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Ritterstand - Rittertum

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Ursprünglich ist der 2. Stand im alten Rom – die ehemals berittenen Krieger (equites), die einer Sage nach von Romulus in einer Stärke von 300 Mann aufgestellt wurden – als Ritterstand bezeichnet worden.

Der mittelalterliche Stand der Ritter hängt mit dem römischen
2. Stand nicht zusammen. Er entwickelte sich wie das Lehnswesen aus der germanischen Gefolgschaft durch die Umgestaltung des fränkischen Heeres in ein Reiterheer.

Der Begriff Rittertum umfasst die Lebensweise, die Weltansicht und den Ehrenkodex der Ritterschaft des Mittelalters, die sich auf den gesamten Adel auswirkten.

Als ritterliche Ideale galten vor allem die kriegerische Tüchtigkeit, die Treue gegenüber dem Lehnsherrn, der Schutz der Schwachen und der Kirche sowie die Verehrung der Frauen (Minne).


Ein Ritter, der diesen strengen Ehrenkodex nicht beachtete, konnte wegen unehrenhaften Verhaltens seine Ritterehre verlieren.

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Das eigentliche Rittertum des Mittelalters dauerte ungefähr vom Jahr 1000 bis 1500 und hatte im 11. Jahrhundert seine Blütezeit.

In dieser Zeit begannen die Bauern große Waldflächen zu roden und viele neue Siedlungen entstanden.

Um die Landbevölkerung vor Übergriffen und Plünderungen zu schützen, boten ihnen die Landadeligen ihren Schutz an, machten die Bauern dadurch aber gleichzeitig zu ihren Leibeigenen.

Denn die Notwendigkeit ständiger Übung und die Ausstattung mit teuren Pferden und Waffen bewirkte die Bildung eines besonderen Kriegerstandes, der einigermaßen begütert sein musste.

Die Bauern selbst verfügten nicht über genügend Mittel, um sich Pferde und Waffen zur Verteidigung leisten zu können.

Seit dem Jahre 1037 ging der „Beruf“ des Ritters meistens vom Vater auf den Sohn über, und es bildeten sich die Formen für Eintritt und Grade sowie der Gebrauch von Wappen aus.

Bedingung für den Eintritt in den Ritterstand wurde die Abstammung von "ritterlichen Eltern".

 

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Das Rittertum hatte zur Zeit der Kreuzzüge seinen Höhepunkt. Seine Kultur zeigt sich zu dieser Zeit in der eigenartigen Auffassung von Ehre und Pflicht.

Im Rahmen der „Kreuzzüge" sollten die Ritter „die heiligen Stätten“ von der islamischen Herrschaft befreien. Als Lohn wurde den Rittern von den Predigern der Kreuzzüge Sündenvergebung und im Falle des Todes auf dem Schlachtfeld das ewige Heil versprochen.

Doch es spielten nicht nur religiöse und christliche Gedanken bei diesen auf beiden Seiten verlustreichen Kreuzzügen eine Rolle. Auch Abenteuerlust und die Aussicht auf Handel und Beute spielten bei diesen „Religionskriegen“ sicher eine große Rolle.

Im Spätmittelalter, als die Feuerwaffen erfunden und erstmals eingesetzt wurden, und Söldnerheere und Truppen für den König in den Kampf zogen, verlor der Ritterstand an Bedeutung.

Auch die Städte waren jetzt größer und mächtiger geworden und nicht mehr auf den Schutz durch Ritter angewiesen.

Als Folge der wirtschaftlichen Not entstand das Raubrittertum, das sich mit den ritterlichen Idealen nicht mehr verbunden fühlte.

Das Rittertum als ein Adelsstand mit Grundbesitz, der ausschließlich dem König untertan war, konnte sich als Reichsritterschaft bis zum Jahre 1806 behaupten. Danach war die Zeit der Ritter endgültig zu Ende.


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Quelle:
Bild 1: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Codex_Manesse_Heinrich_von_Mei%C3%9Fen_%28Frauenlob%29.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain

Bild 2: Foto / Medienwerkstatt Mühlacker
www.grundschulmaterial.de

Bild 3: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Codex_Manesse_Hartmann_von_Aue.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain

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