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Die Haut der Delfine

Abb Hunde und Delfine sind bei Groß und Klein gleichermaßen beliebt, doch auf den ersten Blick scheinen sie rein gar nichts Gemeinsames zu haben. Aber nur auf den ersten Blick!

Denn wenn die Tiere durchsichtig wären, würde man sehen, dass sich das Skelett des Land- und des Wassertieres sehr ähneln. Aber dazu später mehr.

Im Folgenden sollen die anatomischen Eigenheiten der Meeresakrobaten beleuchtet werden. Dabei wird der Delfin-Körper von außen nach innen betrachtet.

Es geht also zunächst um die "Hülle" der Meeressäuger, die zum einen ganz im Dienste der schnellen Fortbewegung steht, zum anderen eine wichtige Schutzfunktion übernimmt. Danach werden das Skelett des Delfins und schließlich die inneren Organe näher betrachtet.



Sensible Hülle

Den "Sensibelchen" unter uns wird oft geraten, sie sollten sich eine dicke Haut zulegen, damit sie den unangenehmen Dingen im Leben besser entgegentreten könnten und nicht auf Kränkungen usw. allzu empfindlich reagieren müssten.

Kein Lebewesen hat eine dickere Haut als die Großwale. Bei manchen Exemplaren misst die äußere Hülle mehr als 40 cm!

Aber auch die Delfine sind mit einer dicken gummiartigen äußeren Schicht gut gegen die rauen Umwelteinflüsse geschützt. Doch sensibel im eigentlichen Sinn des Wortes sind die "Dickhäuter" trotzdem.

Ihre Haut ist nämlich durchzogen von vielen Nervenendigungen, die auf kleinste Druck- bzw. Temperaturunterschiede reagieren. Besonders viele Nervenendkörperchen liegen in der Stirn- und der Zungenhaut.


Bunte Delfinwelt 

Abb In der Haut der Delfine gibt es aber nicht nur über 20 verschiedene Hautrezeptoren, sondern Günther Behrmann (Walexperte aus Bremerhaven) konnte außerdem 22 unterschiedliche Farbkörperchen (Chromatozyten) in der Haut der Waltiere nachweisen:

"Durch Melaninkörnchen entsteht die dunkle Hautfarbe der Wale.

Davon haben aber die Schweinswale oft sehr wenig, deshalb sind sie in Verbindung mit roten Chromatophoren (das sind die Farberzeuger) braun.

Der Weißwal hat nur als Jungtier noch einige Melanozyten."

Andere junge Wale (wie zum Beispiel der Grindwal) erhalten ihre dunkle Farbe erst später.

Dass die Wale und Delfine nicht nur eine eintönig graue Farbe haben, drückt sich auch in der Namensgebung der Meeressäuger aus: Blauwal, Weißwal, Braunfisch (= Schweinswal).

Der Weißseitendelfin und der Gemeine Delfin haben gelbe Streifen an den Flanken.



Mit Haut und Haaren

Was man kaum für möglich hält, ist, dass Wale auch Haare haben. "Schnurrhaare sind häufig zu finden, brechen aber, weil sie viel Silizium enthalten und sehr hart sind, nach der Geburt bald ab.

So richtig sind sie nur bei Embryonen oder jungen Walen zu sehen. Länger bleiben nur einzelne borstenartige Haare oberhalb der Nasenspitze erhalten, und so finden wir sie auch noch bei älteren Walen.

Sehr selten werden aber behaarte Wale gefunden. Die meisten embryonal noch angelegten Körperhaare werden resorbiert, bevor sie die Oberfläche durchbrochen haben.

Wenn die weichen Körperhaare aber herauswachsen, brechen sie bald ab. Durch den Haarkanal dringen dann mit dem Wasser Bakterien ein, was zu einer akneartigen Hautentzündung führt. Weil schon mehrere Schweinswale mit Aknenarben gefunden wurden, weiß man, dass sie diese Krankheit also überstanden haben." (G. Behrmann)


 

Freudensprung oder Pflegemaßnahme? 

Abb Wenn ein Stück Holz lange im Wasser liegt, wird es früher oder später verfaulen. Ebenso verändert sich Eisen, wenn es lange Zeit dem Wasser ausgesetzt ist, da es zu rosten beginnt. Es gibt kaum ein Material, das dem Wasser standhält.

Auch wir Menschen merken, dass es uns nicht allzu gut tut, wenn wir uns zum Beispiel eine Stunde lang im Wasser tummeln. Die Haut quillt auf und wird ganz weich.

Die Bewohner des nassen Elementes kennen derartige Reaktionen aber offenbar nicht. Das Wasser kann weder Fisch noch Delfin etwas anhaben.

In einem Bericht von www.3sat.de (Januar 2001) war zu lesen, dass Berliner Forscher sich die Haut der Delfine näher angesehen und dabei einige Entdeckungen gemacht haben. "Die Wissenschaftler untersuchten die Hautproben der Meeressäuger, um den Schutzmechanismus der Delfine zu verstehen.

Mit flüssigem Stickstoff konservierten sie die Proben bei Minus 196 Grad Celsius. Die nähere Betrachtung zeigt keine Schuppen wie beim Fisch, sondern Unter- und Ober- und Hornhaut, wie bei Säugetieren üblich.

Unter dem Rasterelektronenmikroskop entdeckten die Forscher eine gelartige Substanz. Dieses Gel ist für die Wissenschaftler von besonderem Interesse, da es möglicherweise wesentlich zu dem Schutzmechanismus unter Wasser beiträgt.

Mit einer speziellen Technik können die Biologen einige Millimeter von der Delfinhaut gewinnen und mit verschiedenen Apparaturen untersuchen. Dabei zeigt sich, dass das Gel eine ganz besondere Konsistenz besitzt. Dies ermöglicht es dem Delfin, durch seine Schwimmbewegungen die Substanz zu entfernen.

Bisher nahmen die Biologen an, dass Delfine vor allem aus reiner Lebensfreude Luftsprünge machen. Die Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass die Tiere springen, um sich zu reinigen.

Mit jedem Sprung wird etwas von dem Gel, das sich direkt auf ihrer Haut befindet, abgewaschen. Kleinste Mikroorganismen werden dabei sofort entfernt.

Könnte ein solches sich selbstregenerierendes Gel künstlich hergestellt werden, wäre es der perfekte Schutz gegen Zerfalls- und Korrosionsprozesse unter Wasser. Doch bis es so weit ist, muss der Mensch noch einiges von den Tieren lernen."

Bei der Gleithülle der Delfine handelt es sich übrigens um eine etwa 20 µm dicke Schleimschicht, die das Wasser abperlen lässt und auch mit dazu beiträgt, dass der Delfin sehr schnell durchs Wasser gleiten kann (er erreicht eine Geschwindigkeit zwischen 37 und 48 km/h).


Mit Tempo durchs nasse Element 

Nicht nur durch die gummiartige Hautbeschaffenheit ist es den Meeressäugern möglich, wie ein Torpedo durchs Wasser zu schnellen.

Die horizontale Schwanzflosse (bzw. Fluke) verändert die Strömungsrichtung des Wassers beim Rudern nur um 30 Grad und vermindert so die Turbulenz und den Wasserwiderstand.

(Eine Schiffsschraube verursacht eine Richtungsänderung der Strömung um 90 Grad!)

Außerdem sorgt die Speicherung einer großen Menge an Muskelfarbstoff (Myoglobin) für eine stets genügende Sauerstoffanreicherung des Blutes in den Muskeln, selbst wenn der Delfin Höchstleistungen vollbringt.


Hier geht es weiter mit „Das Skelett der Delfine I“

 

Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung von www.meeresakrobaten.de

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