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April 2005 – Die Wrackteile einer Halifax aus dem 2. Weltkrieg werden gefunden

Abb Im April 2005 wurden bei den Ausschachtungsarbeiten für den Bau einer neuen Sporthalle und eines Lehrschwimmbeckens auf dem Gelände neben dem Comenius-Gymnasium die Wrackteile eines abgestürzten Flugzeugs gefunden.

Der Fundort wurde sofort rund um die Uhr bewacht, bis das letzte Wrackteil geborgen war, da man zunächst nicht ausschließen konnte, ob sich noch Bomben an Bord befanden.

Abb Bis zu diesem Zeitpunkt war niemand in Datteln davon ausgegangen, dass sich an dieser Stelle noch Überreste aus dem 2. Weltkrieg befanden.

Die örtliche Feuerwehr, Polizei und ein Kampfmittelräumdienst klärten zunächst die Sicherungsmaßnahmen.

Die nach und nach geborgenen Wrackteile wurden zu einem Zerlegungsbetrieb nach Hünxe gebracht. Das mit Kerosin (Treibstoff eines Flugzeugs) verseuchte Erdreich (kontaminierter Boden) musste ebenfalls gesondert entsorgt werden.

Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine viermotorige Maschine des Typs „Halifax“ der „Royal Air Force".

Sie war am 31. August 1943 um 20.16 Uhr in Elvington gestartet und flog dann in der Nacht aus Berlin kommend auf dem Rückflug über Datteln.

Da die Maschine schon einen Angriff geflogen hatte, waren ihre Bombenschächte leer.

In einem Protokoll des 2. Polizei-Reviers aus dem Jahre 1943 steht zu lesen: „Gegen 2.23 Uhr „ist etwa 100 Meter südlich der Straße der SA (Die „Straße der SA“ heißt inzwischen „Südring“) und etwa 100 Meter westlich der Oberschule unter starkem Flakbeschuss ein feindliches Flugzeug in freies Gelände brennend abgestürzt."

 

Abb In dem 1943 verfassten Polizeibericht steht auch, dass in dem Flugzeug drei Männer verbrannt sein sollen.

Weiter heißt es in diesem Bericht: „Ein Mann der Besatzung, der mit schweren Brandwunden in der Nähe des Flugzeuges lag, wurde gefangen genommen und zur Rettungsstelle geschafft.

Ein weiterer wurde in der Bauerschaft Hagem von einem polnischen Zivilarbeiter aufgegriffen und der hiesigen Polizeiwache übergeben."

Ein Arzt aus Datteln soll sich damals geweigert haben, den schwer Verletzten zu behandeln, weil es sich um einen „Feind" handelte.

Dieser Mediziner sei aber dafür nach dem Krieg vor Gericht zur Rechenschaft gezogen worden.

Die bei dem Absturz gestorbenen englischen Soldaten waren laut einer Erklärung der Friedhofsverwaltung vom 12. April 1948 auf dem Gemeindefriedhof in Datteln beerdigt worden.

Aufgrund dieser Erklärung der Friedhofsverwaltung vom 12. April 1948, durch die man vom Schicksal der acht Passagiere an Bord der Halifax weiß, konnte auch eindeutig geklärt werden, um welche Maschine es sich handelte.

Abb
Ferner gab der Fund des beinahe unbeschädigten Füllstutzens eines Druckbehälters weitere Auskunft über das Flugzeug. Hier war deutlich sichtbar die Jahreszahl 1943 eingraviert.

Somit stand fest: In der Nähe des Dattelner Comenius-Gymnasiums lag über 60 Jahre eine Halifax II des 77 Bombergeschwaders der Royal Air Force, Seriennummer JD 413, Code KN-G.

Aber es sind eben nicht nur die gefundenen alte Wrackteile, die nach mehr als 60 Jahren wieder Erinnerungen an den Krieg wachrufen.

Verbunden damit sind ja auch die tragischen menschlichen Schicksale sowohl der Opfer als auch der Familienangehörigen und Freunde.

Die Besatzung dieser Halifax bestand aus dem australischen Piloten Wilson von der „Royal Australien Airforce“ und den Briten Barlow, Hopkins, Leicester, Sims, Wilson, Baxter und Sheward.

Von den acht Soldaten haben drei in der Kriegsgefangenschaft überlebt. Fünf der Flieger starben an den Folgen des Absturzes.

 

Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung: „ WAZ - Westdeutsche Allgemeine Zeitung“
Lokalredaktion Datteln
Fotos: WAZ-Bilder von Karl Gatzmanga und Rainer Raffalski

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