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Was gehn den Spitz die Gänse an (Robert Reinick)

Abb

 

Was gehn den Spitz die Gänse an

Es war einmal ein kleiner Spitz,
der glaubt, er wär zu allem nütz,
und kam ihm etwas in die Quer,
da knurrt und brummt und bellt er sehr.

Nun wackelt einst von ungefähr
Frau Gans mit ihrem Mann daher,
und vor den lieben Eltern wandern
die Kinderchen, eins nach dem andern.

Und wie sie um die Ecke biegen,
da schreien alle voll Vergnügen:
„Seht doch die Pfütze da! Kommt hin!
Wie herrlich muss sich's schwimmen drin!"

Das sieht Herr Spitz und bellt sie an:
„Weg da! Weg da! Nun seht doch an!
Wie könnt ihr euch nur untersteh'n,
ins Wasser so hinein zu geh'n?

Wenn ich nicht wär dazugelaufen,
ihr müsstet jämmerlich ersaufen!"
Das macht der alten Gans nicht bange:
sie zischt ihn an wie eine Schlange.

Da zieht mein Spitz sein Schwänzchen ein
und lässt die Gänse Gänse sein;
doch knurrt er noch im vollen Lauf:
„Nun wer ersaufen will, ersauf!"

Die Gänse aber, trotz dem Spitze,
sie schwelgen recht in ihrer Pfütze;
und immer noch aus weiter Fern
hört bellen man den weisen Herrn.

Bell er, soviel er bellen kann!
Was geh'n den Spitz die Gänse an?

Robert Reinick (1805 - 1857)

 

 

 

Quelle:
Fotos: Copyright © 2008 Medienwerkstatt Mühlacker (MF)

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