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Grundschrift

Die erste Schrift mit der du das Schreiben in der Schule lernst ist entweder die Druckschrift Nord oder die Druckschrift Süd. Wenn du alle Buchstaben schreiben kannst, lernst du eine zweite Schrift, eine verbundene Schreibschrift. Das sind entweder die Lateinische Ausgangsschrift oder die Vereinfachte Ausgangsschrift.
Bei der neuen Grundschrift, die es seit dem Jahr 2009 gibt, sind die Druckbuchstaben leicht schräg gestellt. Das nennt man auch kursiv. Wenn du diese Druckschrift lernst, fällt es dir leichter, danach beim schnelleren Schreiben einzelne Buchstaben miteinander zu verbinden. Der Vorteil für dich besteht darin, dass du nicht mehr extra eine neue verbundene Ausgangsschrift lernen musst.

Die Erfinder der neuen Grundschrift für das Schreibenlernen der Kinder sind Herr Richter und Herr Grupp. Sie haben diese Schrift auch Grundschrift genannt, weil sie die Grundlage für das handschriftliche Schreiben aller Kinder sein soll.

Wenn dich diese Schrift interessiert, findest du viele Informationen auf der Webseite
www.grundschrift.de

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Informationen für Lehrkräfte zum Begriff Grundschrift

Es gibt heute eine Vielzahl verschiedener Buchstabenformen und Schriftarten. Früher, in der Zeit als Buchtexte noch mit Bleibuchstaben von Hand gesetzt wurden, benötigte man für den Mengentext (auch Massentext oder Fließtext) eine große Zahl von Bleibuchstaben in der Schriftgröße 8-12 pt. Der Fließtext eines Buches muss gut lesbar sein. Im Vergleich dazu gibt es dann die Hervorhebungen, z.B. für Überschriften oder bestimmte Absätze. Dafür wurden größere oder kursiv gestellte Bleibuchstaben in der Schrift des Massentextes benötigt.

Die Buchstaben lagen für den Bleisetzer griffbereit in einem Setzkasten. Und alle Stücke für den Mengentext wurden von den Schriftsetzern als sogenannte Brotschrift oder Grundschrift bezeichnet. Seit dem Setzen von Texten mit elektronischen Fotosatzmaschinen  und mit Computern (ab etwa 1978) ist der Begriff Grundschrift nicht mehr verwendet worden.

Eine eigene Schriftart mit der Bezeichnung Grundschrift gab es bis Mitte 2009 nicht. Die Schriftexperten des Schulschriften-Fachverlages Medienwerkstatt Mühlacker wählten dann erstmalig für eine leicht kursiv gestellte Druckschrift diesen Namen als Schriftartenbezeichnung. Zu den bekannten Schuldruckschriften mit den Bezeichnungen (Druckschrift Nord, Druckschrift Süd und Bayerndruck) ist somit eine weitere Ausgangsdruckschrift entstanden, mit der die Kinder eine Grundlage haben, die eigene Handschrift zu entwickeln.

Durch die leichte Kursivstellung der Druckbuchstaben entsteht eine größere Nähe zu einer späteren schwungvollen Handschrift, bei der die Kinder ganz individuell einzelne Buchstaben miteinander verbinden. Diese Buchstabenverbindungen einzelner Kleinbuchstaben ähneln dann sehr stark den bekannten Formen bei der Lateinischen Ausgangsschrift und bei der Schulausgangsschrift.

Der Begriff Grundschrift als eigenständiger Name für eine Schriftart ist gerade im Schulbereich pädagogisch und didaktisch sehr sinnvoll, weil die Bezeichnung die Schriftform benennt, mit der Kinder von Anfang an (von Grund auf) das handschriftliche Schreiben lernen.
Seit 2011 ist diese Schriftbezeichnung auch offiziell von Lehrerverbänden übernommen worden und wird auch von Schulbehörden in Lehrplänen (z.B. Hamburg) offiziell übernommen.

Mit der Entwicklung der Grundschrift und dem neuen Schriftvorschlag der Schulschriftfachleute aus der Medienwerkstatt Mühlacker wird auch das Ziel verfolgt, die bisherigen schreibdidaktischen Konzepte um eine weitere Variante zu ergänzen:

• Die Grundschrift kann als Vorstufe der bekannten verbundenen Schreibschriften die sehr statisch und senkrecht stehenden Buchstaben der Schuldruckschriften ersetzen und somit den Einstieg in die klassischen verbundenen Schreiblehrgänge erleichtern.
• Die Grundschrift kann die Erstschrift sein und auch bleiben, wenn in der Folgezeit durch schwungvolleres Schreiben von den Kindern individuelle Buchstabenverbindungen entwickelt und geübt werden.

Die Grundschrift der Medienwerkstatt Mühlacker unterscheidet sich von anderen Grundschriftvorschlägen, die zeitlich später entstanden sind, vor allem in folgenden Punkten:

• Deutliche sichtbare Nähe zwischen dem Lernen der Druckbuchstaben und dem späteren schwungvollen, z.T. verbundenen Schreiben.
• Vorhandensein umfangreicher Lernmaterialien für die Schüler im ersten Schuljahr
(Schreiblehrgänge zum Kopieren, Schreibvorlagen mit dem Grundwortschatz, Grundschulfibel usw.
• PC-Schriftschnitte zum Herstellen von Übungsvorlagen in Form von Nachspurübungen, Lineaturvorlagen usw.

Kinder benötigen auch bei der Grundschrift zumindest in der Anfangsphase die Orientierungsmöglichkeiten in Lineaturen und vielfältige Übungsformen zum Nachspuren wie outline, punktiert, usw.

 

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