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Ein Gänschen (Clemens Brentano)

Abb

Ein Gänschen

Ein Gänschen auf dem Teppich stand
In Erdmannsdorf gar wohl bekannt
Es war ein herzig Gänschen
Ein fremder Maler kam dahin,
Mit schwarzem Bart und leichtem Sinn
Dahin, dahin,
Nach Erdmannsdorf er ging.

Ach! denkt das Gänschen, wär ich nur
Die schönste Gans in der Natur,
Ach! Nur ein kleines Weilchen.
Bis mich der Maler hätt gemalt,
Ich ihn durch einen Kuss bezahlt,
Mit meinem, mit meinem,
Mit meinem breiten Schnabel.

Ach! Aber ach! der Maler kam
Und nicht in acht das Gänschen nahm,
Er trat das arme Gänschen.
Es fuhr schnell auf und flatterte,
Sperrt auf den Schnabel und schnatterte:
Und tritts du mich, so schnattr' ich doch
Für dich, für dich
Du schwarzer Rabe doch.

Clemens Brentano (1778 - 1842)

 

 

Quelle:
Fotos: Copyright © 2008 Medienwerkstatt Mühlacker (MF)

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