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Die Dresdner Frauenkirche – Das „Herz von Elbflorenz“ schlägt wieder

Am Sonntag, 30. Oktober 2005 wurde die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte spätbarocke Frauenkirche nach 60 Jahren und acht Monaten in einer feierlichen Zeremonie geweiht.

Vor 1700 hochrangigen geladenen Gästen beging der Landesbischof Jochen Bohl einen Weihegottesdienst. Unter der versammelten Prominenz aus Kirche, Politik und Kultur nahm auch Prinz Andrew (Herzog von Kent) als Vertreter des britischen Königshauses teil.

Bundespräsident Horst Köhler hielt die Festrede beim dem sich anschließenden Festakt.

Mit dem in der ganzen Welt bekannten Wort „Friede sei mit Euch“ haben die Dresdner ihre Gäste aus aller Welt eingestimmt und begrüßt

Durch ein weltweites Engagement hat damit die Stadt Dresden nach 15-jährigen Bemühungen ihre berühmte Kirche zurück, die gleichzeitig auch den schönsten Teil ihrer Silhouette darstellt.


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Denn nachdem am 12. Februar im Jahre 1990 der evangelische Pfarrer Karl-Ludwig Hoch und der weltberühmte Trompeter Ludwig Güttler ihren „Ruf aus Dresden“ auf die Reise um die Welt schickten, wurde aus dem einstigen Mahnmal gegen den Krieg ein einzigartiges Symbol der Versöhnung und des Friedens.

Für ihre Vision, den Wiederaufbau des protestantischen Gotteshauses als „christliches Friedenszentrum in Europa“ zu verwirklichen, konnten sich nach und nach immer mehr Menschen begeistern lassen.

Und so ging aus der Bürgerinitiative die „Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e. V.“ (Fördergesellschaft) hervor, die unter dem Vorsitz des Musikers Prof. Ludwig Güttler die Gründer des Wiederaufbaus in sich vereint.

Zunächst erschien das selbstgestellte Ziel, den Wiederaufbau vorwiegend durch Spenden zu finanzieren, fast allen Kritikern völlig unmöglich. Und tatsächlich war das Spendenaufkommen zu Beginn auch noch sehr gering, so dass am Anfang des Wiederaufbaus nur ein geringes Startkapital zur Verfügung stand. Letztlich konnte so der Wiederaufbau der Frauenkirche zu ⅔ aus privaten Spenden und nur zu ⅓ aus öffentlichen Mitteln bezahlt werden.


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Im Jahre 1994 konnte der Grundstein der neuen Frauenkirche gelegt werden, und 1996 begann der eigentliche Wiederaufbau unter der Leitung des Baumeisters Eberhard Burger.

Im Herbst 2005 wurde der Wiederaufbau abgeschlossen und kostete insgesamt rund 180 Millionen Euro. Er vollzog sich viel schneller, als man ursprünglich erwartet hatte, weil das Spendenaufkommen alle Erwartungen bei weitem übertraf.

Der in den USA lebende Nobelpreisträger Günter Blobel gründete 1995 die „Friends of Dresden" und stiftete 800.000 Euro seines Nobelpreis-Geldes.

Auch Königin Elizabeth II. gab einen ansehnlichen Beitrag aus ihrer Privatschatulle und sammelte bei einem Benefizkonzert in Berlin rund 350.000 Euro.

Nach ihrem Staatsbesuch im Jahre 1992 bildete sich in England der "Dresden Trust". „Nach einer Kreuzigung kommt immer eine Neugeburt", sagte der Vorsitzender Alan Keith Russel und ließ nach Originalunterlagen das neue Turmkreuz anfertigen. Die polnische Kleinstadt Gostyn, die im Krieg unter der deutschen Besatzung gelitten hatte, stiftete eine Flammenschale. Für diesen Zweck spendeten auch Hinterbliebene von 1942 in Dresden erschossenen Mitgliedern einer Widerstandsgruppe.


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Auch konnte entgegen der ursprünglichen Planung die äußere Form der Frauenkirche schon im August 2004 und nicht erst wie geplant im Jahr 2005 wieder hergestellt werden.

Am Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frauenkirche, die ursprünglich nach den Entwürfen des Baumeisters George Behr zwischen 1726 und 1743 errichtet worden war, arbeiteten rund 600 Steinmetze, Restauratoren, Goldschmiede und Fachleute aus vielen anderen Gewerken.

Zu rund 43 Prozent konnten beim Wiederaufbau der Frauenkirche historisches Steinmaterial verbaut werden, das sich von den neuen Sandsteinen durch seine dunklere Färbung unterscheidet.

Jede Phase der im Mai 1994 begonnenen Bauarbeiten wurde feierlich begangen. Bereits im Jahre 1996 fand der erste Gottesdienst nach der Zerstörung statt. Im Jahre 2004 erhielt die Kirche ihre Turmhaube und das vergoldete Kuppelkreuz und hatte damit seine äußere Höhe von 91,23 Meter zurück. Die von dem Straßburger Orgelbauer Daniel Kern gefertigte Orgel mit ihren 4873 Orgelpfeifen wurde im Frühjahr 2005 montiert und hatte am 30. Oktober ihren großen und feierlichen Einsatz.

Mit der feierlichen Weihe öffnete die Frauenkirche wieder ihre Pforten, um den Zweck zu erfüllen, zu dem sie erbaut wurde.

Als Ort Gottes und der Menschen lädt sie ein

- zur Einkehr und persönlichen Andacht,
- zur Begegnung mit dem Evangelium in Wort und Musik,
- zum Besuch eines großartigen Bauwerkes, in dem die Geschichte lebendig ist,
- zum Meinungsaustausch über die Fragen der Gegenwart in christlicher Verantwortung.

Die Frauenkirche will weiterhin Brücken bauen, Versöhnung mit Leben erfüllen und Glauben stärken.

Damit ist die wiedererstandene Frauenkirche mehr als die Erfüllung des Jahrzehnte langen Traums vieler Dresdner. Vielmehr wurde 60 Jahre nach Einsturz des Originalbaus am 30. Oktober ein einzigartiges Versöhnungswerk geweiht.

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Quelle:
Bild 1: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Canaletto_%28I%29_005.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain

Bild 2: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Canaletto_%28I%29_012.jpg Ansicht von Dresden, Die Frauenkirche
http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain

Bild 3: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Dresden_Frauenkirche_1880.jpg
http://commons.wikimedia.org/wiki/Public_domain
Dresden, Germany, Frauenkirche, between 1860 and 1890

Bild 4: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Dresden_ww2-25.jpg
http://commons.wikimedia.org/wiki/Public_domain

Bild 5: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Frauenkirche_Dresden_Juni_2004.jpg
http://de.wikipedia.org/wiki/GNU-Lizenz_f%C3%BCr_freie_Dokumentation
Beschreibung : Die Frauenkriche Dresden am 22.06.2004 mit frisch aufgesetzter Haube

Bilder 6 – 9: www.pixelquelle.de

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