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Shareen interviewt Uroma Hilde über ihre Schulzeit

Gestern habe ich meine Uroma Hilde interviewt. Sie ist heute 85 Jahre alt. Sie hat mir von ihrer Schulzeit erzählt.

Meine Uroma wurde 1926 in die evangelische Lutherschule eingeschult, das war eine Volksschule. Die Kinder besuchten die Schule von der ersten bis zur achten Klasse. In der Klasse meiner Uroma waren zwischen 30 und 40 Kinder, Mädchen und Jungen.

Die Eltern meiner Uroma mussten kein Schulgeld bezahlen. Eigentlich mussten die Eltern die Bücher kaufen, aber wenn sie zu arm waren, bekamen die Kinder die Bücher von der Schule umsonst.

Da alle Eltern fast kein Geld hatten und die Kinder wenig zu essen hatten, wurde in einer kleinen Hütte an der Schule dicker Reis, Milch und Kakao an die Kinder verteilt.

Nach der Schule musste meine Uroma bei einem Bauern Kartoffeln auflesen. Dafür bekam sie Geld und Kartoffeln.

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In der Schule durften die Kinder anziehen was sie wollten. Meine Uroma hatte immer ein Kleid an und eine Schürze darüber, damit das Kleid nicht so schnell schmutzig wurde.

In den ersten Schuljahren hatte meine Uroma Rechnen, Schreiben, Lesen, Religion, Malen, Turnen, Singen und Handarbeit. Später kamen die Fächer Geschichte, Erdkunde und Naturkunde dazu.

Ihr Klassenlehrer hieß Herr Weber und der Rektor hieß Herr Schröder.

Morgens um 8.00 Uhr fing die Schule an, und der Unterricht dauerte bis mittags.

Die Kinder mussten sich zu zweit auf dem Schulhof aufstellen. Dann gingen die Klassen hintereinander in die Schule.

Wenn der Lehrer in die Klasse kam, mussten die Kinder aufstehen. Der Lehrer rief alle Namen auf. Dann guckte der Lehrer, ob alle Kinder saubere Hände hatten und ob es Kinder gab, die Läuse hatten.

Die Bänke und Schuleinrichtung waren ungefähr so wie im Schulmuseum in Dortmund. Auch der Tornister, der Griffelkasten und die Tafel sahen so aus.

Auf dem Schulhof war ein kleiner Sprudelbrunnen, aus dem die Kinder trinken durften.

Meine Uroma hat zuerst die Sütterlinschrift gelernt. In der dritten oder vierten Klasse lernten die Kinder die lateinische Schrift (so wie wir heute schreiben) als Schönschrift. Sie haben ganz lange auf der Tafel geschrieben, weil ihre Eltern die Hefte nicht bezahlen konnten.

Einmal sollte meine Uroma eine Strafarbeit abschreiben. Sie hat dem Lehrer gesagt, dass ihr Heft voll ist. Da hat der Lehrer gesagt: „ Dann schreib eben auf den Zeitungsrand!" Da hat sie die ganze Strafarbeit auf den Zeitungsrand geschrieben.

Wenn meine Uroma was falsch gemacht hatte, bekam sie mit einem Stock Schläge in die Hand. Die Jungen bekamen Schläge auf den Po.

Trotzdem sagt meine Uroma, dass ihre Schulzeit schön war.

Zeugnisse von Uroma Hilde

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Quelle:
Text: Schülerin einer 4. Klasse

Foto und Zeugnisse: Mit freundlicher Genehmigung von Uroma Hilde

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