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Trickboxx - Wurm in Not

Im Jahr 2010 gewann dieser Film beim Trickfilm-Festival in Nordrhein-Westfalen den 1. Preis in der Altersklasse der 6 - 13jährigen.
Die Endausscheidung fand in Bottrop im Movie Park statt.

Weil es wichtig ist, dass Kinder ihre Rechte kennen und über die Rechte der Kinder weltweit Bescheid wissen, entschlossen sich Kinder einer Dortmunder Grundschule, eine Geschichte über das „Recht auf Bildung" zu schreiben und darzustellen.

Drei Mädchen und fünf Jungen trafen sich wöchentlich zur Trickfilm - AG, um sich zunächst eine Geschichte auszudenken. Diese handelt von Carl-Ferdinand, dem schlauen Bücherwurm und Rudi, dem arbeitenden, wühlenden Regenwurm. Beides sind Figuren, die Drittklässler mit etwas Mühe basteln können, die aber auch den unterschiedlichen Bildungsgrad schon in ihrer Figur selbst verkörpern. Die Geschichte soll zugleich lustig und spannend, vor allem aber lehrreich sein. So verging viel Zeit in der Gruppe und es dauerte lange Diskussionen, bis die Geschichte endlich fertig war und das Basteln für die Kulissen beginnen konnte.
Drei große Pappkartons verwandelten sich in ein Wohnzimmer, einen Vorgarten mit Straße und einen weiteren Garten. Es wurde gemalt, Wände angestrichen und beklebt, ausgeschnitten und gesammelt. Jedes Kind stöberte im Kinderzimmer und brachten von zuhause Requisiten mit.

Der Bücherwurm in seinem Zimmer musste es gemütlich haben. Dort fanden natürlich Bücher, ein Sofa, ein pflegeleichter Kaktus und ein gewebter Teppich ihren Platz. Seine Ahnen und Berater hingen in Bilderrahmen, die zunächst nicht hängen bleiben wollten, an der Wand. Ein dicker, dicker Bohrer fraß Löcher in ein Buch, denn Bücherwürmer machen eben solche.

Der Vorgarten war eine besondere Herausforderung! Da Rudi Regenwurm bei seiner Arbeit gezeigt werden sollte, musste sich der Wurm durch die Erde wühlen. Um das gut darstellen zu können, fanden sich in einem Keller Kunststoffrohre aus dem Elektrikerbedarf, die in Pinienmulch eingelassen wurden. Mit Hilfe einer Glasscheibe (eine Spende einer Glaserei eigens für die Kulisse zugeschnitten) konnte das Auflockern der Erde und der Lebensraum der Regenwürmer besonders gut sichtbar gemacht werden.

Dem Fertigstellen der Kulissen folgte das Kneten der Darsteller. Jedes Kind war verantwortlich für eine Knetfigur. Wer bis dahin der Meinung war, dass Würmer kneten einfach ist, wurde eines Besseren belehrt. Maßgabe war: Der Wurm muss durch das Rohr passen. Es entstanden laaaaange Würmer, kurze Würmer, dicke oder viel zu dünne Würmer. Die größte Schwierigkeit war aber der Kopf. Doch mit viel Geduld konnte auch dieses Problem gelöst werden. Schließlich unterstrich ein wichtiges Utensil, nämlich die Streberbrille, Carl-Ferdinands Intelligenz.

Dann ging es endlich ans Filmen. Das Bewegen der Figuren Zentimeter für Zentimeter und Foto für Foto bedeutete viel Konzentration. Die entstandene Filmsequenz, die man im Stop-Motion-Pro-Programm ansehen konnte, war jedoch sofort die Belohnung. Hier hatten alle Kinder den größten Spaß. Jeder überlegte mit, wie die Figuren genau bewegt werden mussten, damit die Geschichte gut umgesetzt werden konnte. Kleine Ideen belebten die Geschichte zusätzlich. Durch längere Kameraeinstellungen, Schilder oder übertriebene Augenbewegungen wurde die Aussage des Films hervorgehoben.

Die vielen Bewegungen verursachten Risse und bald waren die Würmer so außer Form geraten, dass sie sich nach jeder Szene bzw. Kameraeinstellung den heilenden Händen einer „Wurmkur" unterziehen mussten. Nach zwei Wochen kontinuierlicher Filmarbeit, hierzu wurden auch die Frühstückspausen genutzt, war der Film fertig.

Der Feinschliff erfolgte, als die Musiklehrerin gemeinsam mit den Kindern den Film vertonte. Kreativität war gefragt, um die einzelnen Szenen mit passender Musik zu untermalen. Als auch diese Arbeit geschafft war, waren alle ein wenig erschöpft, aber auch stolz auf ihr Ergebnis.

Groß war die Freude, als der Film bei der Dortmunder Lokalausscheidung gewann.
Als er sich dann auch noch bei der NRW - Endausscheidung gegen starke Konkurrenz durchsetzen konnte, kannte der Jubel der Kinder keine Grenzen mehr.

 

 

Quelle: Video: Medienwerkstatt Mühlacker (MH)

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