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Rittermahl - Ritterbankett

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Nur wenige Ritter waren so reich und hatten so viele Leibeigene, dass sie selbst nicht arbeiten mussten.

Die meisten Ritter waren eben nicht nur Soldaten, sondern auch Bauern und mussten im Stall und auf den Feldern kräftig mit anpacken. Manche züchteten auch Pferde und anderes Vieh.

Aus ihren eigenen Gewässern fischten sie Fische, die sie für den Winter einpökelten oder auf dem Markt verkaufen konnten.

Auf dem Speiseplan standen Brot aus grobem Weizen-Roggen oder Hafermehl, das Fleisch von den Schweinen aus der eigenen Fütterung sowie das Gemüse aus dem Garten. Ziegen, Kühe und Schafe lieferten Milch für Milchprodukte.

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Die adeligen und reichen Ritter konnten sich demgegenüber eine abwechslungsreiche und luxuriöse Kost leisten.

Diese mittelalterlichen Menüs in einem Rittersaal erscheinen uns heute als ausschweifende Gelage. Die Gäste wurden in mehreren Gängen mit den erlesensten Speisen bewirtet.

Als ganz besonders vornehm galt es, Geflügelfleisch zu servieren. Damals war man nämlich der Ansicht, dass jede Speise, die vom Himmel kommt, näher bei Gott war.

So galten Rebhühner-, Enten-, Gänse- und Schwanenbraten als ganz besondere Delikatessen.

Aber auch Wildschweinbraten oder Hirschbraten als zweiter Gang eines Ritterbanketts waren sehr beliebte Speisen. Der Wein, der zum Essen gereicht wurde, war mit Wasser verdünnt und nicht so alkoholreich wie heute.

 

Beim Essen in einem solchen Bankettsaal, ging es oft hoch her und „die Tische bogen“ sich regelrecht unter den aufgetischten Mengen.

Zur Unterhaltung und Belustigung der Gäste spielten Musikanten auf, oder Schausteller und Hofnarren hielten die Gesellschaft bei Laune.

Solche Komödianten und Narren traten auch auf mittelalterlichen Märkten auf.

 

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Im Mittelalter aß man selbst in der vornehmen Gesellschaft mit den Fingern, teilte sich mit seinem Nachbarn oder seiner Nachbarin zuweilen den Löffel und das Trinkgefäß und bediente sich seiner Hände, um wie die anderen Gäste die Fleischstücke aus der gemeinsamen Schüssel oder aus dem großen Topf zu „fischen".

Dadurch waren allein schon aus hygienischen Gründen bestimmte Verhaltensmaßregeln beim gemeinsamen Mahl erforderlich. Zuerst einmal musste man sicher sein, dass alle Gäste saubere Hände besaßen.

Deshalb wurde das „öffentliche Händewaschen" eingeführt. So hatten Diener vor Beginn jeder Mahlzeit Wasserkannen, Handbecken und Handtücher bereitzustellen. Nach dem gemeinsamen Essen erschienen sie ein zweites Mal, damit sich die Gäste ihre Hände erneut säubern konnten.

Später war es üblich mit einem von Hausherrn gestellten Löffel und dem selbst mitgebrachten Messer zu essen.

Erst im 16. Jahrhundert begann die Gabel als Essbesteck in Mode zu kommen.

Sie wurde jedoch von der Kirche als Hexen- und Teufelswerk verachtet und galt allgemein als weibisch und geziert.

Martin Luther schrieb im Jahre 1518: „Gott behüte mich vor Gäbelchen."

Und von Erasmus von Rotterdam kennt man den Ausspruch: „Was gereicht wird, hat man mit drei Fingern oder mit Brotstücken zu nehmen."

Noch in Tischregeln aus Italien vom Anfang des 17. Jahrhunderts kann man nachlesen: „Unsere Mitglieder mögen von ihrem Tisch Gabeln und Löffel verbannen. Hat uns die Natur nicht fünf Finger an jeder Hand geschenkt? Warum wollen wir sie mit jenen dummen Instrumenten beleidigen, die eher dazu geschaffen sind, Heu aufzuladen als das Essen?"

Erst am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Gabel in Adelskreisen Mode und der Gebrauch zu einem Symbol der Vornehmheit.

Auf dem Foto unten siehst du die Kaltenberger Ritter, die jährlich ein Ritterturnier aufführen, bei einem Festbankett.

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Quelle:
Foto 1 - 3: Medienwerkstatt Mühlacker

Foto 4: Mit freundlicher Genehmigung von:
http://www.ritterturnier.de
Ritterturnier Kaltenberg Veranstaltungs GmbH

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