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Lebenslauf von Margarete Steiff - Grenzen überwinden (1856 - 1877)

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Weil Margarete zu Hause streng gehalten wird, genießt sie den Sommer 1856 besonders.

Sie bleibt in Ludwigsburg bei der Familie von Dr. Werner, einem Kinderarzt und hat dort wesentlich mehr Freiraum. Sie ist voll in die Familie integriert, wird auch unterrichtet und verspürt kein Heimweh.

Nach einer vergeblichen Operation ihrer Beine fährt sie zur Kur nach Wildbad.

Die Kur empfindet sie als großen Genuss. Margarete reift geistig und seelisch, die Krankheit aber bessert sich nicht. Immer wieder pendelt sie zwischen Ludwigsburg und Wildbad, im November 1856 kehrt sie nach Giengen zurück.

Nach ihren Sommeraufenthalten hat sie in der Schule viel aufzuholen, aber als ebenso lebenslustiger wie ehrgeiziger Mensch erreicht sie rasch das geforderte Niveau.

Margaretes nächster Wunsch ist es, eine Nähschule zu besuchen.

Ihr Vater wehrt sich zuerst, um sie vor Erfolglosigkeit zu schützen. Doch sie setzt ihren Willen durch und zeigt wieder einmal, dass die Eltern sie unterschätzt haben.

Zwar braucht sie wesentlich länger als die anderen und muss oft ihre Schwestern um Hilfe rufen, aber nach einigen Jahren ist sie eine perfekte Schneiderin.

Immer wieder versucht Margarete Grenzen zu überwinden. Auch der Herausforderung, das Zither spielen zu erlernen ist sie gewachsen. Sie spielt schließlich so gut, dass sie selbst in der Lage ist, Unterricht zu geben.

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Margarete geht teilweise zu anderen Familien, um dort die Aussteuer zu nähen - zunächst zu ihrer Tante Appolonia Hähnle, später arbeitet sie beim Stadtpfarrer Gross. Dort gefällt es Margarete.

Margarete hat im Alter von nun etwa 17 Jahren erkannt, dass es keine Heilung geben wird.

Sie spürt, dass sie die Krankheit akzeptieren muss, um Ruhe zu finden und ihren eigentlichen Weg gehen zu können.

Im Jahre 1874 plante der Vater Friedrich Steiff sein Haus um und baute unter anderem im ersten Stock ein Arbeitszimmer als Schneiderei ein.

 

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Zusammen mit Marie und Pauline beginnt sie, zu Hause Näharbeiten auszuführen. Die Werkstatt wird immer bekannter, die Mädchen können sich als erste in Giengen eine eigene Nähmaschine anschaffen.

Da Margarete das Rad nicht mit der rechten Hand drehen kann, wird die Maschine umgedreht: Die linke Hand treibt sie an, die rechte führt den Stoff.

Die Kundschaft wird immer zahlreicher. Margarete näht auch moderne Kleider, weitaus lieber aber näht sie Kinderkleider.

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1870 heiratet ihre Schwester Pauline, und im Jahre 1873 heiratet auch Marie.

Margarete beginnt im Sommer zu reisen. Zunächst nach Geislingen, Heidenheim, Gerstetten - in großem zeitlichen Abstand nach Neckarsulm, Stuttgart, Hochberg, Ludwigsburg, Augsburg und - wesentlich später - nach Hörbranz und Lindau, immer zu Bekannten und Verwandten.

Sie kommentiert ihre Reiselust mit einem Sprichwort:

„Der Mensch treibt just das am liebsten, wozu er am wenigsten Beruf hat."


Hier geht es weiter: Lebenslauf von Margarete Steiff - Kleider und Filztiere (1877 - 1894)

 

Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von: http://www.steiff.de
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Richard-Steiff-Straße 4
89537 Giengen/Brenz

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