse haben ein helleres Gefieder als andere graue Gänse. Der Hals wirkt ziemlich dick und sieht durch die streifige Anordnung der Federn leicht längsgestreift aus.

Die Vorderflügel sind auffallend hell- bis silbergrau. Auf der Unterseite des Gefieders sind mehr oder minder stark ausgeprägte schwarze Flecken.

Der kräftige und keilförmige Schnabel ist recht groß und klobig.

Bei den östlichen Graugänsen ist er rosafarben, während die westlichen Graugänse einen blass orangefarbenen Schnabel aufweisen.

 

Die Graugänse ernähren sich von Land- und Wasserpflanzen wie zum Beispiel Gräsern, Stauden, Samen, Zwiebeln und Kräutern. Doch auch Löwenzahn und Klee sowie Wurzeln und Beeren stehen auf ihrem Speiseplan.

Meistens suchen sie sich ihre Nahrung weidend an Land, doch man sieht sie auch schwimmend und gründelnd.

 

Außerhalb der Brutzeit leben Graugänse sehr gesellig und kommen oft in großen Schwärmen vor.

Graugänse können sich hauptsächlich an ihrem Ruf erkennen. Auf großen Rastplätzen herrscht daher oft ein reges Rufen und Treiben, das dem Wiederfinden der Familienmitglieder dient.

Sie sind sowohl tag- und nachtaktive Tiere. Bei längeren Flügen bilden sie V-förmige Flugformationen.

Graugänse können sich mit kraftvollen Flügelschlägen direkt von der Wasserfläche erheben und erreichen im Flug eine Geschwindigkeit von bis zu 90 Kilometern pro Stunde.

Kurz vor und während der Brutzeit sondern sich die Paare ab und sind dann gegenüber ihren Artgenossen auch recht aggressiv.

 

zeigen sie eine große Partnertreue und leben in der Regel in einer Dauerehe.

Nur, wenn sie ihren Partner verlieren, paaren sie sich neu.

Die jungen Grauganspaare finden sich bereits in ihrem ersten Winter, obwohl sie dann noch nicht geschlechtsreif sind. Sie leben zunächst noch einen oder zwei Sommer als „Verlobte" zusammen, ehe sie sich zum ersten Mal paaren und brüten.

 

Die Nester errichten die Graugänse an schwer zugänglichen Stellen. Sie können einzeln, aber auch in lockeren Kolonien beisammen liegen.

Ein Graugansnest ist bis zu 25 Zentimeter hoch und kann einen Durchmesser von 65 Zentimetern haben. Die Nestmulde kleiden die Gänse mit feinen Halmen, zerfaserten Halmteilen und mit Daunenfedern aus.

Zwischen Mitte März und Ende April legt das Weibchen im Abstand von einem Tag die Eier ab.

Ein Gelege besteht aus 4 bis 9 glanzlosen, weißen Eiern. Mit der Bebrütung beginnt das Weibchen erst nach der Ablage des letzten Eis.

Während das Weibchen die Eier allein bebrütet, wacht das Männchen - in genügender Entfernung vom Nest - um es nicht zu verraten. Wenn sich ein Feind nähert, dem sich das Grauganspaar gewachsen fühlen, so verteidigen sie ihre Brut mit lautem Zischen, Beißen und heftigem Flügelschlagen.

Während der Brutzeit füllt sich das Nest mit Dunen, mit denen das Weibchen die Eier zudeckt. So kann es zum Fressen, Putzen und Baden auch zeitweise das Gelege verlassen.

Die Bebrütung dauert 27 bis 29 Tage. Die frisch geschlüpften Jungen bleiben etwa 24 Stunden im Nest.

In den ersten 12 Stunden ihres Lebens lernen sie das Bild ihrer Eltern kennen und folgen von diesem Zeitpunkt an nur ihnen.

Dieses Lernen in einer kurzen offenen Zeit bezeichnet man als Prägung.

 

Die Jungen werden von beiden Eltern betreut und von ihnen auf angrenzendes Weide - und Wiesenland geführt. Ihre Flugfähigkeit erlangen sie nach 50 bis 60 Tagen.

Eine Graugansfamilie bleibt bis zur nächsten Brutperiode im Familienverband zusammen.

Graugänse können ein Alter von bis zu 17 Jahren erreichen.

Bekannt geworden sind die Graugänse besonders durch die Studien von Konrad Lorenz über das Verhalten der Prägung.

Schlüpfende junge Graugänse erkennen das Lebewesen, das sie als erstes sehen und mit dem sie bereits durch die Eischale Kontakt aufgenommen haben als „Mutter" an und folgen ihm überall hin - auch wenn es sich bei diesem Lebewesen um einen Menschen handelt!


 

 

Quelle:
Fotos: Copyright © 2008 GSM Grundschulmaterial Verlagsgesellschaft mbH (MF)
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