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Scholten-Mühle in Rees - allgemein

Am Niederrhein befindet sich im Städtchen Rees (Zur Windmühle 6) die Scholten-Mühle.

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Die Scholten-Mühle wurde als Berg- oder Wall-Holländermühle in Ziegelbauweise gebaut.
Sie besaß eine Einfahrt für Fuhrwerke.
Die Mühle war mit Segelgatterflügeln ausgestattet.
Mit Handbetrieb wurde die Mühle mit dem Steert (Steuerbalken) in den Wind gedreht.

Bis zur Haubenspitze beträgt die Höhe der Mühle 17 m.

Der Kreuz-Durchmesser beträgt ungefähr 22 m.

Der Erdgeschoss-Durchmesser beträgt 6,50 m.

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Hieronimus Velthuysen aus Rees verkaufte im April 1848 ein Grundstück mit einem Wohnhaus an der Straße nach Wesel an Wilhelm Disch.
Er forderte aber, dass bis zum Juni 1849 eine Kornwindmühle auf dem Grundstück errichtet werden musste, die schon im Bau war.
Das geschah dann auch.

Wilhelm Disch verkaufte das Grundstück mit Wohnhaus und Mühle im Februar 1853 an seinen Sohn Robert Disch.

Um 1870 wurde die Mühle an Johann August Hermanns aus Warbeyen verkauft.
Seit dieser Zeit blieb die Mühle bis heute in Familienbesitz.
Weil aber über mehrere Generationen immer nur weibliche Nachkommen geboren wurden, wechselten durch die Heiraten auch die Namen der Mühle.
So wurde aus der Hermanns-Mühle zuerst die Rosenbaum-Mühle und schließlich die Scholten-Mühle.

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1885 wurde eine Dampfmaschine mit 12 PS als Hilfskraft bei Windstille in einem Anbau am Mühlenturm eingebaut.
Der Dampfkessel, die Feuerung und der 12 m hohe Schornstein wurden östlich der Mühle in einem gemauerten Gebäude untergebracht.

Die Dampfmaschine wurde um 1914 durch einen Gasmotor ersetzt.
Der Gasmotor war noch bis Anfang der 1950er Jahre in Betrieb.

Im September 1937 erhielt die Mühle Ventikanten-Drehheck-Flügel mit 11 m Länge.
Die Haube der Mühle wurde weiterhin mit dem Steert in den Wind gedreht.
Im Mai 1941 wurden die Flügel von 11 m auf 9,50 m gekürzt.
Außerdem wurde eine Selbstvordrehungsanlage mit Windrose eingebaut.
Man brauchte nun nicht mehr mühselig von Hand mit dem Steert die Flügel in den Wind drehen.

Als der letzte Müller, Johannes Scholten, 1963 starb, wurde die Mühle stillgelegt.

1994 lösten sich bei einem orkanartigen Sturm zwei Mühlenflügel und stürzten herab.

Um die Mühle zu sichern, wurde die Windrose abgebaut.

Man beschloss, die Mühle so zu reparieren, dass sie wieder funktionieren sollte.
Dies geschah schon ab 1995.
Zuerst wurde eine neue Windrose mit Ausleger eingebaut.
1996/97 wurden der Tragebalken, die Welle und die Ventikantenflügel erneuert.

1998 wurde die Mühlenhaube renoviert.

Das Außenmauerwerk wurde 1999 neu verfugt.
Auch die Fensterumrandungen sowie der Mühleneingang wurden erneuert.

Der Innenbereich einschließlich der Technik wurden 2000/01 instand gesetzt.
So konnten sich nach  fast 40-jähriger Pause die mächtigen Windmühlenflügel am Pfingstmontag, dem 4. Juni 2001, wieder in Bewegung setzen.
Nach Absprache mit dem Eigentümer kann die Mühle besichtigt werden.

Am „Deutschen Mühlentag" ist die Scholten-Mühle jedes Jahr am Pfingstmontag für interessierte Besucher geöffnet.

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Quelle: Fotos: Medienwerkstatt Mühlacker (MH)

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