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Sonett 41

Die kleinen Sünden, die dein loser Sinn
Manchmal begeht, wenn er nicht meiner denkt,
Gehn deiner Jugend, deiner Schönheit hin,
Da, wo du bist, Versuchung dich bedrängt.

Denn sanft bist du, und deshalb leicht zu kirren,
Und schön dazu, und deshalb heiß begehrt;
Und was vom Weibe stammt, wenn Weiber girren,
Wird rauhen Sinns von ihnen nicht betört?

Doch meiner Liebe solltest fern du bleiben;
So darf die Schönheit und die Jugend nicht
Dich zügellos im Sinnenrausche treiben,
Dass deine Schuld zwiefache Treue bricht:

Die ihre, die vor deiner Lockung fällt,
Und deine, die die Freundschaft mir nicht hält.

 

 

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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