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Die Sage von Ikarus - Teil 2

Dädalus band Federn zusammen. Er begann mit den kleinsten und fügte größere hinzu, um eine anwachsende Oberfläche zu gewinnen.

Die größeren Federn befestigte er mit Bändern, die kleineren mit Wachs. Dann bog er die so zusammengefügten Federn mit einer leichten Krümmung, um die Flügel echter Vögel nachzuahmen.

Der Knabe Ikarus stand dabei und beobachtete die Arbeit seines Vaters. Manchmal lief er los, um die Federn zu sammeln, die der Wind weggeweht hatte. Auch spielte Ikarus mit seinen Fingern im Wachs, wodurch er den Vater bei der Arbeit behinderte.

Als Dädalus schließlich seine Arbeit beendet hatte, bewegte er seine Flügel auf und nieder, und fand sich selbst in die Höhe gehoben und fest auf der Luft getragen.


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Zunächst rüstete er seinen Sohn auf die gleiche Weise aus und lehrte ihn die Kunst des Fliegens, ebenso wie ein Vogel, der seine Jungen von einem hoch gelegenen Nest in die Lüfte lockt

Als alles für den Flug und somit auch für die Flucht aus der Gefangenschaft bereit war, gab Dädalus seinem Sohn noch Warnungen und Regeln mit auf den Weg.

„Ikarus, achte darauf, eine gemäßigte Höhe einzuhalten. Denn wenn du zu niedrig fliegst, beschwert die Feuchtigkeit deine Flügel und du wirst sinken. Wenn du aber zu hoch fliegst, wird die Hitze der Sonne deine Flügel schmelzen. Halte dich zu deiner Sicherheit in meiner Nähe auf!"

Während er ihm die Anweisungen erteilte und die Flügel auf die Schultern legte, war sein Gesicht tränenfeucht, und seine Hände zitterten. Er küsste den Knaben, ohne zu wissen, dass es das letzte Mal sein sollte.

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Dann reckte er seine Flügel, um abzufliegen und ermunterte seinen Sohn ihm zu folgen.

Von seinem eigenen Flug schaute er zurück, um zu sehen, wie sein Sohn seine Flügel gebrauchte.

Während Ikarus und Dädalus durch die Luft flogen, hielt der Ackermann seinen Pflug an, um hinauf zu schauen. Der Hirte, der es gewohnt war, auf seine Herde zu achten, erstaunte bei ihrem Anblick und meinte, es wären Götter, die da durch die Lüfte flögen.

Während des Fluges aber vergaß Ikarus die Warnungen seines Vaters und stieg hinauf, als ob er den Himmel erreichen wollte.

Die Nähe der flammenden Sonne erweichte das Wachs, das die Federn zusammenhielt, und sie lösten sich nach und nach ab.

Er flatterte von Angst und Entsetzen mit seinen Armen, aber es blieben ihm schließlich keine Federn mehr, die ihn in der Luft halten konnten.

Noch während er Schreie und Hilferufe nach dem Vater ausstieß, versank er in den blauen Wellen des Meeres, das später - angeblich nach ihm - als das Ikarische Meer benannt wurde.

Dädalus aber, der seinen Sohn nicht mehr sah, rief: „Ikarus, Ikarus, wo bist du?"

Als er schließlich die schwimmenden Federn auf dem Wasser entdeckte, begriff er welches Schicksal seinen Sohn ereilt hatte.

Er verfluchte seine Künste und bestattete den toten Körper seines Sohnes in einem Grab. Dädalus selbst fand später Aufnahme ihn Sizilien.

Die Gestalt des Ikarus aber ist in der europäischen Kultur immer wieder Gegenstand künstlerischer, wissenschaftlicher und technischer Schöpfungen geworden.

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Quelle:
Foto 1 - 3: Mit freundlicher Genehmigung von: Jürgen Tenkhoff www.tenckhoff.com

Bild 4: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Pieter_Bruegel_d._%C3%84._032.jpg
Description:
Title: Landschaft mit dem Sturz des Ikarus; Technique: Öl auf Leinwand; Dimensions: 73,5 × 112 cm; Country of origin: Niederlande (Flandern); Current location (city): Brüssel; Current location (gallery): Musée Royaux des Beaux Arts;
http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain

Bild 5: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Draper-Lament_for_Icarus.jpg
Image: The Lament for Icarus; Artist: Herbert James Draper (1860-1920); Date of creation: 1898
http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain

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