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Das Mädchen Eduarda – HIV-positiv

Abb Eduarda lebt in einer deutschen Kleinstadt. Sie kommt aus einem Land im südlichen Afrika, in dem immer noch Krieg herrschte, als sie es 2000 verließ.

„Ich war 15, als ich nach Deutschland kam und Asyl beantragte. Nach den ersten paar Monaten hier war ich dauernd krank. Ich hatte Fieber und konnte nicht stehen. Ich dachte erst, dass ich Malaria hatte, denn die hatte ich schon öfter.

Der Doktor hatte seine Zweifel und schlug schließlich vor einen HIV-Test zu machen. Ich war überzeugt davon, negativ zu sein.

Aber dann war ich doch positiv. Ich musste sehr weinen, weil ich glaubte, sterben zu müssen. Ich dachte, dass es gegen HIV keine Medizin gäbe, aber der Arzt erzählte mir von der Kombinationstherapie, die ich seither bekomme.

Inzwischen habe ich eine Aufenthaltsgenehmigung, gehe zur Schule, um Deutsch zu lernen und wohne in einem Studentenwohnheim. Später möchte ich gerne eine Lehre als Kellnerin machen. Ich habe den Eindruck, dass HIV heutzutage normal ist. Es ist nur so, dass es zwar jeder bekommen kann, aber niemand es will.

Ich kenne ein positives Mädchen in meinem Wohnheim. Mit ihr rede ich manchmal über meine Infektion, aber mit sonst kaum jemandem.

Ich gehe nur zu den Kontrolluntersuchungen ins Krankenhaus und um die Medikamente zu erhalten.

Ich bekomme nicht viel Sozialhilfe, kann aber davon kaufen, was ich will. Mit anderen Afrikanern hier habe ich viel Kontakt. Ich gehe auf Feste, koche Essen und singe mit ihnen, aber sie wissen nicht, dass ich infiziert bin.

Mein großer Traum ist, meine Mutter und meine Brüder zu suchen. Bis zu meinem sechsten Lebensjahr wohnte ich in einer Gegend, in der Krieg herrschte. Nachdem eine Bombe auf unser Haus gefallen war, sah ich meinen Vater schwer verwundet auf dem Boden liegen.

Ich wurde gerettet, aber meine Mutter und meine Brüder habe ich seither nicht wieder gesehen.


In der Schule sprechen wir niemals über meine Infektion. Ich will nicht über HIV sprechen, weil ich Angst habe, weinen zu müssen.

Manchmal glaube ich nicht, dass ich positiv bin. Aber wenn ich ins Krankenhaus gehe schon. Ich weiß, dass ich krank werden kann, wenn ich meine Tabletten nicht einnehme und freue mich, wenn meine CD4-Zellen* diese Zellen, ihr Anstieg immer wieder ein bisschen steigern.“


Interview: Tanne de Goei, aus: Gekeler, Corinna / Hetzel, Dirk (Hg.): Blickpunkt AIDS. Deutsche Aids-Hilfe e.V. Berlin 2005

(*CD4-Zellen sind weiße Blutkörperchen oder Immunzellen. Das HI-Virus zerstört die weißen Blutkörperchen. Je mehr das HI-Virus gehemmt wird, desto stärker steigt die Zahl der CD4-Zellen an.)

 

 

Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von: http://www.unicef.de

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