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Sri Lanka - Allgemeines und Geschichte

Allgemeines 

Abb

Sri Lanka (früher Ceylon) befindet sich im Indischen Ozean südöstlich von Indien. Der Inselstaat ist 65610 km² groß. Die Einwohnerzahl beträgt 19,9 Millionen. Hauptstadt ist Colombo.

Es herrscht tropisches Klima.

Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt im Osten 1500 mm und im Südwesten 2500 mm.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt im Gebirge 21,1°C und in tieferen Regionen 32,2°C.

Höchster Berg ist der Pidurutalagala mit 2524 m im Süden der Insel.

Der längste Fluss ist der Mahaweli Ganga mit 330 km.

Geschichte 

Abb Eine Legende besagt, dass die Yaksas, ein dämonisches Volk Sri Lanka bevölkerten. Ca 500 Jahre vor Christus wurden die Yaksas von den aus dem Norden Indiens stammenden Singhalesen vertrieben. Anuradhapura wurde Sitz des Königs Vijaya.

Die Dynastie Vijayas regierte die Insel mehrere Jahrhunderte. Ab dem Jahr 250 v. Christus verbreitete sich die Lehre Buddhas immer mehr.

Der indische Prinz Mahinda in Mihintale war treibende Kraft. Der Buddhismus wurde zur Nationalreligion. In der gleichen Zeit eroberten die Tamilen aus Südindien die Stadt Anuradhapura.

Die Singhalesen schufen eine hoch entwickelte Kultur. Architektonische Meisterwerke sind heute noch zu bewundern, z.B. anhand von Ruinen und Heiligtümern.



Ca. 161 v. Christus erlangte der singhalesiche König Dutthagamani einen großen Sieg über die Tamilen.

Im Jahr 993 kehrten die Tamilen wieder an die Macht. Anuradhapura wurde erobert und niedergebrannt. Polonnaruwa wurde Herrschaftssitz.
Ab dem Jahr 1153 wurde eine der mächtigsten Dynastien von König Parakramabahu I geschaffen; Kanäle wurden gebaut.

Im 13. Jahrhundert zerfiel nach und nach das Königreich. Der Norden Sri Lankas wurde nun für ca. 250 Jahre von singhalesischen Tamilen beherrscht.

Im Jahre 1505 erreichten die Portugiesen Sri Lanka und nannten die Insel Ceylon. Tempel wurden zerstört und die Mönche wurden vertrieben. Eine Handelsstation in Colombo wurde 1517 gegründet.

Ende des 16. Jahrhunderts beherrschten die Portugiesen die Insel.

1636 starteten die Holländer die ersten Angriffe gegen die Portugiesen. 1658 erfolgte die Besetzung der Insel durch die Niederländer. Man schloss sich mit den Herrschern Kandys zusammen.

1795 kamen die Engländer auf die Insel. Die Holländer gaben sich geschlagen. 1796 übernahmen die Briten die Herrschaft von Ceylon. Neben der Kronkolonie Ceylons gab es nur noch das Königreich Kandy.

 

Abb 1815 eroberten die Briten Kandy. Religiöse und soziale Aufstände zwischen Singhalesen und Tamilen waren an der Tagesordnung.

100 Jahre später wurde die erste Verfassungsreform verkündet.

Am 4. Februar 1948 wurde Ceylon unabhängig. Staatsoberhaupt wurde die englische Königin; allerdings wurde sie auf der Insel durch den Generalgouverneur Sir Henry Moore vertreten. Ministerpräsident wurde D.S. Senanayake. Nach seinem Tod wurde sein Sohn Dudley neuer Ministerpräsident.

Ab dem Jahre 1956 wurde Singhalesisch zur offiziellen Amtssprache erklärt.

Am 14. Dezember 1955 trat Sri Lanka den Vereinten Nationen bei.

Im April 1956 wurde Solomon Bandaranaike Ministerpräsident. Am 25.09.1956 fiel er einem Attentat zum Opfer.

Am 20.07.1960 wurde Sirimawo Bandaranaike Ministerpräsidentin von Ceylon. Zugleich war sie die erste Frau weltweit in der Position eines Regierungschefs.

Im Jahre 1965 wurde sie allerdings wieder abgewählt. Eine zweite Legislaturperiode folgte von 1970 – 77 und eine dritte von 1994-2000.

Am 31.12.1960 wurde aufgrund eines Gesetzes Singhalesisch als Amtssprache durchgesetzt. Dies führte zu einer Massendemonstration der Tamilen. Der Ausnahmezustand wurde verhängt. Die Anspannungen ließen nach, als man im Januar 1966 in Nord- und Ost- Sri Lankas Tamil als Amtssprache einsetzte.

Die wirtschaftliche Situation des Landes verschlechterte sich. 1965 erfolgte erneut ein Regierungswechsel. Dudley Senanayake wurde Ministerpräsident. Er versuchte seine Politik zum Wohl des Landes einzusetzen. Er war für die Modernisierung der Landwirtschaft, private Unternehmen sollten gefördert werden. Doch hohe Arbeitslosigkeit und Lebensmittelrationierungen waren an der Tagesordnung.

1970 kam Sirimawo Bandaranaike wieder an die Landesspitze. In ihrer Amtszeit kam es oft zu bewaffneten Unruhen. Gründe waren soziale Anspannungen.

Abb Am 22. Mai 1972 wurde eine neue Verfassung verabschiedet. Offizielle Namensänderung von Ceylon in Sri Lanka.

Mit den Wahlen 1978 wurde Junius R. Jayawardene Ministerpräsident. Die Verfassung wurde reformiert. Mit Einführung des Präsidialsystems wurde Jayawardene Staatspräsident. 1982 wurde er wieder gewählt.

Seit 1983 gab es blutige Auseinandersetzungen zwischen der singhalesischen Regierung und den tamilischen Rebellen.

Im Juni 1987 unterstützte Indien die Regierung Jayawardene. Indische Truppen wurden in den Norden Sri Lankas gesandt. Die Rebellen sollten entwaffnet werden. 1988 erfolgte der Rücktritt von Jayawardene. Ranasinghe Premadasa wurde sein Nachfolger.

1990 verließen die indischen Truppen Sri Lanka. Die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) übernimmt die Macht auf Jaffna.

Der Frieden hielt nicht lange an. Die Verhandlungen über den Waffenstillstand zwischen der Regierung und den tamilischen Separatisten verliefen erfolglos. In den Jahren 1991 und 1992 folgten kriegerische Auseinandersetzungen.

1993 wurde Präsident Premadasa Opfer eines Bombenattentats.

Im August 1994 wurde Chandrika Kumaratunga von der SL Freedom Party Staatspräsidentin. Ihre Mutter Sirimawo Bandaranaike ernannte sie zur Ministerpräsidentin.

Im Jahr 1995 wurde das Abkommen zum Waffenstillstand zwischen Regierung und Bürgerkriegsparteien unterzeichnet. Dieses Abkommen war nur von kurzer Dauer. Tamilen und Regierungstruppen bekämpften sich wieder.

1999 wurde Chandrika Kumaratunga erneut zum Staatsoberhaupt gewählt. Am 11.05.2000 wurde das Kriegsrecht auf Sri Lanka verhängt. Ministerpräsidentin Sirimawo Bandaranaike trat zurück.

Am 09.12.2001 wurde Ranil Wickremasinghe neuer Ministerpräsident von Sri Lanka.

Sein persönliches Engagement führte zum Waffenstillstand mit den Rebellen. Folge der Friedensverhandlungen im Jahr 2002 war ein Rahmenabkommen – die Umwandlung in einen föderativen Staat nach Schweizer Vorbild wobei die tamilische Bevölkerung große Autonomie besaß-.

Im Jahr 2003 gab es Ideen den Staat politisch als auch verfassungsgemäß neu zu ordnen. Die Zentralgewalt sollte große Einflussmöglichkeiten haben. Die LTTE wollte in ihrem Gegenvorschlag allerdings weiterhin einen tamilischen autonomen Teilstaat mit fünfjähriger Bindungsfrist.

Es eskalierte wieder einmal zwischen Kumuratunga und Ministerpräsident Wickremasinghe. Im Wahlkampf wurden die wichtigsten Ministerien von ihr besetzt.

Bei den Wahlen am 2.04.04 ging Kumuratunga als Siegerin hervor. Sie ernannte Mahinda Rajapakse als Ministerpräsident. Rajapakse strebte neue Friedensverhandlungen mit der LTTE an.

Die Haltung Kumaratungas gegen die Tamilen führte nicht zur Friedensbereitschaft.



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Quelle:
Landkarte: Archiv Medienwerkstatt
Foto 1: Mit freundlicher Genehmigung von Heidrun Porten
Fotos 2 und 3: Medienwerkstatt

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