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Zunderschwamm

Abb Der Zunderschwamm (Fomes fomentarius ) ist ein 10 bis 30 Zentimeter breiter Ständerpilz. Wie ein harter korkartiger Hut wächst er an Baumstämmen immer senkrecht nach unten.

Als Parasit (Schmarotzerpflanze) befällt er vor allem alte und kranke Bäume und entzieht ihnen die Nährstoffe, die er zum Wachsen benötigt.

Besonders häufig wächst er an den Stämmen von Birken, Buchen, Eichen und Kastanien. Auch auf bereits abgestorbenen und sogar umgestürzten Bäumen kann er noch jahrelang weiterwachsen.

Auffällig sind die Ringe auf seiner harten Oberseite, die hellbraun, hellgrau oder olivgrün gefärbt ist. Diese Ringfurchen und Röhrenschichten entsprechen nicht jährlichen Wachstumsringen wie man sie von den Bäumen kennt. Vielmehr kann man hier verschiedene Wachstumsabschnitte sehen, von denen es mehrere im Jahr geben kann.

Der Zunderschwamm ist in Buchenwäldern einer der häufigsten Holzzersetzer, denn er verursacht an den befallenen Bäumen Weißfäule, die das Holz nach und nach zersetzt.

Somit ist er ein ganz wichtiger Faktor im natürlichen Stoffkreislauf. In Skandinavien besiedelt er in erster Linie die Birken, in den südlichen Ländern hauptsächlich die Eichen.

Früher lieferte der Zunderschwamm den Rohstoff für eine ganze Reihe von Produkten.

Aus dem Fruchtkörperfleisch unter der harten Kruste wurde Zunder gewonnen. Man löste die Zunderschicht von der Kruste und den Röhrenschichten. Anschließend schnitt man sie in Scheiben, kochte und trocknete sie. Dann klopfte man sie weich zu zähen Platten. Diese tränkte man mit Salpetersäure und ließ sie erneut trocknen.

Mit den Funken eines Feuersteins brachte man diesen Zunder schnell und für längere Zeit zum Glimmen. Die Feuersteine und den Zunder bewahrte man in kleineren Zunderdosen auf und trug sie mit sich herum.

Aus dieser Zeit stammt auch der Ausdruck „Das brennt wie Zunder!“

Aus dem Kern dieses Pilzes geschnittene Scheiben verarbeitet man auch zu juchtenlederähnlichem Material. Daraus fertigte man Bekleidungsstücke, Glacé-Handschuhe und Wundverbände. In Bayern gab es dafür die sogenannten „Zundelmachereien“. Selbst Trinkgefäße wurden früher aus dem Pilz hergestellt.

Inzwischen hat das wirtschaftliche Interesse am Zunderschwamm stark abgenommen. Er findet eigentlich nur noch Verwendung als Schmuck in Blumengestecken, Kränzen und Pflanzschalen.

 

 

Quelle:
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Rei © Datteln 2005

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