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Ursachen der Regenwald-Zerstörung: Monokulturflächen für Kaffee und Kakao

Abb „Kaffee trinken“ ist für viele Millionen Menschen das Synonym um eine Pause zu machen (Kaffeepause).

Kaffee ist (nicht nur) in Deutschland das beliebteste Getränk.

Pro Kopf kommen wir jährlich auf 164 Liter.

Das ist fast doppelt so viel wie wir an Erfrischungsgetränken oder Mineral- und Quellwasser zu uns nehmen.

Was für die Erwachsenen der Kaffee ist, ist für die Kinder der Kakao. Die Kakaobohne ist der Grundstoff für die Produktion von Schokolade.

Für uns Deutsche ist Kakao eine überaus wichtige Frucht, wir sind nach den Schweizern, Vizeweltmeister im Konsum von Schokolade (8,8 kg pro Kopf; Zahlen von 1995).

Hat der Kaffee- bzw. Kakaoanbau in den Tropenländern eine ähnlich segensreiche Wirkung wie der Genuß von Schokolade und Kaffee bei uns?


INFO: Preisverfall

80 Prozent der weltweit 25 Millionen Kaffeefarmer sind Kleinbauern, die unter ihren Produktionskosten von 80 bis 90 US-Cent pro Pfund arbeiten. Im Oktober 2004 wird ein Pfund Rohkaffee an internationalen Warenbörsen für 60 US-Cent gehandelt.


Abb Nein! Der afrikanische Staat Ghana beispielsweise bestreitet 70 Prozent seiner Exporterlöse mit Kakao und beschäftigt(e) mehr als 600.000 Familien in diesem Bereich.

In den 80er-Jahren wurde der Kakaoanbau aufgrund restriktiver Vorgaben des Weltwährungsfonds und der Weltbank intensiviert und industrialisiert.


 

Abb Dies führte zur massenhaften Entlassung von Arbeitskräften und durch das erhöhte Angebot sanken die Weltmarktpreise.

Für die armen Landarbeiter in Ghana bedeuten die sinkenden Weltmarktpreise Arbeitslosigkeit; viele Tausend Ghanaer sind wegen der dramatischen Einkommensverluste einfach verhungert!

Egal ob Kaffee, Kakao oder andere landwirtschaftliche Produkte aus armen Ländern: Sinken die Weltmarktpreise, dann sind zuerst die Plantagenarbeiter in den produzierenden Ländern betroffen.

Geringere Löhne und Kinderarbeit sind die Folge.

Auf Sisal-, Kaffee-, oder Kakaoplantagen, die für unseren Bedarf produzieren, häufen sich die Fälle von Kindersklaverei.

Umgekehrt entwickelt sich die Situation in den Abnehmerländern: Musste ein Industriearbeiter 1958 noch vier Stunden für ein Pfund Kaffee arbeiten, sind es heute noch 20 Minuten!

(Quelle: Werkstatt Materialien: Das erste Ma(h)l von Jürgen Wolters und Tammy Chang)

 

Quelle:
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