Kategorie:  Alle    Kunst, Musik und Sport     Sport     Fußball     Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien   

Endspiel (Deutschland - Argentinien)

Die Uhrzeit gilt für Mitteleuropa, in Brasilien (Rio de Janeiro) war es 5 Stunden früher.

Abb

Aufstellung

Deutschland begann das Endspiel mit folgender Mannschaftsaufstellung:

NEUER, HÖWEDES, HUMMELS, LAHM, BOATENG, KRAMER (31. Minute SCHÜRRLE), SCHWEINSTEIGER, ÖZIL (120. Minute MERTESACKER), KROOS, MÜLLER, KLOSE (88. Minute GÖTZE)

Spielbericht

Beim Aufwärmen hatte sich Sami Khedira wenige Minuten vor Spielbeginn eine Wadenzerrung zugezogen.

Der Bundestrainer Jogi Löw setzte dafür den 23-jährigen Mönchengladbacher Christoph Kramer ein.
Damit wurde für Kramer ein einmaliges Fußballmärchen wahr.
Er spielte noch vor einem Jahr in der Zweiten Bundesliga beim VfL Bochum und war als einer der letzten in das WM-Aufgebot gekommen.
Während der Weltmeisterschaft spielte er bis dahin nur 11 Minuten in der Verlängerung des Achtelfinales gegen Algerien und nur 2 Minuten im Viertelfinale gegen Frankreich.

1. Halbzeit

Deutschland hatte Anstoß.
Von Beginn hatte die deutsche Mannschaft mehr Ballbesitz und kontrollierte durch sicheres Passspiel die Partie.
Torchancen blieben aber Mangelware, weil die Argentinier eine Abwehr wie ein Spinnennetz aufzogen und aggressiv gegen den Ball arbeiteten.
Die Argentinier Lionel Messi, Ezequiel Lavezzi und Gonzalo Higuain waren aber bei mehreren Kontersituationen brandgefährlich.
In der 17. Minute ging Christoph Kramer nach einem Zweikampf mit Ezequiel Garay durch einen unfreiwilligen Bodycheck wie ein angeschlagener Boxer zu Boden.
Er wurde behandelt und konnte danach weiterspielen.
Während der Behandlung soll er den Schiedsrichter gefragt haben, ob dies das Endspiel sei.
Die erste große Tormöglichkeit des Spiels hatten die Argentinier in der 21. Minute.
Ausgerechnet Toni Kroos, der bis dahin ein super Turnier gespielt hatte, köpfte im Mittelfeld 35 m vor dem eigenen Tor den Ball zurück zum eigenen Torwart.
Dabei übersah er aber den eigentlich im Abseits stehenden Gonzalo Higuain, der den Ball mitnahm und alleine auf Neuer zulief.
Zum Glück schaute Higuain nur auf den Ball und verzog zu hastig von der Strafraumgrenze.
Der Ball ging knapp am linken Pfosten vorbei.
Die deutsche Mannschaft schien sichtlich geschockt und spielte fortan etwas vorsichtiger.
Argentinien konterte weiterhin meist über die rechte Seite sehr gefährlich.
In der 30. Minute kamen sie auch zu einem Tor.
Lavezzi flankte von der rechten Seite präzise in den Strafraum, wo Higuain aus kurzer Distanz einschoss.
Der italienische Schiedsrichter Nicola Rizzoli pfiff aber kein Tor, sondern endschied richtigerweise auf Abseits.
Nach dieser Schrecksekunde folgte die gleich die nächste.
In der 31. Minute musste dann Christoph Kramer mit Verdacht auf Gehirnerschütterung doch den Platz verlassen.
Andre Schürrle kam für ihn ins Spiel.
Das Spiel war weiterhin ausgeglichen und spannend.
In der 40. Minute überlief Lionel Messi auf der rechten Seite Mats Hummels und spitzelte den Ball an Manuel Neuer vorbei.
Jerome Boateng konnte den gefährlichen Ball kurz vor der Torlinie zurück ins Spielfeld schlagen.
In den letzten drei Minuten vor der Pause ergaben sich dann Chancen für die deutsche Mannschaft.
Zuerst scheiterte Schürrle mit einem Schuss am argentinischen Torwart Sergio Romero.
Anschließend konnte Romero auch einen Schuss von Kroos festhalten, der von der Strafraumgrenze zu unplatziert abzog.
Schließlich hatte auch noch Miroslav Klose eine Möglichkeit.
Am langen Pfosten stehend verpasste er eine Hereingabe von Thomas Müller.
Hier hätte nur ein Flugkopfball mit Raketenantrieb geholfen.
Die allergrößte Möglichkeit für die deutsche Mannschaft hatte der Schalker Bendikt Höwedes in der allerletzten Minute der ersten Halbzeit.
Nach einem Kroos-Eckball von der rechten Seite klatschte sein wuchtiger Kopfball nur gegen den rechten Pfosten.
Mit dem torlosen Unentschieden ging es in die Halbzeitpause.


2. Halbzeit

Die deutsche Mannschaft setzte das Spiel in gleicher Besetzung fort.
Bei Argentinien spielte nun  Sergio Aguero für Lavezzi.
Das spannende Spiel setzte sich gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit fort.
Es waren keine zwei Minuten gespielt, als Messi in den Strafraum dribbelte und unglaublich frei vor Neuer auftauchte.
Sein Linksschuss ging aber ganz knapp am langen Pfosten vorbei.
Die Argentinier griffen die deutschen Spieler nun noch früher an und es entwickelte sich ein immer spannender werdendes Endspiel.
Manuel Neuer konnte in der 57. Minute den heranstürmenden Higuain mit einer gewagten Faustabwehr stoppen.
Weil er deutlich den Ball traf, blieb die Pfeife des Schiedsrichters stumm.
In der 59. Minute köpfte Klose auf das Tor, Romero konnte den Ball aber mühelos entschärfen.
Das Spiel wurde härter und die Fouls häuften sich.
Nachdem in der ersten Halbzeit Bastian Schweinsteiger in der 29. Minute und Bendikt Höwedes in der 34. Minute gesehen hatten, gab es nun auch Gelbe Karten für argentinische Spieler.
In der 64. Minute erhielt Javier Maschero die gelbe Karte und nur eine Minute später erwischte es Sergio Aguero.
Vor allem Bastian Schweinsteiger musste viele Tritte einstecken.
Mesut Özil erhöhte in der 81. Minute das Tempo auf dem rechten Flügel.
Er bediente den frei an der Strafraumgrenze lauernden Toni Kroos per Flachpass in den Rücken der argentinischen Abwehr.
Der Schuss von Toni Kroos ging aber neben das Tor.
Unter tosendem Applaus wurde Miroslav Klose in der 88. Minute ausgewechselt.
Für ihn kam Mario Götze auf den Platz.
In der Nachspielzeit traf Götze aus 22 m Entfernung den Ball nicht richtig und weil auch die Argentinier kein Tor erzielen konnten, ging es in die Verlängerung.

Verlängerung

Die Spannung stieg und das Spiel wurde zu einem offenen Schlagabtausch.
Die erste Möglichkeit hatte die deutsche Mannschaft.
In der 91. Minute kam André Schürrle aus kurzer Entfernung und leicht spitzem Winkel von der linken Seite zum Schuss.
Mit einem tollen Reflex konnte der argentinische Torwart Romero den Ball abwehren.
Die deutsche Abwehr um Jerome Boateng räumte die argentinischen Angriffe kompromisslos ab, hatte aber in der 97. Minute Glück.
Mats Hummels verschätzte sich und durch seinen seltenen Stellungsfehler tauchte der eingewechselte Argentinier Rodrigo Palacio frei vor Neuer auf.
 Palacio lupfte aber den Ball zu weit über Manuel Neuer und musste entsetzt ansehen, wie der Ball am Ball Tor vorbeiflog.

In der 108. Minute wurde Schweinsteiger bei einem Kopfballduell mit dem Argentinier Aguero voll am Kopf erwischt.
Mit einer blutenden Platzwunde unter dem rechten Auge blieb er minutenlang liegen.
Er wurde dann außerhalb des Platzes behandelt, während sich schon Kevin Großkreutz warmlief.
Die Platzwunde wurde aber schnell getackert und so lief Schweinsteiger wieder auf.

Das Tor

In der 112. Minute beging Palacio auf der rechten Seite etwa 10 m vor der Mittellinie ein taktisches Foul.
Er hielt Philipp Lahm von hinten am Trikot fest und verhindert so, dass Lahm über die rechte Seite angreifen konnte.
Lahm führte den Freistoß selber aus und spielte kurz zu Schweinsteiger.
Der spielte zurück zu Boateng, der den Ball in die Mitte zu Hummels passte.
Hummels spielte zu Kroos an die Mittellinie, der den Ball weiter zu Schürrle an die linke Außenlinie spielte.
Schürrle passte direkt wieder zurück auf Kroos, der mittlerweile bis zur Mittellinie aufgerückt war.
Von dort spielte Kroos wieder zu Schürrle, der den Ball annahm, sich drehte und unbedrängt an der linken Außenseite bis 10 m vor die Torauslinie laufen konnte.
Durch zwei auf ihn zustürmende Argentinier flankte Schürrle den Ball in Richtung Elfmeterpunkt.
Mario Götze stand ganz alleine etwa 7 m vor dem Tor, nahm den Ball artistisch mit der Brust an und ließ ihn auf den linken Fuß abtropfen.
Mit einem satten Direktschuss knallte er den Ball am heraustürmenden Torwart Romario rechts ins Tor.
Ein Traumtor !!!

In der 116. Minute klärte noch einmal Manuel Neuer.
Er stürmte 15 m aus seinem Tor heraus und boxte den Ball mit der rechten Faust, bevor der Argentinier Rojo ihm erreichen konnte.
Eine Minute später flankte Rojo von der linken Seite in den deutschen Strafraum.
Messi köpfte frei aus 12 m knapp über das Tor.
In der 119. Minute konnte sich auf der linken Seite noch einmal Müller gegen zwei Argentinier durchsetzen und vor das Tor flanken.
Der mitgelaufene Özil kam aber den berühmten Schritt zu spät und so musste weiter gezittert werden.
In der 120. Minute kam Per Mertesacker für Özil ins Spiel und hatte nur noch die Aufgabe, hinten abzusichern.
Nachdem Schweinsteiger Messi mit einem Foul 25 m vor dem deutschen Tor gebremst hatte, gab es in der ersten Minute der zweiminütigen Nachspielzeit noch einen Freistoß für Argentinien.
Weil Schweinsteiger wegen eines Krampfes auf dem Platz behandelt wurde, musste er erstmal den Platz verlassen.
Zum letzten Mal bei dieser Weltmeisterschaft benutzte der Schiedsrichter das Freistoßspray.
Messi nahm Anlauf und schoss den Ball weit über das Tor.
Schweinsteiger durfte wieder auf den Platz.
Sekunden nachdem Schweinsteiger bei einer Kopfballabwehr erneut am Kopf getroffen wurde  und zu Boden ging, pfiff der Schiedsrichter exakt nach 123 Minuten und 48 Sekunden dieses denkwürdige Endspiel ab.

Deutschland war Weltmeister !!!

Damit gelang es Deutschland als bisher einziger europäischen Mannschaft in Südamerika Weltmeister zu werden.

Mario Götze wurde zum Spieler des Tages gewählt.

Statistik

Dieses Endspiel stellte neue Rekorde auf.

34,65 Millionen Menschen verfolgten in Deutschland das Spiel am Fernseher.
Das ist eine Einschaltquote von 86,3 %.

Nach dem Abpfiff meldete Twitter 618.725 Nachrichten in einer Minute.
Während des Spiels gab es bei Facebook 280 Millionen Interaktionen, so viele wie noch nie bei einem Sportereignis.

Jeder deutsche Spieler erhielt für den WM-Sieg die bis dahin höchste Prämie, nämlich 300.000 Euro.
Der DFB konnte das leicht bezahlen, denn auch er erhielt von der FIFA ein Rekordpreisgeld: 25,6 Millionen Euro.

Manuel Neuer wurde nicht nur zum besten Torwart der WM gewählt, er spielte laut FIFA-Statistik auch 244 erfolgreiche Pässe.
Das waren sogar 2 erfolgreiche Pässe mehr als Messi gespielt hat.
Messi spielte insgesamt 356 Pässe, von denen 242 ankamen, das sind 68%.
Neuer spielte 298 Pässe, von den 244 ankamen, das sind 82%.

Die meisten Pässe der WM spielte Philipp Lahm.
Von seinen 651 Pässsen kamen 562 Pässe an, das sind 86%.

Thomas Müller lief am meisten.
Er kam auf 83,957 km in den sieben Spielen.

Deutschland schoss die meisten Tore, nämlich 18.
Auf Platz zwei kamen die Niederlande mit 15 Toren.
Damit stellte Deutschland den Rekord von Brasilien ein, die 1998 bei der WM in Frankreich ebenfalls 18 Tore erzielten.

Zum ersten Mal seit 20 Jahren wurde die deutsche Nationalmannschaft mit 1724 Punkten die Nummer 1 der Fifa-Weltrangliste.
Sie stand vorher auf Platz zwei und verdrängte Spanien von der Spitze, das auf Platz sieben abrutschte.
Auf Platz 2 stand Argentinien mit 1606 Punkten.

Die Fifa-Weltrangliste wird monatlich aktualisiert.

Hier kannst du Fotos vom Siegtor sehen.

Abb
Quelle: Medienwerkstatt Mühlacker (MH)

  Kategorie:  Alle    Kunst, Musik und Sport     Sport     Fußball     Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien   



Grundschulmaterial.de Lernwerkstatt 10 Der Deutsche Kindersoftwarepreis TOMMI 2012 geht an PUSHY!


www.medienwerkstatt.de
Diese Seiten werden kostenlos für Kinder
von der Medienwerkstatt Mühlacker produziert

Copyright © 2004-2022 Medienwerkstatt Mühlacker Verlagsges. mbH. Alle Rechte vorbehalten

Mitglied bei seitenstark.de

Wir sind Mitglied