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Die lange Reise der Aale

Die Wanderung der Aale gehört zu den größten biologischen Wundern. Die ausgewachsenen Aale verbringen den größten Teil ihres Lebens in Seen und Flüssen. Zum Laichen kehren sie ins salzige Meer zurück.

Abb Die Aale (Blankaale = dunkler Rücken, Bauch silbrig-weiß) sind im Alter von ca. 12 Jahren geschlechtsreif. Sobald sie ihre katadrome (vom Süß- ins Meerwasser ziehende) Laichwanderung antreten, stellen sie die Nahrungsaufnahme ein.

Ihren Weg zum Meer suchen sie mit Hilfe der Flüsse. Dabei kommt es nicht selten vor, dass sie auch kurze Landwege überwinden müssen.Dies funktioniert aber auch nur dann, sofern Haut und Kiemen feucht bleiben.

Mit einer Geschwindigkeit von ca. 5 km/h zieht der Aal nach einem kurzen Aufenthalt im Brackwasser der Flussmündungen in Richtung Geburtsort.

Bei ihrer Wanderung haben die Europäischen Flussaale große Entfernungen von mehr als 5000 km zurückzulegen. Ziel ist die Sargasso-See, im westlichen Teil des Atlantischen Ozeans, südlich der Bermudainseln.

In der mit dichtem Tang bewachsenen Sargasso-See legt das Weibchen in tieferen Wasserschichten bis zu 20 Millionen Eier ab. Man nimmt an, dass die Eiablage in ca. 3000 m bis 5000 m Tiefe erfolgt.


Der Aal laicht nur einmal in seinem Leben. Danach stirbt er. Obwohl die Sargasso-See kaum Strömung und wenig Wellengang aufweist, hat es aufgrund der Tiefe bisher niemand geschafft, diese These zu bestätigen bzw. einen Nachweis über die Fortpflanzung zu erbringen.

 

Abb Aus den im Wasser treibenden Eiern schlüpfen durchsichtige, dünne Larven (5-7mm). Die Larven sehen aus, wie die flache Form eines Weidenblattes.

Die Aallarven machen sich mittels des Golfstromes tausende Kilometer auf den Weg zurück in die europäischen Gewässer. Sie ernähren sich an der Wasseroberfläche von Plankton.

Nach ca. drei Jahren erreichen sie die Flüsse, aus der ihre Eltern kamen. Sie sind allerdings noch durchsichtig (Glasaale), besitzen aber schon eine schlangenähnliche Form.

Im Laufe der Reise verändert sich die Körperform der Aale und sie entwickeln sich zu Jungaalen.

Beim Aufsteigen ins Süßwasser und im Brackwasser entsteht dann die dunkle Pigmentierung. In dieser Entwicklungsphase bezeichnet man den Aal als Steigaal. Bis zur Geschlechtsreife verbleibt der Aal in den heimischen Gewässern.




Hier findest du weitere Informationen über den Aal

Hier findest du Informationen über den Aal - Fisch des Jahres 1995

 

Quelle:
Fotos: Medienwerkstatt

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