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Der Haselstrauch – Ein Bote des Vorfrühlings

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Die Gemeine Hasel, die auch als Haselstrauch oder Haselnussstrauch (lat.: Corylus avellana) bezeichnet wird, ist nach der italienischen Provinzstadt Avellino in Unteritalien benannt worden.

Da der Strauch bereits ab Februar bis in den März hinein blüht, zählt er zu den Frühlingsboten in der Natur und kündigt den begonnenen Vorfrühling an.

Die Gemeine Hasel gehört zu den Birkengewächsen und ist bereits seit der Eiszeit ein heimischer Strauch, der an Säumen und Hecken und in lichten Wäldern zu finden ist und auch sehr häufig angepflanzt wird.

Da der Eichelhäher und das Eichhörnchen sich im Herbst einen Wintervorrat aus den Nüssen der Gemeinen Hasel in der Erde anlegen und nicht alle ihre „Vorratskammern" im Winter wiederfinden, sorgen auch sie so für die Verbreitung dieser Pflanze.

Die Gemeine Hasel kommt in Mitteleuropa vom Norddeutschen Tiefland bis zu 1400 m Höhe in den Alpen vor und ist ein sommergrüner, vom Grund an meistens vielstämmiger Strauch, der 2 -6 Meter hoch werden kann.

Aussehen
Die Blätter

Der Blattstiel wird 5 - 15 mm lang und ist drüsig behaart. Die oval, rundlich bis herzförmigen Blätter sind 6 -10 cm lang und fast ebenso breit. Oberseits sind sie stumpfgrün und unterseits auf den größeren Blattnerven weisen sie eine Behaarung auf.

Die Rinde
Die Rinde ist glänzend hellbraun bis rötlich-grau und hat waagerechte, helle Male.

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Die Blüten

Die Blüten der Hasel sind einhäusig. Die männlichen Blütenstände, die auch als Kätzchen bezeichnet werden, erreichen eine Länge von 8 -10 cm und fallen sowohl durch ihre Größe als auch durch ihr zeitiges Erscheinen im Jahr auf.

Die weiblichen Blüten hingegen sind eher unscheinbar und werden leicht übersehen. Nur ihre roten, winzigen Narben schauen aus der noch geschlossenen Zweigknospe heraus.

Die Blüten der Hasel erscheinen von Februar bis April – also bereits lange vor dem Laubaustrieb.

Früchte
Die im Herbst reifenden Nussfrüchte sind 16 -18 mm lang. Sie liegen zu 1-3 beieinander und ragen aus dem Fruchtbecher empor.

Die im Handel angebotenen Haselnüsse stammen meistens nicht von der gemeinen Hasel, sondern von der südosteuropäischen Lamberts-Hasel (corylus maxima), einer rotblättrigen Variante, die unter der Bezeichnung „Bluthasel" in vielen Gärten und Parkanlagen zu finden ist.

Weil der Haselstrauch eine Pflanze ist, die vom Wind bestäubt wird, braucht er keine auffälligen Blüten, um damit die Insekten anzulocken.

Dennoch aber ist er im zeitigen Frühling ein wichtiger Pollenlieferant für die Insekten.

Unter dem wärmenden Einfluss der ersten Frühjahrssonne strecken sich die Kätzchen, ihre Blättchen rücken ein wenig auseinander und die Pollenkörner in den Staubbeuteln reifen heran.

 

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Wenn dann der Frühjahrswind die Kätzchen hin- und herschaukelt, so schüttelt er damit die kleinen Wölkchen des gelben, feinen Blütenstaubs heraus.

Da die sich darunter befindenden Narben der weiblichen Blüten ausgezeichnete „Staubfänger" sind, sorgt so beim Haselstrauch der Wind für die Befruchtung.

Da der Haselstrauch pro Kätzchen etwa 2 Millionen Pollenkörner liefert, gehört er aber auch zu den häufigsten Heuschnupfenerregern bei allergischen Menschen.

Viele Menschen leiden in der Blühzeit, die doch nach dem kalten Winter so sehnsüchtig erwartet wurde, unter lästigen Allergien.

Die Tatsache, dass der Haselstrauch schon kleine Blütenkätzchen aufweist, wenn überall in der Natur noch die Winterruhe herrscht, ist für die Menschen ein Grund gewesen, in ihm ein Sinnbild des immerwährenden Lebens und der Unsterblichkeit zu sehen.

Daher galt er früher als heilig. Schon vor Jahrtausenden gab man Toten seine Früchte als Zeichen des ewigen Lebens mit ins Grab.

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Bei den Germanen galt die Hasel als blitzsicher. Sie war der Gott Donar geweiht, und man konnte bei Gewitter unter ihr Schutz suchen.

Brauch war es auch, drei Haselzweige ins Gebälk des Hauses zu stecken, um es vor dem Blitzschlag zu schützen.

Auch ist die Haselrute die Wünschelrute, die noch heute von Wünschelrutengängern, die nach Quellen suchen, benutzt wird.

Ein weiterer Volksglaube besagt, dass die Haselrute eine besondere Kraft ausübt, wenn sie in der Christnacht um Mitternacht oder am Karfreitag vor Sonnenaufgang geschnitten wird.

Früher war die Haselnuss war eine wichtige Nahrungspflanze und wurde für Schießpulverkohle verwandt.

Ihre Zweige verwendete man zum Flechten von Körben und aus dem feinen Öl (60 % Ölanteil in der Nuss) können Kosmetika und Speiseöl hergestellt werden.

 

Quelle:
Foto 1: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Corylus_avellana_Hazelnoot_struik.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License
Foto 2: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Coppice1.JPG
http://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License
Foto 3: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bb/Hazel_Flower_Female.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain
Foto 4: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Corylus_avellana_Hazelnoot_male_flowers.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License
Foto 5: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Hazelnut.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License
Foto 6: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Hasselblade.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License

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