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Der Ausbruch des Pinatubo im Jahre 1991

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Der Pinatubo ist einer der 21 aktiven Vulkane auf den Philippinen und liegt im Zentrum der Insel Luzon, 90 km von Manila entfernt.

Da in den Aufzeichnungen aus historischer Zeit keine Ausbrüche des Pinatubo bekannt waren, galt dieser Vulkan lange Zeit als erloschen und wurde auch nicht überwacht.

Vor dem großen Ausbruch im Jahre 1991 hatte der Berg eine Höhe von 1759 m, inzwischen liegt seine Höhe unter 1600 m.
Der Basisdurchmesser beträgt 30 – 50 km.

Viele Menschen hatten mehrere Jahrhunderte am Hang und am Fuß dieses Vulkans gelebt, seit sie aus den Tälern vor den spanischen Eroberern geflohen war.

Die eingeborenen Aetas hatten den fruchtbaren vulkanischen Boden unter anderem zum Anbau von Bananen und Kaffee genutzt. Die Flüsse (Bucaco, Santo Tomas, Maloma, Tangguay, Kilengfluss), die am Pinatubo ihren Ursprung haben, stellten ihre Existenzgrundlage dar.

Niemand rechnete damit, dass der Pinatubo eine Gefahr darstellen könnte, und doch erwachte der Berg zu neuem Leben.

Die Eruption des Pinatubo ereignete sich im Juni 1991 und war eine der gewaltigsten des 20. Jahrhunderts. Das erste Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch war ein heftiges Erdbeben, das Luzon im August 1990 heimsuchte.

Am 2. April 1991 stieß der Pinatubo zunächst Dampf und Asche aus und am Gipfel ereigneten sich einige Explosionen.

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Zunächst hielten diese kleineren Eruptionen an und bedeckten die umliegenden Gebiete mit Asche. Die von den Vulkanologen installierten Seismographen verzeichneten jeden Tag Hunderte von Erschütterungen und Erdbeben.

Da die Wissenschaftler die drohende Gefahr eines gewaltigen Ausbruchs vorhersagten, wurde zunächst die Evakuierung aller Menschen angeordnet, die im Umkreis von 10 km um den Gipfel des Pinatubo lebten.

Als sich Anfang Juni 1991 auf dem Gipfel des Berges ein Lava-Dom heranbildete, wurde dieser Bereich auf einen Umkreis von 20 - 40 km erweitert, so dass insgesamt mehr als 200.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten.

Der Höhepunkt der Eruption ereignete sich am 14. und 15. Juni. Am 14. Juni traten am Gipfel des Pinatubo aus mehreren Förderschloten große Explosionswolken hervor.

Am 15. Juni kündigte sich der Anfang der großen Eruption an, und große Erdbeben setzten ein. Inzwischen funktionierte nur noch ein Seismograph, alle anderen waren durch die vorangegangenen Eruptionen bereits zerstört worden.

 

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Der niedergehende Ascheregen hatte den Himmel so sehr verdunkelt, dass man den Pinatubo nicht mehr sehen konnte und bereits am frühen Nachmittag die Dämmerung einsetzte.

Dadurch wurde eine direkte Beobachtung der Eruption unmöglich. Doch durch Messungen konnte nachgewiesen werden, dass Asche während der gewaltigsten, dreistündigen Phase des Ausbruchs bis zu 34 km in die Höhe geschleudert wurde.

Der Ascheregen ging überall auf der Insel nieder und erreichte sogar den Flugplatz von Manila, da gleichzeitig der Taifun Yunka über die Insel Luzon hinwegfegte.

Der Taifunregen vermischte sich mit den Ascheschichten, so dass massive Schlammfluten, die so genannten Laharen, die Folge waren.

Sie richteten die schwersten Zerstörungen an und brachten viele Dächer zum Einsturz. Die Menschen, die in ihren Häusern oder Autos Schutz gesucht hatten, kamen dabei ums Leben.

Nachdem sich der Ascheregen Ende Juni etwas gelegt hatte, konnte man sehen, dass der Gipfel des Pinatubo völlig verschwunden war. An seiner Stelle klaffte ein riesiger Krater mit einem Durchmesser von 2500 m.

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Eine Ascheschicht von 10 cm bis zu 1m bedeckte eine Fläche von 4000 Quadratkilometer.

Durch die Massen der Schlammströme war der Lebensraum der Menschen in einem riesigen Umkreis um den Pinatubo völlig zerstört und jegliche Vegetation war verschwunden.

Auch die Täler der Flüsse waren mit Schutt angefüllt, so dass sie sich neue Betten graben mussten.

Viele Menschen (mindestens 400 – die genaue Zahl konnte nicht ermittelt werden) kamen während der Eruption um. Die meisten von ihnen starben, weil ihre Hausdecken durch die schweren Asche-Wasser-Gemische einstürzten.

Die glücklicherweise vor der Eruption durchgeführten Evakuierungen retteten aber Zehntausenden Menschen das Leben und können für die Vulkanologen und die Eruptionsvorhersage als ein großer Erfolg angesehen werden.

Der Ausbruch des Pinatubo ist der zweitgrößte Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts gewesen.

Insgesamt wurde durch die Eruption ungefähr 10 km³ Material ausgeworfen.

Es war damit die größte Eruption seit Novarupta im Jahre 1912, und sie war ungefähr 10mal größer als der Ausbruch des Mount St. Helens im Jahre 1980.

Die Eruption hatte auch große Auswirkungen auf die Ozonschicht in der Atmosphäre. Die Ozonschicht in den mittleren Breitengraden hatte den geringsten Stand, der je gemessen wurde und das Ozonloch über der Antarktis nahm eine neue Rekordgröße an.

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Quelle:
Fotos: http://vulcan.wr.usgs.gov
public Domain

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