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Ein Zugangssystem zum Kronendach tropischer Regenwälder - (COPAS)

Abb Eine Schlüsselrolle zum Verständnis des Ökosystems "tropischer Regenwald" kommt dessen Kronenregion zu.

Leider gibt es bis dato nur wenige Zugangsmöglichkeiten zu diesem Bereich.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Wissenschaftler in das Kronendach tropischer Wälder vordringen.

Dazu gehören Kletter- und Leitertechniken, Hängebrücken, Seilbahnen, Kran-Systeme usw.

Um den Zugang ins Kronendach zu erleichtern, entwickelten Prof. G. Gottsberger und Mitarbeiter der Universität Ulm ein innovatives System, das sog. "Canopy Operation Permanent Access System (COPAS)".


Abb Die Unerforschtheit der tropischen Regenwälder beruht größtenteils auf der Unzugänglichkeit ihres Kronendachs.

Bisher gab es nur wenige Versuche diesen Teil des Waldes zu erforschen.

Deshalb entwickelten Forscher der Universität Ulm, Abteilung systematische Botanik und Ökologie unter Leitung von Prof. Dr. G. Gottsberger, eine neuartige Technologie, mit der die Erforschung der Baumkronen wesentlich verbessert werden soll: COPAS - das Canopy Operation Permanent Access System.


 

Abb Abbildung (oben): COPAS-Skizze

Das System setzt sich aus drei Masten (a, b, c; jeweilige Höhe vor Ort: 45 Meter) und einem mit Helium gefüllten Ballon - zehn Meter Durchmesser - zusammen, an dem die personentragende Gondel hängt.

Die Masten bilden von oben betrachtet ein gleichseitiges Dreieck (Seitenlänge: 180 Meter), das eine Fläche von 1,4 Hektar abdeckt.

Jeder Punkt im Dreieck kann von der Gondel mittels Seilwinden und Elektromotoren angesteuert werden.


Jeder der Masten besteht aus 16, je 2,8 Meter langen und ca. 350 Kilogramm schweren Rundrohren. Gesamtgewicht des Systems: 70 Tonnen.

Der in einer maximalen Höhe von 120 Metern schwebende Ballon hat ein Füllungsvolumen von 650 Kubikmetern Helium und kann eine Last von 600 Kilogramm tragen.

Insgesamt bedarf es einer Menge von ca. 3200 Schrauben um die Masten zu montieren.


Abb Foto 1 (oben): COPAS
Im Jahr 2000 wurde im botanischen Garten der Universität Ulm das COPAS-System aufgebaut.

Für die erfolgreiche Testphase wurden die Masten aber nur 15 Meter hoch gebaut.

Auf dem Bild sind links zwei Masten zu sehen, der dritte Mast steht am rechten Bildrand. Unter dem Ballon hängt die Gondel.

COPAS ist ein System, das die Erforschung der weitestgehend unerforschten Baumkronenregionen in den tropischen Tieflandregenwäldern Französisch-Guayanas ermöglicht.

Das COPAS-Projekt wurde 1996 mit dem Preis der Körberstiftung für die europäische Wissenschaft ausgezeichnet.

Aufgrund der Einzigartigkeit und seiner Dimension wurde dieses Projekt mit einem Preisgeld in Höhe von 1,25 Millionen DM unterstützt.

Es wird derzeit im Regenwald von Französisch-Guayana vom französischen Bildungsministerium CNRS aufgebaut. Baubeginn war im Oktober 2003.

Foto 3 und 4: Februar und November 2004 / Französisch-Guayana

 

Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von: http://www.faszination-regenwald.de
© 2000-2005: Tom Deutschle und Dr. Bernhard Lohr
E-Mail: deutschle@faszination-regenwald.de
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Grafik: Tom Deutschle
Fotos: Tom Deutschle, Bernhard Lohr, Holger Teichert

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