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Neuntöter

Der Neuntöter ist in Europa von Nordportugal bis nach Russland und im westlichen Asien beheimatet.
Allerdings ist er in Spanien, Großbritannien, Norwegen und Finnland nicht anzutreffen.
Als Langstreckenzieher überwintert er im südlichen Teil Afrikas.
Er brütet er in halboffenen Landschaften, die ein gutes Angebot an Hecken und Sträuchern haben.
Die Nester werden bevorzugt in Dornsträuchern angelegt.

Dort spießt er auch seine Beutetiere auf Dornen auf.
Daher kommt auch sein Name.
Früher glaubten nämlich die Leute, er würde erst neun Beutetiere aufspießen, bevor er sie verspeist.

Abb

Der Neuntöter wird 16 - 18 cm lang und etwa 28 g schwer.
Seine Flügellänge beträgt durchschnittlich 93 mm.
Beim Männchen liegt sie zwischen 88 und 100 mm, beim Weibchen zwischen 82 und 98 mm.
Die Länge des Schwanzes liegt beim Männchen zwischen 71 und 90 mm, beim Weibchen zwischen 68 und 85 mm.

Das Männchen hat einen rostrotbraunen bis kastanienbraunen Rücken und Schultergefieder.
Der Oberkopf und Nacken heben sich mit ihrem hellen Blaugrau deutlich davon ab.
Er hat eine schmale, schwarze Gesichtsmaske, in der das dunkle Auge aus der Entfernung fast nicht zu sehen  ist.
Die Deckfedern der Flügel sind rötlichbraun mit deutlich hellerem und rötlicherem Rand.
Der Schwanz zeigt eine kontrastreich schwarz-weiße Zeichnung.
Die mittleren Steuerfedern sind größtenteils schwarz, dann folgen Federn mit viel Weiß im oberen Bereich, das zu den äußeren Schwanzfedern hin zunimmt.
Die Steuerfedern sind an den Spitzen schmal weiß gesäumt.
Die Unterseite ist meist weißlich bis cremefarben, oft sind Flanken und Brust leicht lachs- bis rosafarben getönt.Das Weibchen hat im Gegensatz zum Männchen keinen grauen Oberkopf.
Die gesamte Oberseite ist einfarbig rötlich braun, meist etwas weniger lebhaft als beim Männchen.
Die Gesichtsmaske ist undeutlicher, meist dunkelbraun bis schwärzlich angedeutet, das Auge hebt sich deutlicher davon ab.
Der Schwanz ist meist einfarbig braun mit weißen Säumen.
Die Unterseite ist rahmfarben bis beige und zeigt an Brust und Flanken eine teils nur angedeutete, teils kräftige dunkle Schuppung.
Im Alter nähert sich das Weibchen in der Färbung dann immer mehr dem Männchen an.

Der Neuntöter frisst hauptsächlich Großinsekten, aber auch kleine Säugetiere und Vögel.
Pflanzliche Nahrung spielt ausschließlich in Form von Beeren, beispielsweise Holunderbeeren, Himbeeren, Vogelbeeren) im Spätsommer und Herbst eine Rolle.
Früchte, die früh genug reifen, wie beispielsweise Hecken- oder Sauerkirschen werden auch an die Nestlinge verfüttert.
Um mehrere Regentage oder feuchtkalte Morgenstunden zu überbrücken, neigt der Neuntöter dazu Vorräte anzulegen.
Dazu spießt er größere Beutetiere - meistens kleine Wirbeltiere, aber auch größere Insekten - auf Dornen oder Stachel sowie auf Stacheldraht von Weidezäunen.

Das napfförmig Nest wird innerhalb von 4 bis 6 Tagen von beiden Partnern gebaut.
Es ist durchschnittlich 95 mm hoch und etwa 140 mm breit.
Es besteht meist aus drei unterschiedlichen Schichten.
Der lockere Außenbau besteht aus lose ineinandergeflochtenen, groben Stängeln von Kräutern Grashalmen oder feinen Zweigen von Sträuchern.
Manchmal wird auch grobes Material wie Baumrinde eingebaut.
Die mittlere Schicht macht die Stabilität des Nestes aus.
Sie besteht aus gut aneinander haftenden, wolligen Baustoffen, die fest zusammengefügt sind, wie etwa Moos und feine Halme, Grasrispen, Korbblütler-, Weiden- oder Rohrkolbensamen, Wurzelgeflecht, Federn oder Haare.
Die innere Polsterung besteht aus ähnlichem Material, das aber meist viel feiner und lockerer verarbeitet ist.

Das Neuntöterweibchen legt 2 bis 8 Eier, meistens sind es 5 bis 6 Eier.
Die Eier sind oval und durchschnittlich 22 mal 17 mm groß.
Nur das Weibchen brütet etwa 14 - 15 Tage.
Das Brüten wird meist stündlich durch durchschnittlich fünfminütige, maximal etwa viertelstündige Pausen unterbrochen.
In diesen Pausen entfernt sich das Weibchen nicht mehr als 100 Meter vom Nest.
Es erjagt eigenständig Beute oder versorgt sich am „Spießplatz" des Männchens.
Ansonsten wird es während der Bebrütung durchschnittlich achtmal in der  Stunde vom Männchen gefüttert.

In Mitteleuropa schlüpfen  die Jungen ab Ende Mai.
Das Schlüpfen dauert pro Jungvogel etwa 5 bis 6 Stunden.
Die Nestlingsdauer beträgt 14 bis 16 Tage.
Während der ersten drei Tage versorgt das Männchen das Weibchen mit Nahrung, welches das Nest kaum verlässt.
Das Weibchen zerteilt und verfüttert das Futter an die Jungvögel.
Seltener stillt es damit den eigenen Hunger.
Nach dem 12. Tag füttern beide Partner, teils mit unterschiedlichen Anteilen.
Fällt ein Partner aus, kann auch ein Vogel allein selbst größere Bruten versorgen.
Auch nach dem Ausfliegen werden die Jungen noch intensiv gefüttert.
Ab dem 26. Lebenstag beginnen die Jungvögel selbst, Nahrung zu erbeuten.
Sie werden aber erst nach mindestens 37 Tagen in die Selbstständigkeit entlassen.
Mit 42 Tagen sind junge Neuntöter ausgewachsen.

 

Quelle: Foto mit freundlicher Genehmigung von www.sandmann-naturfoto.de

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