Kategorie:  Alle    Mensch und Gemeinschaft     Sterben und Vergänglichkeit     Klassische Gedichte   

Trauer (Luise Büchner)

Abb

Trauer

Traurig, traurig, o das bist du sehr,
Armes Herz, so freudenlos und schwer!
Doch warum, warum darf ich nicht fragen,
Keine Antwort weißt du mir zu sagen.

Weiß der Himmel, warum über ihn
Düstre Wolkenschleier trauernd zieh'n,
Und die Blume, die erst aufgesprossen,
Warum sie der Tod so schnell geschlossen?

Weiß der lächelnd heit're, junge Tag,
Der nur Glück und Freude spenden mag,
Warum kraftlos er muss still erbleichen,
Wenn sich nächt'ge Schatten auf ihn neigen?

Weiß die Erde, die in Frühlingspracht,
Wie ein Kind so hold und lieblich lacht,
Warum bald in Winters eis'gem Wehen
Ihre süße Schönheit muss vergehen?

Armes Herz und willst du mehr denn sein,
Als der Frühling und der Sonnenschein?
Alles Heitre sinkt zum frühen Sterben,
Allem Schönen nahet das Verderben.

Ew'ge Trauer ist Gesetz der Welt,
Nur im Wechsel ist ihr Lust gesellt,
Und je mehr zum Schönen du erkoren,
Um so tiefer wird sie dich durchbohren!

Luise Büchner (1821-1877)

 

 

Quelle:
Foto: Copyright © 2008 GSM Grundschulmaterial Verlagsgesellschaft mbH (MF)
www.grundschulmaterial.de

  Kategorie:  Alle    Mensch und Gemeinschaft     Sterben und Vergänglichkeit     Klassische Gedichte   



Grundschulmaterial.de Lernwerkstatt 10 Der Deutsche Kindersoftwarepreis TOMMI 2012 geht an PUSHY!


www.medienwerkstatt.de
Diese Seiten werden kostenlos für Kinder
von der Medienwerkstatt Mühlacker produziert

Copyright © 2004-2022 Medienwerkstatt Mühlacker Verlagsges. mbH. Alle Rechte vorbehalten

Mitglied bei seitenstark.de

Wir sind Mitglied