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Sonett 11

So schnell als du verwelkst, wirst du erstehn
In einem Spross zu alter Frühlingspracht,
Es bleibt ja dein, mag Jugend auch vergehn,
Das frische Blut, das andern du vermacht.

Darin liegt Weisheit, Schönheit, Lebensdrang,
Sonst herrscht nur Wahnsinn, Alter, grauser Tod!
Und dächten all' wie du, vom Untergang
Wär' Zeit und Welt in sechzig Jahr bedroht.

Wer roh und hässlich von Gestalt, lass ihn,
Wie es Natur bestimmt, unfruchtbar enden,
Doch du, dem sie das Herrlichste verliehn,
Sollst ihre gute Gabe gut verwenden!

Ihr Siegel bist du, bist von ihr geweiht,
Ihr Bild zu prägen für die Ewigkeit!

 

 

Quelle:
http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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