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Diktatur des Nationalsozialismus

Abb Ende der Zwanzigerjahre fanden linker und rechter Radikalismus in horrender Arbeitslosigkeit und weit verbreiteter wirtschaftlicher Not reichlich Nahrung.

Im Reichstag kamen keine regierungsfähigen Mehrheiten mehr zustande. Die Kabinette waren abhängig von der Notverordnungskompetenz des Reichspräsidenten, wodurch ohne parlamentarische Zustimmung regiert werden konnte.

Auf den sozialdemokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert war bereits 1925 der Kandidat der Rechten, der ehemalige Feldmarschall Paul von Hindenburg, gefolgt.

Er beachtete streng die Verfassung, fand aber kein wirkliches inneres Verhältnis zur Republik.

Anfang 1933, als die schwersten Krisenzeiten bereits im Abklingen begriffen waren, rechneten sich Mitglieder des rechten Lagers aus, den extrem antidemokratischen Adolf Hitler durch eine Übertragung der Kanzlerschaft für ihre eigenen Zwecke nutzen zu können.

Seine nationalsozialistische Bewegung war in Folge der Wirtschaftskrise die stärkste Kraft in Deutschland geworden, ohne freilich eine Mehrheit in der Bevölkerung und im Parlament auf sich vereinen zu können.

Hindenburg ernannte ihn trotz eigener stärkster Bedenken zum Regierungschef und willigte auch in seine Forderung einer Auflösung des Reichstages ein. Die Machtergreifung hatte begonnen.

Mit massiver Gewalt und Verfolgung schüchterte Hitler seine Gegner schon im Wahlkampf ein. Unter größtem Druck zwang er trotz Widerstand der Sozialdemokraten die noch nicht verhafteten oder geflüchteten Parlamentarier zu einem Ermächtigungsgesetz, das ihm nahezu unbegrenzte Gesetzgebungsbefugnisse übertrug.

Die Nationalsozialisten zerschlugen binnen weniger Wochen alle demokratischen Schranken und ersetzten sie durch scheinlegale Strukturen.

Hitler setzte die Grundrechte praktisch außer Kraft, verbot Gewerkschaften und Parteien (bis auf seine eigene), hob die Pressefreiheit auf und ging gegen missliebige Personen mit rücksichtslosem Terror vor.

Tausende Menschen verschwanden ohne Gerichtsverfahren in Konzentrationslagern.

Neben die politische Verfolgung trat von Anfang an ein Rassenwahn. Er orientierte sich an der Chimäre einer „nordischen“ Rasse und entwickelte sich über Gedanken zu „lebensunwertem“, da nicht den Idealvorstellungen entsprechendem Leben zu systematischer Euthanasie.

Während dieses aus Furcht vor Protesten eher vertraulich gehandhabt wurde, wurden antisemitische Exzesse in der Öffentlichkeit verübt.

Vor aller Augen wurden jüdische Mitbürger durch die Staats- und Parteiorganisationen geschnitten, gedemütigt, aus öffentlichen Ämtern entlassen, bedroht und schließlich systematisch verfolgt.

1938 wurden Synagogen und andere jüdische Einrichtungen in einem Pogrom zerstört. Die Vorstellungskraft vieler Menschen reichte nicht aus, um zu erahnen, was die NS-Schergen mit den in KZ-Lager gebrachten Juden anstellten.

„Vernichtung“ durch unmenschliche Unterbringung und Arbeitsanstrengungen, zynische und menschenverachtende medizinische Experimente und schließlich die Ermordung aller Juden, derer das Regime – vor allem in den eroberten Ostgebieten – habhaft wurde.

Schätzungsweise sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder wurden binnen weniger Jahre ermordet.

Die deutsche Öffentlichkeit reagierte zwiespältig auf diese Vorgänge: hier die hemmungslose Gewalt, dort die spürbaren Erfolge.

Die wirtschaftliche Wiederbelebung, die schon vor dem Machtantritt Hitlers begonnen hatte und jeder Regierung zugute gekommen wäre, beschleunigte er aus Sicht der Arbeitslosen durch propagandistisch groß angelegte Arbeitsbeschaffungsprogramme und ein beispielloses Aufrüstungsprogramm, das den Staat früher oder später in einen Bankrott treiben musste – wenn nicht (etwa durch Ausbeutung eroberter Gebiete) Geld in die Kasse gekommen wäre.

Außenpolitische Erfolge wie die Rückkehr des Saarlandes ins Deutsche Reich stärkten Hitlers Stellung zusätzlich.

Die nächsten Stationen: 1936 rückten deutsche Truppen in das seit 1919 entmilitarisierte Rheinland ein, 1938 wurde Österreich einverleibt, und im selben Jahr gestanden die Westmächte Hitler auch die Annexion des Sudetenlandes zu.

 

 

Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung: Auswärtiges Amt
www.auswaertiges-amt.de
Wenn die Informationen dieser Wissenskarte möglicherweise nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen,
können sie auf der Website des Auswärtigen Amtes abgerufen werden:
http://www.tatsachen-ueber-deutschland.de

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