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Tagesprotokoll eines Schornsteinfegers

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Hallo, ich heiße Horst Jensen und bin 38 Jahre alt. Ich bin Bezirksschornsteinfeger. Gestern war ich in meinem Bezirk unterwegs, mitten in der Stadt.
Es war ein abwechslungsreicher Arbeitstag. Am Vormittag Gas messen und am Nachmittag Ruß entfernen.

7:00 Uhr: Im Betrieb
Meistens fahr ich mit der Straßenbahn zur Arbeitsstelle. Das schont die Umwelt und spart Nerven in den morgendlichen Staus. Um 7 Uhr komm ich dort an. Sofort schlüpfe ich in die Arbeitskleider. Meine Messkleidung war gestern Vormittag ein ganz normaler Overall.
Als Erstes prüfe ich meine Gasmessgeräte, und stelle fest, ob alles funktioniert. Diese Geräteprüfung ist wichtig, denn meine Messungen müssen sehr genau sein. Es geht ja um den Schutz der Umwelt und um die Sicherheitsgarantie bei den Kunden. Dann stieg ich in den Dienstwagen und fuhr los.

7:30 - 9:00 Uhr: Abgasmessung bei Frau Weber
Frau Weber erwartete mich schon an der Haustüre. Sie wusste Bescheid, dass ich komme, denn jeden Besuch muss ich vorher ankündigen. Ich kann nicht einfach los und klingeln und sagen: "Hallo hier ist der Schornsteinfeger."
Die Gastherme hängt im Bad. Ich bat Frau Weber, alle Türen und Fenster zu schließen. Die Messwerte dürfen nicht durch Luftzufuhr verändert werden. Zur Überprüfung lief die Gastherme drei Minuten. Und danach wurde es spannend. Frau Weber war schon richtig aufgeregt:
"Ziehen die Abgase richtig ab? Tritt Gas aus? Ist auch alles OK?"

Die gemessenen Werte setze ich bei allen Gasprüfungen in eine Formel ein und berechne den Abgasverlust. Frau Weber konnte beruhigt sein. Ihre Werte waren in Ordnung

9:00 - 10:45 Uhr: Nicht alle sind glücklich, wenn ich komme
Der nächste Kunde, Herr Rapp, ein pensionierter Polizeibeamter, hat in seiner Wohnung neue Fenster einbauen lassen. Er wollte alles sehr dicht haben um Wärmeverluste beim Heizen zu verringern. Bei meinen Messungen stellte ich allerdings fest, dass jetzt die Belüftung nicht mehr ausreicht. Ich erklärte ihm, dass er in die Flurtüre einen Luftschlitz einbauen muss. Herr Rapp war nun natürlich ziemlich sauer, weil das Geld kostet. Die Diskussion mit Herrn Rapp hat mich Zeit gekostet, so dass ich mich danach beeilen musste.

10:45 - 12:00 Uhr: Der nächste Termin
Gegen 11 Uhr stand ich vor der Tür des nächsten Kunden. Ich läutete mehrfach - doch nichts tat sich. Die Rolläden waren alle geschlossen. Obwohl ich den Termin frühzeitig angekündigt habe, war niemand zu Hause. "Das wird mal wieder teuer", dachte ich. Wenn der Kunde nämlich keine vernünftige Erklärung für seine Abwesenheit hat, muss er meinen Besuch trotzdem bezahlen.
Doch plötzlich klingelte mein Handy.
Frau Grimme war am Apparat und wollte ihren Termin für morgen absagen. Da ich jetzt Zeit hatte schlug ich ihr vor, den Termin einfach auf sofort zu verlegen. Sie war zuhause und somit konnte ich kommen. Ich fuhr zu ihr hin und erledigte die Gasmessung. Die Messwerte waren nicht optimal, aber weil Frau Grimme ohnehin eine neue Heizanlage mit Solarunterstützung plant, drückte ich ein Auge zu. Im Herbst fahre ich aber nochmals zur ihr hin und kontrolliere das. Ein Blick auf meine Uhr zeigte kurz vor 12. - Zeit für eine Pause. Ich fuhr also zurück in der Betrieb und machte 30 Minuten Mittagspause.


12:30 - 13:00 Uhr: Arbeitskleidung wechseln

Nach der Pause hieß es: "Raus aus dem Overall und rein in die schwarzen Schornsteinfeger-Klamotten!" Diese Schutzkleidung ziehe ich an, wenn ich Schornsteine und Abgasrohre reinigen muss. Der Spezialstoff ist undurchlässig und schützt die Haut. Ruß oder Öl kann dann nicht so leicht zur Haut vordringen und eine Allergie auslösen.


13:00 - 15:00: Kehrtermine
Beim nächsten Kunden prüfte ich den Schornstein. Ich musste dazu auf das Dach klettern. Da ich in meiner Freizeit gerne im Gebirge klettere, macht mir die Höhe auf dem Dach nichts aus. Schwindelfrei muss man als Schornsteinfeger schon sein. Ich reinigte den Schornstein. Mit einer Rohrkamera schaute ich den Schornstein auch von innen an. Das ist vor allem bei älteren Schornsteinen sehr wichtig.
Danach hieß es "Runter vom Dach und in den Keller". Dort hatte sich das Kehrgut aus dem Kamin gesammelt. Ich fegte es aus dem Loch und verschloss die Reinigungstüre des Kamins. Zuletzt schrieb ich das Protokoll für den Kunden und bestätigte ihm, dass seine Anlage in Ordnung ist.
Vor dem Feierabend gab es noch zwei weitere Kehrtermine.
Rauf aufs Dach, runter in den Keller.
Ihr könnt euch vorstellen, dass man da ganz schön ins Schwitzen kommt. Ein Schornsteinfeger sollte kein Übergewicht haben und eine gute Kondition schadet ihm auch nicht.
Gegen 18 Uhr fuhr ich zurück in den Betrieb. Dort habe ich noch schnell geduscht und meine sauberen Kleider angezogen.

Und dann war endlich Feierabend.

Quelle: Foto: Medienwerkstatt (MF)

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