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Lebenslauf von Margarete Steiff - Kleider und Filztiere (1877 - 1894)

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Noch immer arbeitet Margarete im Haus der Eltern.

1877 gründet sie auf Anregung von Adolf Glatz - einem angeheirateten Vetter und Fabrikanten in der örtlichen Filzfabrik - ein Filzgeschäft und stellt die ersten Hilfskräfte ein.

Wilhelm Adolf Glatz (1841-1916), Kgl. Württemb. Kommerzienrat, arbeitete in der Papierfabrik Völter in Gerschweiler und verheiratete sich im Jahre 1871 mit einer Schwester des Filzfabrikanten Hans Hähnle.

Glatz stand Margarete Steiff mit Rat und Tat zur Seite und ermunterte sie zur Gründung eines eigenen Geschäfts.

Er unterstützte Margarete einige Jahre lang nach Kräften; natürlich auch finanziell. Aus Filz entstehen Frauenunterröcke (für Ch. Siegle in Stuttgart und für den Einzelhandel) und Kindermäntel.

Der Umsatz steigt dauernd - aus der Nähwerkstatt wird eine kleine Fabrik.

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Ihr Bruder Fritz wird nach und nach Vater von sechs Söhnen, zu denen Margarete eine sehr enge Beziehung hat. Sie sind häufig bei ihr zu Hause und in der Werkstätte.

Margarete strahlt viel Optimismus und Zuneigung zu den Menschen aus. Sie kann auf besondere Art und Weise mit Kindern umgehen, beobachtet sie genau und reagiert mit Feingefühl und Humor auf sie.

Dieses Feingefühl äußert sich auch in dem Ton, der in der Werkstatt vorherrscht.

Es ist nicht der von Chefin und Angestellten - Margarete nimmt am Schicksal jeder einzelnen Näherin Anteil - und sie hilft wo sie kann.

Foto: Die sechs Söhne von Margarete Steiffs Bruder Fritz, fünf von ihnen treten als sie erwachsen sind in die Firma ein.

 

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1880 ist es, als sie in einer Modezeitschrift ein Modell für einen Filzelefanten entdeckt und beschließt, acht dieser Elefanten als Nadelkissen zu Weihnachten zu nähen.

Die Elefanten werden sehr hübsch und mit Begeisterung in Empfang genommen.

Die Kinder spannen sie als Zugtiere vor den Wagen, beladen sie als Lastentiere und spielen auf vielfältige Weise damit.

Schon kurz nach Weihnachten fragt man in der Werkstätte nach den Filzelefanten. Ab dieser Zeit werden die Elefanten auf Vorrat hergestellt, wenn die Nachfrage nach Kleidern Zeit dazu lässt.

Fritz hat die Idee, die Elefanten auf dem Heidenheimer Markt zu verkaufen und Margarete fertigt mit ihren Mitarbeiterinnern zwei Säcke voll mit Tieren an.

Der Erfolg ist riesig - die Filzelefanten sind rasch ausverkauft.


In dieser Zeit sind weiche Spieltiere etwas ganz Neues.

Margarete wird gebeten, auch andere Tiere zu entwerfen. Ein Kätzchen, lebensechte Hunde und ein rosa Schwein entstehen.

Die Werkstätte wird zur „Filzsachen und Spielwarenfabrik."

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Fritz bleibt derjenige, der seiner manchmal zögernden Schwester immer wieder neue Ziele nahe bringt. 1883 sorgt er dafür, dass ihre Artikel in einem Export-Musterlager in Stuttgart ausgestellt werden. Jahr für Jahr steigt nun der Umsatz, die Kollektion wird immer größer.

1886 kauft Margarete für 1460 Mark Filzbezug, 1888 für 3700 Mark, 1890 schon für 5070 Mark.

Im Jahre 1888 übernimmt Fritz das Baugeschäft seines Vaters. Er ist in Giengen sehr angesehen und drängt bald auch Margarete, aus dem viel zu kleinen Betrieb im elterlichen Haus aus zu ziehen.

Er erstellt ein Wohn- und Geschäftshaus in der Mühlstrasse - genau auf die Bedürfnisse von Margarete zugeschnitten.

Oben ist eine Wohnung mit großem Erker aus dem heraus Margarete immer auf die Straße sehen kann. Der Eckladen im Erdgeschoss mit zwei Schaufenstern dient für den Einzelverkauf von Filz und Spielzeug.

In den Folgejahren entwickelt sich die Firma weiter positiv. 1892 wird ein erster illustrierter Katalog gedruckt.

Neben Elefanten gehören Affen, Esel, Pferd, Kamel, Schwein, Maus, Hund, Katze, Hase und Giraffe inzwischen zum Sortiment.

Am 3. März 1893 wird die Werkstätte als „Margarete Steiff, Filzspielwarenfabrik Giengen/Brenz" ins Handelsregister eingetragen.

Vier Mitarbeiterinnen und zehn Heimarbeiterinnen sind 1893 beschäftigt. Der Umsatz für Filzwaren beträgt 12000 Mark, für Spielwaren 28000 Mark.

Margarete arbeitet mit eisernem Willen an ihrem Erfolg. Dennoch herrscht immer eine warmherzige Atmosphäre.

1894 wird Margarete von einer großen Spielzeughandlung nach St. Gallen eingeladen. Wenig später treffen Bestellungen aus Berlin, Rothenburg und aus dem Ausland ein.

Als die sechs Söhne von Fritz erwachsen sind, bittet Margarete sie, ins Unternehmen einzutreten. Fünf von ihnen sind bereit dazu und lassen sich zunächst ihren Neigungen entsprechend ausbilden - als Gestalter, Ingenieure und Betriebswirte.

Der Grundstein für ein Familienunternehmen ist gelegt.


Hier geht es weiter: Lebenslauf von Margarete Steiff - Aufschwung (1894 – 1903)

 

Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von: http://www.steiff.de
Margarete Steiff GmbH
Marketing Services
Richard-Steiff-Straße 4
89537 Giengen/Brenz

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