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Ein Spucknapf in der Schulklasse

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Im 19. Jahrhundert litten viele Menschen an ansteckenden Krankheiten.

Besonders die Schwindsucht war sehr weit verbreitet, und viele Menschen starben an dieser äußerst ansteckenden Krankheit.

Daher musste man sich Maßnahmen überlegen, um die Ausbreitung solcher Krankheiten möglichst einzudämmen.

So wird beispielsweise in den „Maßregeln gegen die Weiterverbreitung der Schwindsucht durch die Schulen der Königlichen Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen" gefordert:

„Um zu verhüten, dass der Auswurf hustender Kinder dem Schulstaub beigemengt wird, ist in jedem Schulgebäude auf den Gängen, in den Schulzimmern und auf den Aborten eine genügende Zahl von Spucknäpfen aufzustellen oder anzubringen. Dieselben müssen aus festem, nicht zerbrechlichem Metall, aus emailliertem Eisen oder Bronze gefertigt sein und dürfen weder Sand noch Asche, Sägemehl noch sonstige trockene Bindemittel enthalten, müssen vielmehr beständig mit etwas Wasser versehen sein, um das Austrocknen des Auswurfs zu vermeiden. ...

... Es ist die Pflicht der Lehrer, öfter hustende Kinder besonders zu beachten und dieselben in schonender Weise zu der regelmäßigen Benutzung der Spucknäpfe anzuhalten, das Ausspucken auf den Fußboden aber durch allgemeines Verbot strenge zu untersagen.“ (Es handelt sich hier um ein Zitat, daher werden einige Wörter anders geschrieben als heute)

 

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Die Säuberung dieser Spucknäpfe wurde durch die mit der Reinigung des Schulzimmers betrauten Personen ganz genau festgelegt.

Dass diese Aufgaben allerdings nicht immer von den entsprechenden Personen wahrgenommen wurden, wird von Zeitzeugen belegt.

Sie berichten, dass die Reinigung des Spucknapfes durchaus den allgemeinen Klassendiensten zugerechnet wurde und somit Aufgabe der Schüler war.

Auch wurden die Spucknäpfe vielfach von den Lehrern zweckentfremdet, als Auffangbecken für den durch Kauen von Kautabak ungenießbaren Speichel.

 

Quelle:
Mit freundlicher Unterstützung von: „Westfälisches Schulmuseum Dortmund“
http://www.museendortmund.de/schulmuseum
44379 Dortmund; An der Wasserburg 1; Tel.: 0231 / 61 30 95
Heimat Dortmund – Stadtgeschichte in Bildern und Berichten
Schulmuseum und Schulgeschichte in Dortmund
Darin: Jochen Löher (Museumsleiter) „... dass man Kinder zur Schule halten solle!“
Ein Rundgang durch das Westfälische Schulmuseum
Foto 1: Westfälisches Schulmuseum Dortmund

Foto 2: Medienwerkstatt Mühlacker / aufgenommen im Schulmuseum Dortmund

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