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Entstehung des Krippenbrauches - Ausführliche Version

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Als Schöpfer und Urheber der Weihnachtskrippe wird sehr häufig Franz von Assisi genannt.

Er soll nach einer Legende im Jahre 1223 am Weihnachtsabend mitten im Wald eine Krippe mit Menschen und Tieren als Darstellern aufgebaut haben und den dort anwesenden Gläubigen das Weihnachtsevangelium vorgetragen haben.

Doch eigentlich hat der Krippenbau seinen Ursprung in Italien und hat sich erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Deutschland ausgebreitet.

Zu Beginn waren es zunächst die Kirchen, Klöster und die großen Herrscher, die den Bau von Krippen bei den Künstlern in Auftrag gaben.

Die Weihnachtskrippe selbst ist ein katholisches Element. Die katholische Kirche in Deutschland bediente sich ihrer insbesondere im Zuge der Gegenreformation.

Damit wollte man den Menschen, die früher zum größten Teil nicht lesen konnten, das weihnachtliche Geschehen anschaulich machen und nahe bringen.

Die Bedeutung, die der Weihnachtsbaum bei den protestantischen Christen hatte, nahm bei den Katholiken die Krippe ein.

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So ist es auch verständlich, dass eine große Zahl der Krippen im katholischen Bayern zu finden ist und dass zum Beispiel im benachbarten und früher vorwiegend protestantisch geprägten Württemberg wesentlich weniger Krippen vorhanden waren.

Besonders aus dem Raum München und Oberammergau kamen zahlreiche kunstvolle und wertvolle Krippen.

So gibt es im Bayerischen Nationalmuseum eine der besten Krippensammlungen, die zahlreiche kostbare Weihnachtskrippen umfasst, welche in der Zeit zwischen Ende des 17. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sind.

 

Später unter dem Einfluss der Aufklärung wurde das Aufstellen von Krippen zunächst verboten.

Begründet wurde das damit, dass die Menschen im Hinblick auf das Verständnis der Weihnachtsgeschichte mittlerweile fortgeschritten genug waren und keine bildlichen Darstellungen mehr erforderlich waren.

 

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Um aber die wertvollen Krippen und Krippenfiguren zu retten, brachten die Leute sie aus der Kirche ins eigene Heim.

Und es dauerte nicht lange, bis der Anblick solcher Krippen den Wunsch bei den Nachbarn und Verwandten weckte, auch solch eine Kostbarkeit zu besitzen.

So waren es fortan Privatleute, die bei den Handwerkern und Künstlern den Bau von Krippen in Auftrag gaben.

Als im 16. Jahrhundert die ersten Krippen gebaut wurden, waren sie zu Beginn noch recht einfach gehalten und beschränkten sich auf die Darstellung des Stalls zu Bethlehem.

Doch im Laufe der Zeit wurden sie immer aufwendiger.

Es wurde nicht mehr nur der Stall dargestellt, sondern ganze Landschaften wurden aufgebaut.

Eine solche Krippe bestand teilweise aus Hunderten von kunstvollen Figuren. Sie wurden aus Holz, Wachs oder Pappmache gefertigt, meistens jedoch wurden sie geschnitzt.

Das Schnitzen der Krippenfiguren war vor allen Dingen in den Gebirgstälern eine beliebte Feierabendbeschäftigung.

Der Höhepunkt der Krippenbaukunst war die Zeit des Barock im 17. und insbesondere 18. Jahrhundert.

Ein regelrechter Wettbewerb kam unter den Handwerkern und Künstlern auf, denn jeder war bestrebt, noch schönere und kunstvollere Krippen zu erschaffen.

Die Krippenfiguren, die zu dieser Zeit entstanden, wurden mit kostbarer Kleidung wie Samt und Seide versehen. Es entstanden aber auch mechanische Krippen und Krippen mit Figuren in Lebensgröße.

Viele dieser wertvollen Barockkrippen, die sich nur der Adel und die Kirche leisten konnten, haben einen ganz besonderen künstlerischen Wert. Sehr häufig tragen die Krippen auch unverkennbar die Handschrift ihres Erbauers.

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So finden sich in den Krippendarstellungen viele Darstellungen aus der Welt und dem Umfeld des Erbauers, die keinerlei wirklichen Bezug zu dem tatsächlichen Geschehen haben.

Am auffälligsten ist dies bei der Kleidung und der Haartracht der Krippenfiguren zu beobachten.

Aber es kam auch vor, dass die gesamte Krippenszene einfach in eine deutsche Landschaft verlegt wurde.

Besonders bei den bayerischen Krippen ist das häufig zu beobachten. Sie verlegen das gesamte Weihnachtsgeschehen in eine alpenländische Landschaft.

Ab dem 19. Jahrhundert wurden Krippendarstellungen auch auf Papier gedruckt.

Die Figuren konnte man aus den Papierbögen ausschneiden und mit einem Hölzchen hinterkleben, so dass man sie aufstellen oder in einen Untergrund stecken konnte.

Es gab aber auch Krippen, die bereits vollständig fertig auf Papier gedruckt waren.

Das waren die sogenannten Faltkrippen. Sie mussten nur noch aufgefaltet und aufgestellt werden.

Weil es mit der Erfindung der Papierkrippen auch für ärmere Bevölkerungsgruppen möglich war, sich eine Krippe ins Weihnachtszimmer zu holen, nannte man diese Krippen aus Papier auch „Armeleutekrippen".

Auch die Darstellung sogenannter lebender Krippen erfreut sich vor allen Dingen heutzutage wieder größerer Beliebtheit. Viele Orte und Städte bieten zur Weihnachtszeit auf dem Weihnachtsmarkt solche lebenden Krippen.

Diese Krippen bestehen häufig aus geschnitzten Figuren in Lebensgröße und lebenden Tieren. Es kommen aber auch lebende Krippen vor, in denen die Figuren der Weihnachtsgeschichte von Menschen dargestellt werden.

Hier kannst du dir noch viele weitere Fotos von Weihnachtskrippen ansehen ...

Und hier findest du Beispiele gegenwärtiger Krippenkunst ...

 

Quelle:
Foto 1: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Krippe_Gutenzell.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License
Gutenzell, Germany: Baroque Nativity Scene (1704), Adoration of the Magi (detail: holy family and messenger angels)
Photographed by Andreas Praefcke, 2003

Foto 2: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Gutenzell_Krippe_Dreik%C3%B6nigsszene_Detail_mit_Elefant.jpg
Gutenzell, Germany: Baroque nativity scene, Adoration of the Magi (detail with elephant)
Source: Photographed by Andreas Praefcke, 2005
http://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License

Fotos 3 – 6: : www.open-eye-publishing.com
Open Eye Publishing e.K.
E-Mail: info@open-eye-publishing.com

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