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Religiöse Feiertage

Abb Religiöse Feiertage werden nach dem "kameri takvim" (Mondkalender) berechnet. Auf dem offiziell verwendeten Kalender fallen deshalb diese Feiertage nicht immer auf die gleichen Tage des Jahres.

So werden zum Beispiel jedes Jahr die Feiertage "Ramadan" (Fastenmonat im Islam) und "Kurban bayramı" (Opferfest) mit einer Rückrechnung von 10 Tagen gefeiert, wodurch diese Feiertage im Laufe der Zeit zu unterschiedlichsten Jahreszeiten auftreten.

Der "Ramadan bayramı" (Festtage des Fastenmonats) wird nach dem Mondkalender in den ersten drei Tagen des 10. Monates (Monat Şevval) gefeiert, der "Kurban bayramı" hingegen ab dem 10. Tag des 12. Monates (Monat Zilhicce) und dauert vier Tage.

Auch wenn diesen Feiertagen in der Tradition des Volkes nicht mehr die Bedeutung wie früher zukommt, so werden sie doch in lebendiger Weise aufrechterhalten.

Das Wichtigste des "Ramadan bayramı" und des "Kurban bayramı" ist, dass Freunde, Verwandte und Nachbarn durch die gegenseitigen Feiertagsbesuche diese Feiertage gemeinsam verbringen.

Die Jungen erhalten Segensgebete von den Älteren, indem die Jungen die Hände der Älteren küssen. Es ist auch Tradition, dass denjenigen, die die Hände küssen, kleine Geschenke und Geld überreicht wird. Den Besuchern werden am "Ramadan bayramı" Bonbons und Schokolade angeboten.

Am "Kurban bayramı" dagegen werden nicht nur Bonbons sondern auch Fleisch des geschlachteten Opfertiers angeboten.

Dem Gelehrten Birûnî aus Khorasma zufolge, der im 10. Jahrhundert lebte, hängt das Anbieten von Bonbons an den Feiertagen damit zusammen, dass Cem (sagenhafter pers. König) an einem Nevruz-Tag den süßen Saft des Zuckerrohres entdeckt hat und danach die Bonbonproduktion entstanden ist und sich verbreitet hat.

Früher wurde nur am Nevruz-Tag (Neujahrstag) Süßigkeiten angeboten, später hat sich dieser Brauch jedoch auf andere Feiertage übertragen.

Der "Kurban bayramı" vergeht in der Türkei im Vergleich zum "Ramadan bayramı" mit weniger Spaß und Vergnügen. In dem Moment, als der Sohn des Propheten Abraham zum Opfer gebracht werden sollte, stieg vom Himmel ein Widder herab mit dem Befehl Gottes, ihn anstelle des Menschenkindes zu opfern. Dieses Ereignis ist in die islamische Religion eingegangen.

Zwischen den Monaten "Şevval" und "Zilhicce" liegt der Monat "Zilkade" (11. Monat), das vom Volk auch als Dezember bezeichnet wird. Man glaubt daran, dass es kein Glück oder nichts Gutes bringen wird, wenn man in diesem Monat heiratet.

Der erste Tag des "Kurban bayramı" ist jener Tag, an dem in Mina (Ort- und Raststelle für Mekkapilger) bei Mekka die Opfertiere geschlachtet werden.

Nach islamischem Glauben ist jeder wirtschaftlich gut gestellte Pilgerer dazu verpflichtet, ein Opfer zu bringen. Als Opfertiere werden Schafe, Rinder oder Kamele geschlachtet. Das zu opfernde Tier muss gesund, das weibliche Tier darf nicht trächtig sein.

Es gibt einige Traditionen, die bei der Opferbringung befolgt werden müssen. Einige dieser Traditionen gehen auf den Islam zurück, andere sind länder- oder regionalbezogene Traditionen.

In einigen Gebieten der Türkei ist es Brauch, dass die zu opfernden Schafböcke zuvor gewaschen, mit Henna bestrichen und mit Engelshaar sowie Bändern verziert werden. Das Bestreichen mit Henna ist in der Türkei ein sehr alter Brauch, der auch bei den Juden angewandt wird. Das Verzieren mit Engelshaar und Bändern ist dagegen ein Brauch, der in manchen Regionen Mittelasiens vorkommt.

Ein Drittel des Opferfleisches verbleibt im Hause. Die anderen zwei Drittel werden an Nachbarn, Verwandte oder Arme verteilt.

Ein gemeinsames Merkmal der Feiertage "Ramadan bayramı" und "Kurban bayramı" liegt darin, dass gesellschaftliche Feste organisiert werden. Besonders in den Städten und Kleinstädten treffen sich die Kinder und Jugendlichen an den Stellen, an denen die Opfertiere geschlachtet werden, und feiern dort ausgelassen.

Diese Orte fungieren zu diesen Zeiten als eine Art Messegelände. Als "Ramadan bayramı" werden jene Feiertage bezeichnet, die nach der Beendigung einer einmonatigen Fastenzeit abgehalten werden.

Im Monat Ramadan werden einige Bräuche und Traditionen ausgeführt. Früher warteten die Fastenden, besonders wenn die Nächte kurz waren, also im Sommer, ohne zu schlafen auf die Morgenstunden um das "sahur"- Essen, Essen vor Tagesanbruch in der Fastenzeit, zu sich zu nehmen.

Gemeinsam wurde die Zeit nach dem nächtlichen Gebet bis zum Fastenbrechen in den Morgenstunden in lustiger Runde verbracht.

In einigen Gebieten Istanbuls, z.B. am Divanyolu zwischen Şehzadebaşı und Direkler war diese Festtagsstimmung schon von weitem zu hören. In den Nächten der Fastenzeit gab es Theatervorführungen wie "Karagöz" und "Ortaoyun".

Im Landesinneren waren diese Feste zu Hause jedoch anders. Die Versammlungen in den Kaffeehäusern, wurden von Vorträgen der Volkslieddichter begleitet. Neben den Volksliedern erzählten die Künstler oft mehrere Nächte andauernde Sagen, "aşık" genannt .

 

 

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