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Die dumme Gans (August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

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Die dumme Gans

„Ich habe mich so schön geschmückt
Mit einem bunten Kranz:
Wie wär' ich doch so hoch beglückt,
Käm' einer jetzt zum Tanz
Und wollte springen einen Reih'n
Beim Klang der Pfeifen und Schalmei'n,
Juchhe, juchhe! Mit mir!"

So singt die Gans und hüpft und springt
Und wirft sich in die Brust;
Doch weil sie weiter nichts erringt,
Ist halb nur ihre Lust:
Sie tanzet ja im Sonnenschein
Mit ihrem Schatten nur allein,
O weh, o weh! Allein.

Da huscht ein Füchslein aus dem Hag,
Eilt nach dem Gänslein hin
Und spricht: „Ei, schönen guten Tag!
Grüß Gott, Frau Nachbarin!
Wie steht so schön doch dir der Kranz!
Willst du nicht machen einen Tanz,
Juchhe, juchhe! Mit mir?"

Sie springen hin, sie springen her,
Gar lustig geht der Tanz:
„Ach, wenn ich so geschmückt doch wär'!
Komm, reich mir deinen Kranz!"
Doch als sie ihren Kranz ihm bot,
Da beißt der Fuchs das Gänslein tot,
O weh, o weh! Die Gans.

Drum wisse, was und wo du bist,
Begehrst du froh zu sein,
Und was mal deines Amts nicht ist,
Da stell den Fürwitz ein,
Sonst kann es leider auch gescheh'n,
Und wie der Gans so wird's ergeh'n,
O weh, o weh! Auch dir!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

 

 

Quelle:
Fotos: Copyright © 2008 Medienwerkstatt Mühlacker Verlagsgesellschaft mbH und deren Lizenzgeber. Alle Rechte vorbehalten.

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