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Frühere Nutzungen und Belastungen des Waldes

Abb Seit dem Mittelalter verstärkte sich der Einfluss der Menschen auf das Ökosystem Wald. Von den mittelalterlichen Rodungen waren vor allem die fruchtbaren Laubwaldböden betroffen, so dass sich bereits damals der Anteil des Nadelwaldes erhöhte.

Holz diente bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts vor allem zum Heizen, Kochen und Bauen.

Vor dem 14. Jahrhundert kannte man im mittel- und norddeutschen Raum keinen anderen Baustoff. Auch der Schiffsbau benötigte große Mengen Holz.

Vom 12. bis 19. Jahrhundert wurde für die großen Kolonial- und Handelsflotten vom Schwarzwald (Holländertannen) auf dem Rhein bis nach Holland geflößt, so dass der Schiffsbau stark zum Niedergang der Wälder beigetragen hat.

Zusätzlich große Holzmengen benötigten im Mittelalter der Bergbau, die Glashütten und die Salinen zum Schmelzen und Sieden.

Den Bauern diente der Wald als Weidegrund für das Vieh und nach der Einführung der Stallhaltung wurden zusätzlich Blätter und Nadeln als Einstreu im Stall verwendet.

Die Streunutzung als eine der waldschädlichsten Eingriffe wurde erst im 20. Jahrhundert eingestellt. Die Nährstoffarmut ist ein Erbe bis heute.


Der Zustand des Waldes zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist folgendermaßen zu beschreiben:

- Es gab riesige Kahlflächen durch die jahrhundertelange Nutzung
- Große Flächen zeigten Nährstoffarmut aufgrund der verheerenden Streunutzung
- Es fehlte die Verjüngung durch hohe Wildbestände
- Nur anspruchslose Vegetation konnte sich noch entwickeln; Laubbäume hatten keine Chance

 

Abb Der dadurch bereits geschwächte Wald konnte dem Druck der stark wachsenden Bevölkerung mit ihren Forderungen nicht mehr standhalten.

Doch erst als Anfang des 19. Jahrhunderts eine Holznot drohte, wurde man wach und entwickelte die moderne Forst- und Waldwirtschaft, die noch heute mit sachkundiger Nutzung und unter der Beachtung der ökologischen Rahmenbedingungen das Ökosystem Wald betreut.

Der Begriff der Nachhaltigkeit (Entnahme = Nachwuchs) wurde der oberste Grundsatz des Handelns.

Heute wird der Wald noch von anderen Einflüssen bedroht. Die Schadstoffbelastungen durch unsere Industriegesellschaft setzen dem Wald - seit Beginn der 80er Jahre nachgewiesen - stark zu.

Besonders die Laubbäume leiden unter den Ansprüchen der Menschen.

 

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von:
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Fotos: Medienwerkstatt Mühlacker
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