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Degu

Abb Die Degus gehören zu den Nagetieren. Als man die Tiere entdeckte, hielt man sie zunächst für Mäuse oder Ratten.

Doch sie sind viel näher mit den Meerschweinchen und Chinchillas verwandt.

Der Degu oder Gewöhnliche Degu ist eine Nagetierart aus der Gattung der Strauchratten, und in letzter Zeit ist er auch in Europa als Haustier immer beliebter geworden.

Degus sind etwas kleiner als Ratten und werden mit ihnen trotz geringer Ähnlichkeit immer wieder verwechselt.

Die Größe der Tiere ist sehr unterschiedlich, was auf die Herkunft von Vorfahren aus verschiedenen Populationen zurückgeführt wird.

Das Fell der Degus ist meistens wildfarben, eher selten gibt es auch Tiere mit einem blaugrauen oder weißfleckigen Fell. An ihrer Unterseite sind sie heller – also eher graubraun gefärbt.

Die Augen der Degus sind viel größer als die der Ratten und haben eine senkrechte, schlitzförmige Pupille.

Die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine, was den Tieren ziemlich weite Sprünge ermöglicht.


Abb Auffällig ist auch die Haarquaste am Ende des langen Schwanzes, der auf der ganzen Länge mit Borsten besetzt ist, die beim Aufrichten und Klettern als Stütze dienen.

Die Schwanzhaut kann leicht abgerissen und verletzt werden, wenn das Tier von einem Raubtier angegriffen wird. Der freigelegte Teil des Schwanzes wird dann abgeworfen oder abgenagt und wächst nicht nach.

An ihren Pfoten haben Degus kräftige Krallen und dazwischen Borsten, die ihnen beim Klettern und Graben sehr hilfreich sind.

Der Degu kann seine Vorderpfoten wie Hände einsetzen und benutzt sie zum Beispiel um Futter festzuhalten.

Ursprünglich stammen die Degus aus Chile. Dort leben sie an der Küste, im Wald und in der Hochebene bis in etwa 1200 m Höhe.

Degus sind soziale und sehr gesellige Tiere. In freier Wildbahn leben sie in kleinen Familien, die sich wiederum in Kolonien mit bis zu 200 Tieren zusammenschließen.



Daher sollten Degus als Haustiere auch niemals einzeln gehalten werden!

Auch eine andere Tierart kann einen Degu als Lebensgefährten nicht ersetzen.

Es ist auch nicht sinnvoll, Degus mit anderen Kleintieren zu halten, weil manche Tiere mit der geselligen Art der Degus nicht zurechtkommen.

Die meisten der allein lebenden Degus werden mit der Zeit sehr zurückhaltend und hören auch auf zu fressen.


 

Abb Degus mögen Sand- und Staubbäder für ihre Fellpflege und gelegentlich auch ein Sonnenbad. Dabei müssen sie aber immer eine Möglichkeit zum Rückzug in kühlere Bereiche haben.

Denn da die Tiere nicht schwitzen können, würden sie an der Überhitzung sonst leicht sterben.

Degus sind sehr neugierig und kommen schon nach einiger Zeit freiwillig auf die Hand geklettert.

Degus ernähren sich von Gräsern, Kräutern, Rinden und Wurzeln. Obst vertragen sie nicht besonders gut, denn es führt aufgrund des Fruchtzuckers zu Diabetes, und auch zu energiereiche Körner (Sonnenblumenkerne) sollte man nicht an Degus verfüttern, da sie zu einer Verfettung führen können.

Auch das tägliche frische Wasser ist sehr wichtig. Degus trinken zwar nicht besonders viel, aber ein bisschen davon brauchen sie halt doch, und das schmeckt ihnen besser, wenn es frisch ist.

Die weiblichen Tiere sind bereits nach etwa 6 Wochen geschlechtsreif - die männliche Degus nur wenige Wochen später.

Nach einer Tragezeit von ungefähr 3 Monaten werden etwa 2 bis 10 Jungtiere geboren. Die „Muttertiere" werden meistens unmittelbar nach der Geburt ihrer Jungen bereits wieder gedeckt, was bedeutet, dass sie erneut schwanger werden.

Die Nachkommen sind von Anfang an sehr selbständig.

Durch die – für Nagetierverhältnisse – recht lange Tragezeit, kommen die jungen Degus beinahe vollentwickelt auf die Welt.

Sie können sehen, laufen und sie haben auch schon Fell. Besonders auffallend ist ihr großer Kopf. Schon nach nur 1-2 Stunden trauen sich die neugierigen kleinen Degus aus ihrer Höhle und erkunden die Umgebung.

In Gefangenschaft erreichen Degus ein Alter von vier bis sieben Jahren, in freier Wildbahn werden sie als Beutetier nur etwa ein Jahr alt.

Auch wenn die Degus sehr niedliche Tiere sind, gelten sie in ihrer Heimat als Plage, da sie zwar einerseits scheu, aber andererseits auch sehr neugierig sind. Außerdem können sie in kurzer Zeit große Schäden anrichten, da sie alles erst einmal begutachten müssen und auch fast alles mitnehmen. Auch graben sie tiefe Höhlen ins Erdreich, was auf Feldern erhebliche Schäden anrichtet.

Degus als Haustiere zu halten ist ein nicht immer einfaches Vergnügen. Man muss auf jeden Fall eine Menge Geduld mitbringen und auf viele Überraschungen gefasst sein.

Das Wichtigste ist, dass diese Tiere niemals alleine gehalten werden dürfen. Am günstigsten ist eine Mischung aus einem kastrierten Männchen und mehreren Weibchen, oder eine gleichgeschlechtliche Gruppe von Degus, um sich die Unmengen von Nachkommen zu ersparen.

Ansonsten sind Degus sehr einfach zu haltende Tiere, da sie – im Gegensatz zu vielen anderen Kleintieren - nur wenig Geruch verbreiten und außerdem meistens tagaktiv sind.

Degus benötigen viel Beschäftigung und Abwechslung! Andernfalls wird es ihnen langweilig und sie nerven dann mit allen möglichen nur denkbaren Aktionen.

Einen Degu kann man nicht wirklich zähmen, dafür ist er viel zu eigenwillig und zu neugierig.

Und was man einem Degu eigentlich nie abgewöhnen kann, ist seine berühmte Knabbersucht. Degus müssen eben einfach alles anknabbern.


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Quelle:
Fotos: © Medienwerkstatt Mühlacker 2005
Der "Wissenskarten-Adventskalender" entstand im Rahmen eines fächerübergreifenden Projekts in einem 4. Schuljahr einer Grundschule
in den Fächern: Deutsch, Sachunterricht, Kunst und Religion

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