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Der Nordosten (Irokesen, Chippewa, Blackfoot, Kickapoo ...)

Im Nordosten der USA waren die wichtigsten Sprachgruppen der hier lebenden Indianer Algonkin und Irokesisch.

Zu den wichtigsten Stämmen zählen in dieser Region der Irokesen-Bund im östlichen Teil sowie die Chippewa um den Bereich der großen Seen.

Die Indianerstämme im Nordosten lebten vorwiegend sesshaft und hatten als wichtigste Nahrungsquelle den Mais.

Der Begriff Algonkin fasst verschiedene Indianerstämme der Algonkin-Sprachfamilie zusammen, deren Sprachgebiet sich von den Great Plains bis hin zum östlichen Kanada erstreckte.

Zur Familie der Algonkin gehörten zum Beispiel die Stämme Arapahoe, Cheyenne, Ojibway, Abnaki, Blackfoot, Chippewa, Delaware, Fox, Kickapoo, Ottawa und Cree.

Diese Indianerstämme lebten als Jäger im Tal des Ottawa-Fluss, der heute die Grenze zwischen den beiden kanadischen Provinzen Ontario und Québec darstellt.

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Der Name „Algonkin“ für diese Sprachgruppe stammt von einem kleinen Indianerstamm ab, die ebenfalls Algonkin hießen und die als Bauern, Jäger und Fischer aktiv waren.

Die Algonkin waren Meister im Bau von Wigwams, die sie aus Ästen und jungen Bäumen herstellten und mit Matten aus der Rinde von Birken bedeckten. Auch ihre Kanus stellten sie aus Birkenrinde her.

Die Algonkin wurden immer stark von den Irokesen bekämpft und wurden von ihnen abfällig als „Adirondack“ bezeichnet, was so viel bedeutet wie „sie essen Bäume".

Die Nachfahren der Algonkin leben heute in Kanada.

Eine weitere Sprachfamilie im Nordosten ist Irokesisch. Diese Bezeichnung geht auf die Irokesen zurück. Die Familie wird in zwei Gruppen unterteilt: die nördlichen Stämme, unter denen die Irokesen die mächtigsten waren und die südlichen Stämme mit den Cherokee.


Die Chippewa waren südlich der Großen Seen - genauer im Süden des Lake Michigan und Lake Superior - beheimatet. Sie betrieben nur sehr begrenzt Ackerbau, aber ihr Fischfang war von großer Bedeutung, da in den Seen ihres Stammesgebietes zahlreiche Fischarten vertreten waren. Neben dem Fischfang erzielten die Chippewa reiche Ernten des wilden Reis.

Auch die Chippewa verwendeten zum Anfertigen von vielen Gegenständen die Birkenrinde. Dieses Material war leicht und die daraus gebauten Kanus konnten ohne Probleme von einem See bzw. Fluss zu einem anderen transportiert werden.

Das Stammesgebiet der Chippewa war sehr wildreich, und so konnten sie zahlreiche Tierarten erlegen und dadurch Pelzhandel mit ihren Nachbarn unterhalten.

Zunächst betrieben sie nur Handel mit den befreundeten Stamm der Huronen, die als Zwischenhändler die Waren weiter an die Franzosen tauschten. Später übernahmen auch die Irokesen den Tauschhandel und gaben die Felle an die Engländer weiter.

Durch diesen Tauschhandel gelangten die Chippewa sehr früh an europäische Waffen und waren gegenüber den anderen Stämmen der Region überlegen.

Diese Macht nutzten die Chippewa aus und wurden zu den gefährlichsten Kriegern der Vereinigten Staaten. Sie griffen ihre Nachbarstämme an und vertrieben sie sowohl aus ihren fischreichen Seengebieten als auch aus ihren wildreichen Waldgebieten nach Westen oder Süden.

Zu diesen angegriffenen Stämmen gehörten auch die Dakota, die im 18. Jahrhundert durch diese Vertreibung die Präriegebiete erreichten. Gegen die Stämme der Dakota führten die Chippewa einen zweihundertjährigen Krieg, der viele wechselseitige Siege zur Folge hatte.

Heute leben die Chippewa in Kanada sowie in den USA. In den Vereinigten Staaten gibt es Chippewa-Reservationen in den US-Bundesstaaten Michigan, Minnesota, North Dakota und in Wisconsin.


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In den Staaten Ohio, Pennsylvania, New York und auch in Kanada lebte einer der bekanntesten Stämme des östlichen Waldlandes - die Irokesen.

Der Begriff „Irokesen“ hat einen französischen Ursprung und wird für eine Gruppe von Stämmen angewandt, die sich in der berühmten Irokesen-Liga vereinten. Zu ihnen gehören die Stämme der Onondagas, die Oneidas, die Senecas, die Cayugas und die Mohawks.

Das Hauptgebiet, in dem sie lebten, lag im Osten der Großen Seen und am St.-Lorenz-Strom. Aus diesem Gebiet hatten sie die anderen Indianerstämme vertrieben.

Die Algonkins nannten die Irokesen „Nadowa“ (auch: Nottoway) was so viel wie „Echte Nattee“ bedeutet.

Sich selbst bezeichneten die Irokesen als „Ongwanonsiouni“, was mit „Wir vom langen Haus“ übersetzt werden kann.

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Die Irokesen, die sich ein fruchtbares Gebiet angeeignet hatten, betrieben einen sehr erfolgreichen Ackerbau und bauten vor allem Mais, Bohnen und Kürbisse an.

Aber auch Sonnenblumen, Kräuter, wilde Pflanzen und der Zucker des Ahornbaums zählten zu ihrer Nahrung.

Während die Männer das Land rodeten, leisteten die Frauen die weitere Feldarbeit. Auch die Ernte wurde von den Frauen eingebracht. Während dieser Zeit gingen die Männer der Jagd und dem Fischfang nach.

In den Dörfern der Irokesen waren die Häuser eng zusammengebaut und von Holzspitzen bewehrten Palisaden umgeben. Sie boten gegen Angreifer ohne Feuerwaffen einen sehr guten Schutz.

Wegen ihrer grausamen Folterungs- und Martermethoden waren die Irokesen bei ihren Feinden äußerst gefürchtet, denn sie übten den Brauch des Skalpierens aus.

Nach ihrem Glauben konnte ein Feind, der skalpiert worden war, nicht in die ewigen Jagdgründe eingehen.

Die kriegerischen Irokesen kämpften aber nicht nur gegen ihre Feinde, sondern auch die Stämme untereinander waren häufig in unerbittliche Kämpfe verwickelt.

Einem Häuptling namens Hiawathan gelang es schließlich – lange bevor die Weißen ins Land kamen – unter den Stämmen der Irokesen Frieden zu stiften. Aus diesen Friedensverhandlungen, an denen 50 Häuptlinge teilnahmen, entstand der Irokesenbund – auch Irokesen-Liga genannt.

Heute liegen die Reservationen der Irokesen in Kanada ( Ontario und Quebec) und im US-Bundesstaat New York.

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Quelle: Fotos: http://lcweb2.loc.gov/pp/pphome.html
Public domain

Foto 1 / Arapahoe: Digital ID: cph 3c01281 Source: b&w film copy neg.
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Foto 2 / Chippewa : Digital ID: cwpbh 01768 Source: digital file from original neg.
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Foto 3: / Cheyenne: Digital ID: cph 3c07919 Source: b&w film copy neg.
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Foto 4 / Cheyenne: Digital ID: cph 3c06983 Source: b&w film copy neg.
Reproduction Number: LC-USZ62-106983 (b&w film copy neg.)

Foto 5 / Blackfoot : Digital ID: cph 3c11134 Source: b&w film copy neg.
Reproduction Number: LC-USZ62-111134 (b&w film copy neg.)
Repository: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA
Foto 6 / Kickapoo: Digital ID: cph 3c19212 Source: b&w film copy neg.
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Foto 7 / Chippewa: Digital ID: cph 3c06368 Source: b&w film copy neg.
Reproduction Number: LC-USZ62-106368 (b&w film copy neg.)
Foto 8 / Chippewa: Digital ID: cph 3g07312 Source: color film copy transparency
Reproduction Number: LC-USZC4-7312 (color film copy transparency)
Repository: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA
Foto 9 / Chippewa: Digital ID: cph 3c07547 Source: b&w film copy neg.
Reproduction Number: LC-USZ62-107547 (b&w film copy neg.)

Foto 10/ Irokesen: Digital ID: pan 6a25367
Source: digital file from intermediary roll film copy
Reproduction Number: LC-USZ62-127674 (b&w film copy neg.)
Repository: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA

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