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Der Eisbär 

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Der Eisbär, der auch als Polarbär bezeichnet wird, ist - nach den Kodiakbären, der mit Abstand größten Unterart der Braunbären - das zweitgrößte lebende Landraubtier.

Die Eisbären sind eng mit den Braunbären verwandt.

 

Verbreitung und Lebensraum

Eisbären leben ausschließlich im Polargebiet. Hier leben sie vor allem auf dem küstennahen Packeis der Arktis, welches das Polarmeer rund um den Nordpol bedeckt.

In der Nähe der Eisschollen finden sie gute Bedingungen - wie etwa offenes Wasser vor - um auf die Robbenjagd zu gehen und ihre Schneehöhlen zu bauen.

Während des Winters, wenn sich die polaren Eiskappen ausdehnen, wandern die Eisbären über die weiten Packeisfelder in Richtung Süden, weil sie dort viele Beutetiere finden.

Wenn der Sommer zurückkehrt, wandern die Tiere wieder nach Norden.

Bedingt durch die Klimaveränderung und die damit verbundene Eisschmelze im Polarmeer können die Eisbären ihre Wanderungen wegen der fehlenden Eisschichten nicht durchführen und viele - ganz besonders junge - Tiere verhungern.

Da die Eisbären früher wegen ihres schönen Fells von Pelzjägern und Walfängern gnadenlos bejagt wurden, waren die schönen Bären in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts fast ausgerottet.

Durch das internationale Artenschutzabkommen von 1973 wurde festgelegt, dass Eisbären nur noch in Alaska, Kanada und Grönland von den Inuit (Eskimos) für den Eigenbedarf gejagt werden dürfen.

Derzeit leben nach Schätzungen weltweit etwa 20.000 bis 25.000 Eisbären.

Man befürchtet allerdings, dass diese Zahl in den nächsten Jahren durch die globale Erderwärmung, durch die Verschmutzung der Meere und die zunehmende Schifffahrt weiter abnehmen wird.

Deshalb wird der Eisbär seit dem Jahre 2006 in der Kategorie „gefährdet" auf der Roten Liste der Internationalen Naturschutzunion geführt.

 

Aussehen

Die erwachsenen männlichen Eisbären erreichen im Durchschnitt eine Kopf-Rumpf-Länge von 2,40 bis 2,60 Metern. In Einzelfällen werden sie sogar bis zu 3,40 Meter lang. Ihr Gewicht beträgt durchschnittlich etwa 400 bis 600 Kilogramm.

Die Weibchen sind mit einer durchschnittlichen Kopf-Rumpf-Länge von 1,90 bis 2,10 Meter kleiner als die Männchen. Ihr Körpergewicht liegt etwa zwischen 150 und 300 Kilogramm.

Die Eisbären unterscheiden sich von anderen Bärenarten durch ihren vergleichsweise langen Hals und den kleinen und flacheren Kopf.

Ihre Augen sind verhältnismäßig klein. Die Ohrmuscheln sind rund und nach vorne aufgerichtet.

Die Eisbären sind wie alle Bären Sohlengänger.

Sie verfügen über lange und kräftige Vorderbeine. Ihre großen Vordertatzen sind mit Schwimmhäuten versehen, was sie zu hervorragenden Schwimmern macht.

Die Hintertatzen dienen den Eisbären beim Schwimmen als Steuerruder.

An allen vier Pfoten befinden sich jeweils fünf nicht einziehbare Krallen.

Besonders der Geruchssinn der Eisbären ist ungewöhnlich gut ausgebildet und ermöglicht es ihnen einzelne Robben in Robbenhöhlen unter dem Eis wahrzunehmen.

Das dichte, ölige und wasserabweisende Fell der Eisbären hat eine gelblich-weiße Färbung und ermöglicht ihnen eine hervorragende Tarnung.

Die äußeren Fellhaare des Eisbären sind innen hohl, was außer der dicken Fettschicht für eine gute Wärmeisolierung sorgt.

Bis auf die Nasenspitze und die Fußballen bedeckt dieses dichte Fell den gesamten Körper des Eisbären.

Selbst seine Fußsohlen sind stark behaart, was eine wichtige Anpassung an die arktischen Verhältnisse darstellt. Das dient sowohl dem Kälteschutz und verhindert auch das Ausrutschen auf dem Eis.

Die Haut unter dem Fell ist schwarz gefärbt, um möglichst viel Wärme aufnehmen zu können.

So können sich die Eisbären auch über längere Zeit im polaren Eiswasser aufhalten, ohne dass ihr Körper auskühlt.

Der winzige Schwanz der Eisbären ist sehr kurz und kaum sichtbar.

 

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Lebensweise

Eisbären sind typische Einzelgänger, die meistens nur zur Paarungszeit andere Bären aufsuchen.

An Land bewegen sich die tagaktiven Tiere bedächtig und ausdauernd. Sie wandern bei ihren täglichen Streifzügen stundenlang und legen am Tag oft Strecken von 80 km zurück.

Über kurze Strecken können die Eisbären sehr schnell laufen, doch sie sind nicht in der Lage, hohe Geschwindigkeiten lange durchzuhalten.

Denn der wasserdichte, weiche Pelz wärmt die Eisbären nicht nur, sondern produziert auch Wärme. Durch die Haare wird das Sonnenlicht bis auf die dunkle Haut geleitet, die es in Wärme umwandelt.

Bei großen Laufgeschwindigkeiten haben die Eisbären daher schnell eine erhöhte Körpertemperatur und fangen trotz der kalten Außentemperaturen schnell an zu schwitzen.

Eisbären können hervorragend schwimmen und tauchen, doch sie jagen üblicherweise nicht im Wasser nach ihrer Beute.

Im Gegensatz zu anderen Bärenarten halten die Eisbären keinen Winterschlaf oder eine Winterruhe, da ihnen gerade der Winter besonders gute Bedingungen für die Robbenjagd bietet.

Nur bei extremen Wetterverhältnissen lassen sie sich einschneien, um sich vor starken Schneestürmen und Blizzards zu schützen. Schneehöhlen hingegen werden nur von den trächtigen Weibchen benutzt.

Nahrungssuche und Ernährung

Der Eisbär ist unter den vielen Bärenarten der einzige fast ausschließlich Fleisch fressende Bär.

Zu seiner Hauptnahrung gehören Robben, Fische und Seevögel. Doch Eisbären fressen auch kleine Säugetiere, Vogeleier und Aas. Im arktischen Sommer ernähren sich Eisbären vereinzelt auch von pflanzlicher Kost wie zum Beispiel Beeren und Blättern von Tundrapflanzen.

Gut genährte Eisbären fressen von der erlegten Beute nur die Haut und den Speck. Den Rest ihrer Beute lassen sie häufig für Polarfüchse und schwächere Bären zurück.

Zu den Hauptbeutetieren der Eisbären gehören die Ringelrobbe und die Bartrobbe.

Es gelingt den Eisbären nur selten, die Robben im offenen Wasser zu erbeuten.

Während des Winters hingegen haben die Eisbären auf den Packeisfeldern an Eisspalten beste Jagdbedingungen.

Sie legen sich mit großer Geduld an den Atemlöchern der Robben auf der Lauer, um sie bei deren Auftauchen blitzschnell mit den riesigen Pranken zu ergreifen und aus dem Wasser zu ziehen.

Durch sein helles Fell ist der Eisbär gut getarnt und an die Umgebung angepasst und wird von seinen Beutetieren unterhalb des Wasserspiegels kaum entdeckt.

Mit ihrem gut ausgeprägten Geruchssinn finden Eisbären aber auch Robbenhöhlen, die sich tief in der Schneeschicht auf dem Eis befinden.

Mit tief herabgesenktem Kopf sucht der Eisbär die Schneeflächen ab und wittert die Robbenhöhlen noch durch Schneeschichten von mehr als einem Meter.

Mit seinen schweren Tatzenhieben kann er die Robbenhöhle eindrücken und die Robben haben so keine Möglichkeit mehr zu flüchten. Die Eisbären erlegen ihre Beute durch den blitzschnellen Zugriff mit ihren scharfen Zähnen und ihren mächtigen Pranken.

Man geht davon aus, dass ein Eisbär in einem Jahr durchschnittlich 60 bis 80 Robben erlegt.

Fortpflanzung

Die Eisbären werden etwa im Alter von fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif.

Die Paarung erfolgt im Frühjahr. Die Einnistung und Entwicklung des befruchteten Eies ruht jedoch zunächst, so dass die Zeit von der Befruchtung bis zur Geburt etwa acht Monate dauert.

Durch diesen natürlichen Schutzvorgang wird sichergestellt, dass die Mutter und das Jungtier den Winter überleben können. Sollte das Weibchen im Sommer nicht genügend Nahrung gefunden haben und zu sehr ausgehungert sein, wird das Ei vom Körper resorbiert.

Wenn eine Eisbärin trächtig wird, gräbt sie sich etwa einen Monat vor der Geburt eine Schneehöhle, in der sie überwintert und im Januar ihre Jungen zur Welt bringt.

Meistens werden zwei junge Eisbären geboren, die eine Körperlänge von oft weniger als 30 cm haben und im Durchschnitt 600 Gramm wiegen.

Die zunächst noch blinden und tauben kleinen Eisbären werden von ihrer Mutter voll gesäugt und wachsen sehr schnell. Ihre Augen öffnen sie innerhalb des ersten Monats nach der Geburt.

Zwei Monate, nachdem sie geboren wurden, verlassen die Jungen erstmalig ihre Geburtshöhle und haben zu diesem Zeitpunkt bereits ein Gewicht von etwa 10 bis 15 Kilogramm.

Eine Eisbärmutter geht mit ihren Jungen den anderen Eisbären grundsätzlich aus dem Weg, da die erwachsenen Tiere sich vereinzelt auch an jungen Eisbären vergreifen und sie reißen und fressen.

Junge Eisbären werden etwa 20 Monate lang gesäugt, beginnen aber im Alter von 3 bis 4 Monaten damit, auch von der Beute der Mutter zu fressen.

Durch den hohen Fettanteil in der Muttermilch und den Robbenspeck aus der Jagdbeute der Mutter wiegen die Jungen innerhalb von 8 Monaten bereits 50 kg.

Sie verbringen ihre ersten beiden Lebensjahre noch bei der Mutter.

Während dieser Zeit erlernen sie von ihrer Mutter das Jagdverhalten, bis sie schließlich von ihr verlassen werden.

Nur etwa die Hälfte aller Jungtiere übersteht die ersten fünf Jahre unter den harten Lebensbedingungen in der Arktis.

Eisbären können ein Alter von ungefähr 20 bis 25 Jahren erreichen.In Gefangenschaft können sie bis zu 45 Jahre alt werden. Bei einer Lebenserwartung von etwa 20 Jahren bekommt ein Weibchen in seinem Leben nur etwa vier- bis sechsmal Junge.

Wegen dieser langsamen Nachzuchtrate sind die Eisbären, die keine natürlichen Feinde im Tierreich haben, sehr anfällig auf die Bejagung durch die Menschen.

 

Quelle:
Fotos: U. S. Fish and Wildlife Service / http://www.fws.gov/
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