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Windmühlenturm in Marl

Im Regierungsbezirk Münster befindet sich im Kreis Recklinghausen in der kleinen Stadt Marl (etwa 84.000 Einwohner) in der Hochstraße (Nummer 76) ein alter Mühlenturm.

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Zum Bau der Windmühle im Jahr 1850 gibt es folgende mündliche Überlieferung:
Ein reicher Bauer drohte dem Besitzer der Wassermühle am Volkspark, dass er ihm ein Kreuz vor die Wassermühle setzen würde.
Der Bauer war nämlich mit der Leistung des Wassermühlenmüllers nicht zufrieden.
Der Wassermühlenmüller dachte sich nichts dabei.
Was er aber nicht bedachte, war die Tatsache, dass es sich bei dem Kreuz um ein Windmühlenflügelkreuz handelte.
Tatsächlich ließ der reiche Bauer nur etwa 2 km entfernt eine Windmühle bauen.
Zur Erntezeit rollten nun die mit schweren Garben beladenen Wagen zur neuen Windmühle.
Weil die Wassermühle am Volkspark sehr häufig an Wassermangel litt, konnte sie während der Erntezeit nicht das gesamte Korn der Bauern mahlen.
Die neue Windmühle war deshalb für die Bauern in Marl eine willkommene Alternative zur Wassermühle am Volkspark.

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1875 erbten die Gebrüder Wessels die Mühle.
Um 1900 gehörte die Mühle der Familie Rütter.
1908 wurde ein Maschinenraum an die Mühle gebaut.
Im Jahr 1911 erhielt die Mühle einen Saugmotor, um auch bei Windstille mahlen zu können. 1935 wurden die Flügel beschädigt und außer Betrieb gesetzt.
Dafür wurde ein Dieselmotor in Betrieb genommen.
Wenig später wurde auch ein Elektromotor eingebaut, aber kurz danach wurde der
gesamte Mühlenbetrieb eingestellt.
1936 wurde die Haube wegen Altersschwäche abmontiert.
Bis etwa 2000 diente die Mühle als Lagerraum.

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Danach verfiel der Mühlenturm immer mehr und sollte abgerissen werden.
Dem Heimatverein gelang es aber mit Sponsoren sowie 10 Marler Handwerksfirmen den Turm kostenfrei zu renovieren.
Nach einer Renovierungszeit von etwa einem Jahr wurde Ende 2001 der sorgsam restaurierte Mühlenturm vom Raiffeisen Markt an den Heimatverein verpachtet.
Der Heimatverein stellte auch Überlegungen an, wieder eine Kappe mit Windmühlenflügel anbringen zu lassen.
Dieses Vorhaben hätte aber 280.000 Euro gekostet.
Da der Heimatverein so viel Geld nicht aufbringen konnte, steht der Mühlenturm noch heute (Stand 2014) ohne Flügel da.

Der Heimatverein nutzt die Mühle heute für Heimatabende, Ausstellungen, Feste und Feierlichkeiten.

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Quelle: Fotos: Medienwerkstatt Mühlacker (MH)

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